Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben – Wir sind Straubing“ wird gerade eine Ausstellung zum Thema Immigration konzipiert: Im Mittelpunkt stehen die Geschichten von Immigranten, die zum Teil schon seit über 50 Jahren hier leben.

In der Fremde eine Heimat gefunden

„Wir sind Straubing“ beleuchtet Geschichte(n) von Immigranten

 

Helmut Sladek

Eine Ausstellung

Das gesammelte Material (Fotos, Archivmaterial etc.) soll in einer Ausstellung zusammengefasst werden, die dann öffentlich präsentiert wird. Initiiert wurde das Projekt von Nail Demir (Mitglied des Bayerischen Integrationsrates), fotografisch begleitet wird es von Redakteur und Fotograf Ulli Scharrer.

Mit Schlaghose und T-Shirt ist Gianni Spera im Jahr 1967 im italienischen Palermo an einem Frühjahrstag in einen Zug gestiegen. Alleine, mit einem kleinen Koffer und ohne zu wissen, was auf ihn zukommt. Er hatte im Rathaus ein Plakat gesehen, dass Deutschland Arbeiter sucht. Bei minus fünf Grad ist er frierend in Hannover angekommen. Zum Aufwärmen stellte er sich in eine Telefonzelle. Über Umwege ist er schließlich in Straubing gelandet. Heute sind er und seine Familie aus der Gäubodenstadt nicht mehr wegzudenken: Seit vielen Jahren führt Familie Spera das bei Einheimischen und Auswärtigen beliebte Eiscafé Florenz am Theresienplatz.

Die Geschichte von Gianni Spera ist eine von vielen „Gastarbeiter“-Biographien in Deutschland. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben – Wir sind Straubing“ wird gerade eine Ausstellung zu diesem Thema konzipiert. Im Mittelpunkt stehen die Geschichten von Immigranten, die zum Teil schon seit über 50 Jahren hier leben.

Die Geschichte der „Gastarbeiter“ in der Bundesrepublik ist fast so alt wie der Staat selbst. In den 1950er Jahren fehlten in Deutschland Arbeitskräfte, deshalb warb die Regierung im Ausland Arbeitnehmer an. Am 20. Dezember 1955 wurde in Rom das erste Anwerbeabkommen mit Italien geschlossen. Dabei wurde vereinbart, dass die die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit in Italien gemeinsam mit der italienischen Arbeitsverwaltung Arbeitskräfte auswählen und anwerben solle. In den folgenden Jahren schloss die Bundesregierung von 1960 bis 1968 Anwerbeabkommen mit weiteren Staaten wie zum Beispiel Spanien, Griechenland und der Türkei. Die meisten Arbeiter wollten ursprünglich nach ein paar Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren – doch viele blieben für immer und fanden hier ihre Heimat.

 

 

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Bilder

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