Erinnerungsarbeit ist Demokratiearbeit :: Unsere fortgesetzte Arbeit will Aufklärung und Anregung bieten

Die Kultur des Erinnerns bedarf einer zukunftsorientierten Gegenwartsarbeit…

In einer intensiven Zusammenarbeit mit renommierten Expert*innen, Zeitzeug*innen, Künstler*innen, Institutionen und Organisationen im In- und Ausland leisten wir diese Arbeit.

 

Die Dokumentation unserer mehrjährigen Arbeit will in erster Linie Anregungen bieten. Es soll darüber hinaus veranschaulicht werden, mit welchen Zielgruppen und Inhalten gearbeitet wurde. Die Nachhaltigkeit sowie das Entwickeln und Ausprobieren unkonventioneller Ansätze waren stets wichtige Prämissen. Eine besonders prägende Erfahrung war für alle Beteiligten die inklusive Ausrichtung vieler Projekte. Die intensive Zusammenarbeit mit renommierten Expert*innen, Zeitzeug*innen, Künstler*innen, Institutionen und Organisationen im In- und Ausland trägt einen wesentlichen Anteil an der Authentizität der Arbeit.

 

Partner

Itzchak Belfer • Eva Bohrer • Prof. Dr. Michael Bossle • Iwona Chmielewska• Prof. Witold Chmielewski • Marta Ciesielska • Prof. Dr. Karol Czejarek • Prof. Dr. Wactaw Dtugoborski • Julia Eder • Hans Emmert • Florian Ettl • Andreas Gatterbauer • Marion Graf • Erich Gruber • Christiane Heppler • Daliah Hindler • Armin Hinterberger • Martin Hiptmair • Adam Jaromir • Dr. Dorit-Maria Krenn Christoph Kögler • Ursula Laudacher • Michael Kurz • Manuela Mayer • Max Messemer • Israel Offmann • Adriana Omylak • Patrizia Pervan • Zvonimir Pervan • Markus Ramershoven • Sr. Judith Reis • Werner Retzl • Alexandra Roszkowski • Iwona Roszkowski • Markus Sabinsky • Wolfgang Sättler • Guido Scharrer • Harald Schermann • Gerhard Schneider • Franziska Schrödinger • Stefanie Sobek • Brigitte Steiger • Jakob Steiger • Siegfried Steiger • Dr. Ferdinand Stoll • Dr. Tamara Sztyma • Bernd Vogel • Johanna Wagner • Danino Weiss • David Weiss • Katharina Werner • Agnieszka Witkowska-Krych • Reinhard Zach • Anna Zisler

Avanim • Barmherzige Brüder Straubing • d’bänd • Begleitausschuss der PfD-Straubing • Bezirksklinikum Mainkofen • BG an der Dr.-Schauer Straße (Wels) • Bildungszentrum St. Wolfgang Straubing • Gedenkstätte des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Dachau • Deutsches Erwachsenen Bildungswerk • Deutsche Korczak-Gesellschaft • Deutsch-Polnisches Jugendsozialwerk • Dorf TV • Experimentelles Theater Günzburg • Fachakademie für Sozialpädagogik der Ursulinenschulstiftung Straubing • FOS-BOS Straubing • Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus • Gypsy Keys • Lern- und Gedenkstätte der ehemaligen NS-Tötungsanstalt Schloss Hartheim • Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Straubing • Grund und Mittelschule St. Josef Straubing • Gruppe Don Bosco des Nardiniheims Straubing • Internationale Jugendbildungsstätte Oswiecim • Mittelschulhorte der Caritas Straubing • Israelitische Kultusgemeinde Straubing • Johannes-Turmair-Gymnasium Straubing • Kindergarten Am Platz! Straubing • Kindergarten in der Donaugasse Straubing • Korczakianum Warschau • Krakauer Museen • Maria-Ward-Gymnasium Günzburg • Gedenkstätte des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Mauthausen • Mauthausen Komitee • Medien Kulturhaus Wels • Mittagsbetreuung am JTG Straubing • Mittelschule St. Stephan Straubing • Museum Auschwitz • Museum der Geschichte der polnischen Juden – POLIN • Steam Audio Company • Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit • Stadt Straubing • Straubinger Tagblatt • Gedenkstätte des ehemaligen NS-Vernichtungslagers Treblinka • Universität Warschau • Verein „Steine der Erinnerung“ Wien • Warschauer •Museen • Gedenkstätte Yad Vashem

 

75 Jahre Ende der Nazidiktatur – ein Tag der Befreiung

„The German war is at an end“ – mit diesen Worten richtete sich der britische Premierminister Winston Churchill am 8. Mai 1945 per Radioansprache an die britische Bevölkerung und verkündete das Weltkriegsende in Europa. Entfesselt vom Deutschen Reich, hatte der Krieg binnen sechs Jahren weltweit rund 60 Millionen Menschenleben gefordert; das europäische Judentum hatten die Deutschen nahezu ausgelöscht. In der Niederlage von 1945 auch eine Befreiung zu erkennen, fiel vielen Deutschen lange Zeit schwer…

Diesem wichtigen Jahrestag haben wir eine eigene Seite auf unserer Homepage gewidmet: Alle Details.

 

Paradoxon – Gedanken zum Erinnern

Oświecim ist paradox, quasi chancenlos und wird wohl für immer „nur Auschwitz“ sein. Die Stadt scheint weder für das Davor – einst lebten etwa 7000 Juden hier, noch für das Danach zu stehen – kein ein einziger Jude lebt heute noch in Oświecim. Alle Welt kommt um das Dazwischen zu bestaunen, zu begreifen, zu betrauern…

Auschwitz–Birkenau ist ein unauflöslicher Widerspruch in vielerlei Hinsicht. Die Entmenschlichung ist allgegenwärtig: Bauten, dokumentierte Gräuel, perverse Organisiertheit, tödliche Innovationen grenzenloser, menschenverachtender Zynismus. Wo sonst wird das Banale, das uns für gewöhnlich vor sich her treibt, so schonungslos getilgt wie an diesem Ort? Auschwitz-Birkenau ist ein Monstrum an schierer Fläche und in seiner Dimension ausgelöschter Menschenleben.

Und Menschen kommen dort hin. Nicht mehr in „Zügen“, sondern per Busladungen im Rahmen von Pauschalreisen. Nicht mehr gewaltsam verschleppt, sondern freiwillig – „Book a Tour to Auschwitz“ liest man z.B. in Krakau an jeder zweiten Ecke. Dort angekommen stapft man für gewöhnlich ein wenig hektisch über die Areale, häufig mit Kopfhörer, die Blicke beflissen auf Jenes gerichtet, worauf der Guide gerade zeigt.
Gerne wird routiniert mit dem Regenschirm dirigiert. Es folgen Pausen, die Zeit für’s Dokumentieren geben – ein unaufhörlicher Strom von Selfies, häufig mit Tablets. So scheint es manchmal, als liefen Menschen mit einer Art Brett vorm Kopf durch Auschwitz oder Birkenau. Das hat eine Symbolkraft, die ein wenig das Bizarre streift.

Vielleicht darf es vorher oder hinterher noch eine Wegzehrung vom Parkplatzimbiss sein? Wahlweise ein Picknick. Vom Klappstuhl bis zur Tupperware ist alles mit. Der Pragmatismus beim Holocausthopping ist plausibel und verwirrt nur beim ersten Mal. Was ich mir weder mit Pragmatismus noch sonst irgendwie zusammenreimen kann, sind Neubauten, nahezu in Griffweite zum Lagerzaun des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Kein Einzelfall, eines Bauherrn, mit Hang zum Morbiden. Wie funktioniert hier entspanntes Frühstücken auf der Terrasse? Ich muss es irgendwann erfragen, falls ich den Mut dazu aufbringen kann. Leben und Tod kollidieren wohl an wenigen Orten so ungebremst wie in dieser, an und für sich eher beschaulichen Gegend Kleinpolens.

Der hiesige Eishockeyclub ist erstklassig und war mehrfach polnischer Meister. Die Stadt fühlt sich seltsam normal an. Einkaufszentrum, KFC, Bahnhof, McDonald’s, lachende Menschen, genervte Autofahrer… Man ist fast geneigt, zu vergessen, wo man sich befindet. „War mal eben noch kurz bei „Mäckie“ in – hüstel, hüstel – Auschwitz“. Das klingt scheisse und ich war dort.
Angewandter Pragmatismus: „Schließlich fährt man heute ja nicht mehr dort hin, um zu sterben“. Klingt auch nicht gut.

Oświęcim, wie Auschwitz ja eigentlich heißt ist ein Desaster für das Tourismusmanagement. Der Slogan, mit dem man Menschen zum Bleiben bewegt, muss erst noch erfunden werden. Ich setze den Blinker, da noch ein Second Hand Laden günstig auf dem Weg liegt, kurz bevor man die Nächste links nach Birkenau abbiegt. Ich finde ein Sakko, schwarz-weiß kariert. Im Innenfutter ist zu lesen: „Made in Israel“. Welch bittere Ironie…

(J.S.)

 

In Auszügen weitere Themenschwerpunkte

Das Thema 75 Jahre Befreiung und Kriegsende in Deutschland wird das laufende Jahr begleiten. Hierzu ist z.B. eine Zusammenarbeit mit der Jugendredaktion Freistunde und dem Stadtarchiv geplant. Die Ergebnisse der Kooperation sollen sich in einer Ausstellung wiederfinden. Inhaltlich sollen lokale historische Ereignisse aufgearbeitet und recherchiert werden. Es soll eine Verbindung zwischen damals und heute geschaffen werden.

Zwecks den stummen Zeugen würden mir spontan folgende Gedanken in den Sinn kommen:

• Steele zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarschs von Flossenbürg
• Stolpersteine
• Zentrale Gedenkstätte im Pulverturm
• Adler bei der Bibliothek
• Donaubrücke
• Barmherzige Brüder & Stolpersteine im Kontext zur NS-Euthanasie
• Synagoge
• Rosengasse
• Ehemalige Adressen / Namen jüdischer Geschäfte
• Orte mit Bombentreffern
• Straßen- & Ortsnamen zur NS-Zeit – Wie hießen sie vorher? Wie heißen sie jetzt? (Adolf-Hitler-Ring…)
• Gibt es bzgl. aktuell vorhandener Straßennamen noch NS-Bezüge, die man in Frage stellen sollte?

Junge Menschen können hier investigativ arbeiten

 

 

Begleitende Medien

Downloads

Ein Dossier von der Bundeszentrale für politische Bildung: Der Zweite Weltkrieg – eine historische Zäsur

Ein Artikel aus dem Straubinger Tagblatt über die Arbeit des Bündnisses „Wir sind bunt“