Stadt Straubing

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Roman Schaffner

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94303 Straubing

 

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DEB 

Deutsches Erwachsenen-

Bildungswerk

gemeinnützige GmbH

Koordinierungs- und Fachstelle PfD


Zvonimir Pervan

Am Platzl 13a

94315 Straubing

 

Tel.: 09421 - 18985-10

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DEB

Deutsches Erwachsenen-

Bildungswerk

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Koordinierungs- und Fachstelle PfD


Dr. Ferdinand Stoll

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Israelitische Kultusgemeinde

Israelitische Kultusgemeinde

Projektträger: Israelitische Kultusgemeinde Straubing

Projekttitel: „Die Unantastbarkeit des Rechts, Mensch zu sein“

 

 

Im Jahre 2014 jährt sich zum 25. Mal die Verabschiedung der UN-Konvention der Kinderrechte, die in vielen Bereichen auf der Pädagogik von Janusz Korczak basiert. Dieser steht in direktem Kontext zu Themen, wie Antisemitismus, Nationa-lismus sowie Kinder- und Menschenrechten, deren Aufklärung und Sensibilisierung das Projekt „Die Unantastbarkeit des Rechts, Mensch zu sein“ zum Ziel hat. Im Laufe des Projekts werden neben einigen Vorträgen, wie „Die UN-Kinderrechts-konvention und ihre Bedeutung“ auch Lesungen der beiden Autoren Adam Jaromir („Fräulein Esthers letzte Vorstellung“) und Iwona Chmielewska („Blumkas Tagebuch“) und eine Ausstellung zum Thema Janusz Korczak stattfinden. Hinzu kommen ein Theaterstück des Experimentellen Theaters Günzburg im Stadttheater, ein Kindermusical und verschiedene Workshops in Schulen und Kindergärten.

Wer war Janusz Korczak?

Janusz Korczak

Der Pädagoge, Arzt und Schriftsteller Janusz Korczak (1878 - 1942) nimmt eine Vorreiterrolle in der  Kinderrechtsdiskussion ein. Er formulierte Grundrechte für Kinder und setzte diese in seiner pädagogischen Praxis um. Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums arbeitet er ab 1906 als Arzt in Warschauer Kinderkliniken, bis er sich schließlich ganz der „Sache des Kindes“ verschreibt und im Jahre 1912 das jüdische Waisenhaus „Dom Sierot“ (Haus der Waisen) in der Krochmalnastraße 92 in Warschau eröffnet. Er ruft die erste Kinderzeitung der Welt ins Leben (1926) und erprobt Formen des demokratischen Zusammenlebens von Kindern (Kinderparlament, Gesetzbuch, Kameradschaftsgericht etc.). Zusätzlich hat Korczak Posten als Dozent für Sonderpädagogik sowie als Gutachter am Jugendge- richt inne. Nach der Besetzung Polens durch Nazi-Deutschland muss Korczak 1940 mit seinen Waisenhauskindern von der Krochmalnastraße ins Getto übersiedeln. Von dort aus wird er im August 1942 zusammen mit seiner engsten Mitstreiterin Stefania Wilczynska, weiteren Mitarbeitern und über 200 Kindern ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet. Obwohl Korczak mehrere Angebote zu seiner persönlichen Rettung erhält, lehnt er diese ab, weil er die Kinder nicht im Stich lassen will.

 

 

Autorenlesung

Chmielewska & Jaromir

Foto: Sebasian Frankowski

 Iwona Chmielewska

& Adam Jaromir

AnStatt Theater - Alter Schlachthof

Donnerstag, 10.04.2014 / 19:30 Uhr

 

"Blumkas Tagebuch"

"Fräulein Esthers letzte Vorstellung"


Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012

Blumka

"Blumkas Tagebuch"

Warschau – Krochmalna Straße 92 – Waisenhaus für jüdische Kinder.

Einst lebte hier Blumka, und mit ihr … Dr. Korczak, Frau Stefa und 200 Kinder: Zygmu?, der einem silbernen Fisch das Leben schenkte, Reginka, deren Erzählungen selbst die dunkelste Nacht erhellten, Pola, die beschloss, in ihrem Ohr eine Erbse zu züchten, Chaim, den die Ameisen vor Gericht brachten, der kleine Kiesel, der beim Entladen des Kohlewagens helfen wollte, mit seinem Nachttopf, und Penny, das Mäuschen, dem die Brotkrümel vom Himmel fielen …

Blumka schrieb dies alles in ihrem Tagebuch auf, und fehlten ihr die Worte, so machte sie eine Zeichnung. Bis zu jenem Tag, an dem der Krieg ausbrach …

Ihr Tagebuch ist nicht dick, aber manchmal – so meinte zumindest der Herr Doktor – „erfährt man aus einem dicken Buch nichts Neues, aus einem dünnen aber sehr viel“.

 

Aus Blumkas Tagebuch erfährt der Leser nicht nur über das Leben in einem Waisenhaus, sondern auch über Janusz Korczaks „fröhliche Pädagogik“. Darüber, wie man ein Kind lieben soll.

 

Iwona Chmielewska führt uns durch diese Welt auf Zehenspitzen, stets darauf bedacht, all das nicht aufzuschrecken, was sich hinter den winzigen Gesten des Alltags verbirgt. In Bild und Wort verwebt sie Fakten mit Fiktion, um jenen Kindern ein Gesicht zu geben, an deren tragisches Schicksal heute nur noch eine Inschrift erinnert, gemeißelt in einen Granitblock.

 

Iwona Chmielewska

Iwona Chmielewska

Iwona Chmielewska (Illustratorin, Autorin, Lehrstuhl an der Universität Torun für Buchgestaltung).

 

Sie gilt weltweit als eine der bedeutendsten Bilderbuch-Illustratoren unserer Zeit und wurde mit den wichtigsten internationalen Preisen für Illustrationskunst geehrt. Zu ihren Auszeichnungen gehören unter anderem der Goldenen Apfel der Biennale der Illustrationen in Bratislava (2007) und zwei Mal der Bologna Ragazzi Award der Kinderbuchmesse Bologna (2011 und 2013). In deutscher Sprache ist mit Blumkas Tagebuch - Vom Leben in Janusz Korczaks Waisenhaus (2011) erst ein Buch von ihr erschienen, das 2012 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Chmielewskas Bücher fokussieren meist philosophische Fragestellungen und Themen. In ökonomischer Hinsicht sind sie vor allem in Südkorea sehr erfolgreich.

Chmielewska lebt in Toru?. Ihre Werke wurden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt, unter anderem in Bologna, Bratislava, Frankfurt am Main, Kopenhagen, Ljubljana, München, Rom, Seoul, Tokio und Warschau.

 

Im September 2014 erscheinen zwei weitere Bücher Chmielewskas in deutscher Übersetzung: 

„Ojemine“ Ein heißes Bügeleisen, ein Augenblick der Unachtsamkeit … und schon war sie ruiniert. Die Tischdecke, die von unserer Großmama stammte und die meiner Mutter so viel bedeutete. Was aber tun, wenn sich der Fleck wehrt und nichts in der Welt hilft? Nichts außer … Mamas kleinem Zaubertrick ...

"Vier gewöhnliche Schüsseln“ Chmielewska sagt, dass man über alles Bücher schreiben kann. Anhand von „Vier gewöhnlichen Schüsseln“  verdeutlicht sie dies. Die Form der Schüsseln kehrt im Buch in immer neuen Zusammenhängen wieder. Mit minimalistischem Text und einfacher Illustration entstand ein Buch über soziale Ungerechtigkeit und die Kraft des Schöpfens.

 

Leben und Werk

Chmielewska studierte Grafik an der Nikolaus-Kopernikus-Universität Torun und begann in den 1990er Jahren mit dem Illustrieren. Ihre ersten illustrierten Bücher waren Kinderbücher und Gedichtbände. Auf der Kinderbuchmesse Bologna traf Chmielewska Anfang der 2000er Jahre die südkoreanische Literaturagentin und Bilderbuchexpertin Jiwone Lee. Aus dieser Begegnung resultierte eine bis heute sehr fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit, die sich unter anderem in dem Erscheinen von mehr als 14 Bilderbüchern von Chmielewska in Südkorea zeigt. Ihre Bücher sind dort auch in kommerzieller Hinsicht sehr erfolgreich.

 

Eins ihrer in Südkorea besonders populären Bücher ist Thinking ABC (2007). Darin versinnbildlicht sie in Text und Form alle Buchstaben des Alphabets, sodass zum Beispiel zwei Schnecken den Buchstaben S bilden, oder ein Alligator, dessen Maul mit einem Stock weit aufgesperrt ist, das A darstellt. In Polen gilt ihr Bilderbuch O w?drowaniu przy zasypianiu (2006) als eines der bedeutendsten der vergangenen Jahre. Chmielewska verwendet in diesem Buch Seite für Seite das gleiche Bild, allerdings mit leichten Veränderungen, die zu immer wieder neuen Sinnzusammenhängen führen. So mutieren etwa die Zehen im Bett, die sich nicht unter der Bettdecke befinden, zu Pinguinen am Südpol oder zu Heinzelmännchen mit Zipfelmützen. In Mexiko ist Chmielewska vor allem für ihr Bilderbuch El bastón azul (2005) bekannt, das dort Schullektüre ist.

 

Blumkas Tagebuch - Vom Leben in Janusz Korczaks Waisenhaus (2011) ist das erste und bisher einzige Buch von Chmielewska, das in deutscher Sprache erschienen ist. Es erzählt vom Leben im Warschauer Waisenhaus des polnisch-jüdischen Kinderarztes und Pädagogen Janusz Korczak in Form eines Tagebuchs. Handlungszeit des Buches ist die Zeit vor dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Polen und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Das Buch ist bislang in polnischer, deutscher und hebräischer Übersetzung erschienen, letztere wurde von Uri Orlev ins Hebräische übertragen. Iwona Chmielewska ist seit dem Erscheinen von Blumkas Tagebuch regelmäßig in Deutschland, um ihr Buch vorzustellen. Zuletzt stellte sie ihr Buch im März 2012 im Rahmen von Leipzig liest, im Juli 2012 beim 2. White Ravens Festival und im September 2012 beim 12. internationalen literaturfestivals Berlin.

 

Der ästhetische Reichtum und das Innovative von Chmielewkas Büchern spiegelt sich auch in den zahlreichen Auszeichnungen und Nominierungen wider, die sie für ihre Bücher erhalten hat. Zu den wichtigsten gehören der Goldene Apfel der Biennale der Illustrationen in Bratislava, den sie 2007 fü ihr Buch Thinking ABC (2007) erhielt, der Bologna Ragazzi Award der Kinderbuchmesse Bologna in der Kategorie Non Fiction, den sie für ihr Buch A House of the Mind: Maum (2010) erhielt, der Bologna Ragazzi Award der Kinderbuchmesse Bologna in der Kategorie Fiction, den sie für ihr Buch (deutsche Übersetzung des Titels: Augen) (2013) erhielt, sowie eine Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch, den sie für ihr Buch Blumkas Tagebuch - Vom Leben in Janusz Korczaks Waisenhaus erhielt. 

 

Ojemine

Blumkas Tagebuch

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014

Esther Cover

"Fräulein Esthers letzte Vorstellung"

Warschauer Ghetto, Mai 1942.

Eine Zeit äußerster Not. Bereits anderthalb Jahre zuvor musste Korczaks Waisenhaus ins Ghetto übersiedeln. Das lichtdurchflutete Haus in der Krochmalna, das Recht auf eigenen Raum und Bewegung, die fröhlichen Sommer-kolonien – all dies scheint jetzt nur noch ein Traum. Korczak und seine Mitarbeiter sind verzweifelt. Wie unter diesen Umständen Ruhe bewahren? Wie Trost und Zuversicht spenden?
Im Traum kommt Korczak die Idee, die Kinderein Theaterstück des indischen Dichters Rabindranath Tagore aufführen zu lassen. Während der „Alte Doktor“ im Ghetto um Lebensmittel für seine Kinder bettelt, üben diese unter Anleitung Fräulein Esthers ihre Rollen ein, vergessen dabei Krankheit und Hunger …

 

Eine ergreifende Hommage an die Zöglinge und Mitarbeiter des Dom Sierot, Menschen wie die 12-jährige Genia, denen der Traum vom Theater – wenn auch nur für wenige Stunden – eine Flucht bot, in eine bessere Welt, oder wie Fräulein Esther, die selbst in der Stunde großen Sterbens nicht versäumte, für die Schwächsten da zu sein, und die genau wie sie von einem „schönen Leben“ träumte, einem Leben „weder lustig noch leicht“.

 

Ein aufwändig gestaltetes Buch, das sowohl durch seinen bewegenden Text als auch die ausdrucksstarken Illustrationen Gabriela Cichowskas besticht. Sein Herzstück bildet eine dreiteilige Allonge, die Korczaks Waisenhaus in der Krochmalna-Straße für einen kurzen Moment auferstehen lässt, um uns nach dem Öffnen der Seitenflügel einen Blick in sein Inneres zu gestatten.

 

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

Spröde Lakonik ist der erschütternde Grundton, in dem, gestützt auf hinterlassene Notizen Korczaks, Jaromir den Arzt und die fiktive zwölfjährige Genia von den letzten Wochen des Waisenhauses erzählen lässt. Beide benutzen die Gegenwartsform, ein Duktus, der sofort einen Sog ausübt. Jeder Satz wird zum stillen Schlag, der beklemmende Gedanken in Bewegung setzt … Dort, wo das Grauen herrscht, gewährt die Literatur eine Atempause …

 

JÜDISCHE ALLGEMEINE

Traurig und schön. Und so sind auch seine Bilder, in die man versinkt …

 

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

Das aufwendig gestaltete, dokumentarische wie lyrisch verdichtete Buch erinnert an Menschen, die Kindern auch in finsteren Zeiten mit Respekt und Kunst beistehen.

 

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Ein einzigartiges Meisterwerk, in dem Text und Bild eine Geschichte von den letzten Monaten in Janusz Korczaks Waisenhaus im Warschauer Ghetto erzählen.

 

Adam Jaromir

Adam Jaromir

Adam Jaromir ist ein in Polen geborener und in Hannover lebender Verleger, Übersetzer und Autor von Bilderbüchern. Für sein Bilderbuch Fräulein Esthers letzte Vorstellung ist er für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 nominiert und erhielt im Juli 2014 den „Gustav Heinemann Friedenspreis“

 

Leben

Jaromir studierte an den Universitäten Hannover und Florenz Germanistik und Italianistik. Im Jahr 2006 gründete er den Gimpel-Verlag, in dem vor allem polnische Autoren und Illustratoren verlegt werden. Zu den Stammautoren und -illustratoren von Gimpel gehören Iwona Chmielewska, Gabriela Cichowska und Pawel Pawlak. Neben seiner Tätigkeit als Verleger und Übersetzer hat er bislang fünf Bilderbücher geschrieben, die in seinem Verlag erschienen sind: Adamek oder wie man aus zwei Äpfeln drei macht (2007), Zarafa (2009), das die Geschichte einer Giraffe im Paris des 19. Jahrhunderts erzählt, Fantje (2010), das die Reise eines weißen Elefanten von Afrika nach Meißen begleitet, Tallula - Königin der Nacht (2012) und Fräulein Esthers letzte Vorstellung - Eine Geschichte aus dem Warschauer Ghetto (2013). Durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung wurden die Recherchen zu Fräulein Esthers letzte Vorstellung ermöglicht. Seine Bücher wurden international und national mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

 

Künstlerische Bedeutung

„Mit den bislang von ihm verlegten bzw. geschriebenen Werken zeigt sich schon jetzt seine Bedeutung als einer jener couragierten »Buchmenschen«, die sich – allen Marktgesetzen zum Trotz – für den Erhalt des künstlerisch anspruchsvollen Bilderbuchs in Deutschland einsetzen.“

 

Presseschau

Fräulein Esthers letzte Vorstellung - Eine Geschichte aus dem Warschauer Ghetto (2013)

„Wer als Vater oder Mutter vorbereitend Fräulein Esthers letzte Vorstellung liest, sollte diese Hintergründe kennen. Denn die Texte Adam Jaromirs bauen auf ihnen auf. Und auf Knappheit: Spröde Lakonik ist der erschütternde Grundton, in dem, gestützt auf hinterlassene Notizen Korczaks, Jaromir den Arzt und die fiktive zwölfjährige Genia von den letzten Wochen des Waisenhauses erzählen lässt. Beide benutzen die Gegenwartsform, ein Duktus, der sofort einen Sog ausübt. Jeder Satz wird zum stillen Schlag, der beklemmende Gedankenketten in Bewegung setzt [...]. [...] Cichowska und Jaromir ersparen ihren kindlichen Lesern nichts, aber sie schildern das Grauen behutsam andeutend. [...] So wie überhaupt dieses Buch mit seiner Forderung nach Konzentration und seinen wunderbaren ergreifenden Bildern ein Gegenpol sein könnte, ein Deich gegen die abstumpfende Flut der im Sekundentakt wechselnden computeranimierten Gewaltwelten.“ Dieter Bartetzko: Es gibt hier keine Vögel, und der Donner bleibt aus, in: FAZ vom 21. September 2013, S. 32

 

„Das aufwendig gestaltete, dokumentarische wie lyrisch verdichtete Buch erinnert an Menschen, die Kindern auch in finsteren Zeiten mit Respekt und Kunst beistehen.“ Verena Hoenig: NZZ am Sonntag, Nr. /2013

 

„Ein einzigartiges Meisterwerk, in dem Text und Bild eine Geschichte von den letzten Monaten in Janusz Korczaks Waisenhaus im Warschauer Ghetto erzählen.“ Siggi Seuss: Fräulein Esthers letzte Vorstellung, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 288 vom 13. Dezember 2013, S. 15

 

„Es ist eine aufwühlende wahre Geschichte, die hier in knappen Sätzen und mit großen, traumartigen Illustrationen in erdigen Farbtönen erzählt wird. [...] Ein erschütterndes Buch, eine große Erinnerung.“ JUS (Kürzel): Erschütternd, in: Die Zeit vom 9. Januar 2014, S. 36

 

„Der Verleger, Autor, Übersetzer und Entdecker Adam Jaromir hat schon so manche literarische und ästhetische Perle hervorgebracht: Das bibliophile Drama Fräulein Esthers letzte Vorstellung gehört sicher zu seinen herausragenden Werken. [...] Zur literarisch kostbaren Ausführung kommt eine Illustrationskunst, die erdig und zugleich präzise Vergangenheit und Seelenspannung ins Bild setzt. Collagentechnik, die berührt wie selten und dabei typografisch umsetzt, was dialogisch passiert. Ein Buch für die Liste schönster Bücher, bei aller Tragik.“ Christine Paxmann: Variationen der Grausamkeit, in: eselsohr, Februar 2014, S. 11

 

„Aber das, was nun Adam Jaromir (als Autor), die junge polnische Künstlerin Gabriela Cichowska (als Illustratorin) und Dorota Nowacka (als grafische Gestalterin) geschaffen haben, ist ein einzigartiges kleines Meisterwerk der Buchkunst, eine kongeniale Verknüpfung von Text, Bild und Gestaltung zu einer wahrhaftigen, tief berührenden Geschichte. [...] Bücher wie dieses sind nicht nur eine Reminiszenz an die traditionelle polnische Bilderbuchkunst, sie sind ein Beweis dafür, dass junge Künstler ein Erbe bewahren und es gleichzeitig mit eigenen Visionen bereichern können.“ Siggi Seuss: Zimmerfluchten der Erinnerungen, in: Süddeutsche Zeitung Nr. 64 vom 18. März 2014, S. 14

 

Gimpel Verlag

Bilergalerie zu Blumka & Esther

Insgesamt fanden sechs Veranstaltungen mit Iwona Chmielewska und Adam Jaromir in Form von Lesungen und Workshops statt. Das Alterspektrum erstreckte sich vom Vorschulbreich bishin zum Erwachsenenalter.

Korczaks Koffer

Korczaks Koffer
Korczaks Koffer

Experimentelles Theater Günzburg

Witold Chmielewski

Witold Chmielewski

Witold Andrzej Chmielewski wurde am 27. August 1949 in Thorn, Polen, geboren. Er ist ein polnischer Pädagoge, Künstler und Professor für Bildende Kunst mit Schwerpunkt Malerei. Von 1970 bis 1975 studierte er Bildende Kunst an der Universität Nikolaus Kopernikus bei Stanislaw Borysowski in Thorn. Seit seinem Studienabschluss arbeitet er an der Nikolaus Kopernikus Universität. Zwischen 1981 und 1981 war er Vizedirektor des künstlerisch-pädagogischen Institutes. 1983 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter. Ab 2001 ist er Professor und Fakultätsleiter für Bildende Kunst an der "Nikolaus Kopernikus Universität" Torun

 

Er hat sich mit Bühnenbildern im Theater und im Fernsehen beschäftigt und hatte einige Ausstellungen und kleinere Architekturprojekte. Außerdem arbeitet er in der Vermarktung und Werbung sowie als Organisator von kulturellen Veranstaltungen und Autor von Fach- und Kunstliteratur. Chmielewski befasst sich mit experimenteller Kunst,  künstlerisch-gesellschaftlichen Tätigkeiten, intermedialer und multimedialer Kunst. Er schreibt kritische Texte über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben dieser journalistischen Tätigkeit schrieb er auch für den Lokalteil einer der wichtigsten polnischen Zeitungen „Gazeta Wyborcza“. Er initiierte die Fachrichtung „Kunstpädagogik“ am Institut der Bildenden Künste an der Universität Nikolaus Kopernikus in Thorn. Zudem ist er Mitautor eines Projekts namens „Kleine Heimatstädte“, bei dem lokale Initiativen im Bereich Kultur und Erziehung gefördert und dargestellt werden, und von Handlungen im Bezug auf die Realisierung des Projektes im Rahmen der Kulturförderung. Er wirkt darüber hinaus als Kurator und Experte im Bereich Kunsterziehung und kultureller Belebung in lokalen Kreisen.

Meine Schublade

Meine Schublade

Mehrtagesseminar mit Witek Chmielewski - „Schublade 

 „Der Erzieher blickt mit missgünstigem Blick auf den Inhalt der Taschen und Schubladen der Kinder. Was man dort nicht alles findet: Bilder, Postkarten, Schnnürchen, Nägel, Steine, Lappen, Glasperlen, Schachteln, Fläschchen, bunten Glasschmuck, Briefmarken, Vogelfedern, Tannenzapfen, Kastanien, Schleifchen, getrocknete Blätter und Blumen, Papierfiguren, Zugfahrkarten, Bruchstücke von etwas, das war, Keimzellen von etwas, das noch etwas werden soll. Jede Kleinigkeit hat ihre häufig komplizierte Geschichte und eine andere Herkunft und eine unterschiedliche Wertigkeit, manchmal eine gefühlsmäßig ganz wertvolle. In ihr stecken Erinnerungen an die Vergangenheit und Sehnsüchte nach der Zukunft. Eine kleine Muschel ist der Wunsch nach einer Reise ans Meer, eine Schraube und einige Drähte Flugzeug, stolze Träumereien von der Luftfahrt; das Auge einer schon lange zerbrochenen Puppe die einzige Erinnerung an die Liebe, die es nicht mehr gibt und geben wird. Man findet auch ein Foto von der Mutter und in ein rosafarbenes Seidenpapier eingewickelt, zwei Groschen vom bereits verstorbenen Großvater. (...) Ich befürchte, dass ein herzloser Erzieher, weil er es nicht versteht und somit geringschätzt im Anflug schlechter Laune, die Schätze einsammelt und alsll in den Heizofen wirft. Wie kannst du es wagen, Rüpel, über fremdes Eigentum zu verfügen? Wie kannst du danach wagen, zu fordern, dass Kinder irgendwas wertschätzen und irgendwen lieben sollen? Du zerstörst keine Schnipsel, sondern die Liebe zur Tradition und die Träumerei von einem schönen Leben.“ 

 

Zitat aus dem Buch „Jak kochac dzieci – internat i kolonie“ (Wie man Kinder lieben soll – Internat und Ferienlager) von Janusz Korczak aus dem Jahre 1920.

 

Dieser sehr tiefgründige und nachdrückliche Text hat mich dazu inspiriert, eine neue Übung in den Plan meiner Lehrveranstaltungen mit den Studenten der Fakultät für Bildende Kunst an der Universität Nikolaus Kopernikus einzuführen. Die Übung habe ich „Meine Schublade“ genannt und leite sie im ersten (Studien-)Jahr bereits seit über zehn Jahren. Ich habe sie ebenso mit einer Gruppe Studenten von der Universität Seoul in Südkorea durchgeführt.

Ich schlage vor, dass jeder Teilnehmer des Workshops eine eigene, sehr private „Ausstellung“  im Inneren einer eigenen, von zu Hause mitgebrachten Schublade vorbereitet. Dies soll einen selbst darstellen, mit Hilfe der mitgebrachten Gegenstände, die häufig in der Schublade aufbewahrt werden und in durchdachter Weise in ihr Inneres gelegt wurden. Der spezifische emotionale Raum der Schublade gestattet es anderen das eigene „Ich“ zu zeigen, dagegen begünstigt die Präsentation die Konzentration und die vertiefte Rezeption.

Der Kontext, der durch den zitierten Text von Janusz Korczak und seiner ganzen Haltung hergestellt wird, gibt den Workshops zusätzlich eine emotionale und erzieherische Qualität.

Die Teilnahme an den Workshops erfordert keine plastische/künstlerische Vorbereitung oder bestimmte Fähigkeiten in dem Bereich – die Workshops richten sich an feinfühlige Menschen, die sich in ihrer Arbeit mit anderen Personen beschäftigen, besonders an Lehrer und Erzieher.

 

Workshopgliederung 

 

Erster Tag, 2 Stunden (2x45 min)

1.  Vorlesen des Textes von Korczak über die Schublade und dessen kurze Besprechung 

2.  Besprechung der Aufgabe „Meine Schublade“ zusammen mit der Präsentation von Bildern von früheren Durchführungen der Studenten 

3.  Diskussion und Fragen 

 

Technische Voraussetzungen: Raum mit Fenstern, die man verdunkeln kann, Bildschirm und (multimedialer) Projektor, Computer

 

Zweiter Tag (2 Stunden bei Teilnahme von 20 Personen)

1.  Präsentation der vorbereiteten Schubladen verbunden mit Kommentaren und Fragen, Gespräch

2.  Resümee der Workshops

 

Technische Gegebenheiten: derselbe Raum mit Möglichkeit zur Verdunklung, Tisch mit einem dunklen Stoff bedeckt, Bürolampe oder ein kleiner Scheinwerfer für eine intime Beleuchtung des Tisches, auf dem die Schubladen präsentiert werden

Der Blick ins Freie

Der Blick ins Freie

Wanderausstellung mit mehreren einleitenden Rollups (1m x 2m) zu Leben und Werk von Janusz Korczak, die biographische und pädagogische Eckdaten sowie zentrale Kinderrechte präsentieren.
Daneben werden ca. 16 Folien (A 1) die bildnerische Auseinandersetzung mit Korczak von Itzchak Belfer und Jakob Steiger zeigen.

Es handelt sich um ein zeit-, generationen- und völkerverbindendes Projekt und soll anlässlich des 50. Jahrestages deutsch-israelischer Beziehungen auf die Reise gehen. Angedacht sind auch Übersetzungen der Texte ins Englische, Polnische und Hebräische. Bei Bedarf können die Originale der Bilder aus Tel-Aviv bzw. München angefordert werden.

Das Experimentelle Theater Günzburg gestaltet jeweils das Vernissage- Programm (mit Vortrag, Poesie und Musik).