Stadt Straubing

Integration / federführendes Amt PfD

 

Roman Schaffner

Postfach 0352

94303 Straubing

 

Tel: 09421 – 944-70130

 e-mail: roman.schaffner@straubing.de

 

 

DEB 

Deutsches Erwachsenen-

Bildungswerk

gemeinnützige GmbH

Koordinierungs- und Fachstelle PfD


Zvonimir Pervan

Am Platzl 13a

94315 Straubing

 

Tel.: 09421 - 18985-10

Fax: 09421 - 18985-50

e-mail: z.pervan@deb-gruppe.org

 

 

DEB

Deutsches Erwachsenen-

Bildungswerk

gemeinnützige GmbH

Koordinierungs- und Fachstelle PfD


Dr. Ferdinand Stoll

Am Platzl 13a

94315 Straubing

 

Tel.: 09421 - 18985-11

Fax: 09421 - 18985-50

e-mail: f.stoll@deb-gruppe.org

PARTNERSCHAFTEN FÜR DEMOKRATIE

hier finden Sie Infos zu den Einzelprojekten.  

 

Projekte &

Aktivitäten

2017

Erinnerungsarbeit

Steine der Erinnerung

Das Ensemble Avanim (Daliah Hindler-Gesang, Karin Waniek-Gesang, Christoph Kögler-Akkordeon, Gitarre, Gesang, Agnes Riha-Geige) besteht seit 2009 in unterschiedlicher Besetzung. Es entstand auf Anregung des Vereins „Steine der Erinnerung“ und bietet die musikalische Umrahmung bei dessen regelmäßigen Veranstaltungen. Das Repertoire besteht aus jiddischen und hebräischen Liedern. Ziel des Ensembles ist es zu einer lebendigen jüdischen Musikkultur in Wien beizutragen. Die erste CD des  Ensembles erschien im Herbst 2015 mit Unterstützung der Musiker Alfred Stütz (Kontrabass) und Andreas Lindenbauer (Klarinette). Neben der Musik gibt es auch viel Wissenswertes zu „Verein Steine der Erinnerung“. Der private Verein hat sich zum Ziel gesetzt, der jüdischen Opfer des Holocausts zu gedenken und die Erinnerung an das jüdische Leben und die jüdische Kultur vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten wach zu halten. Dieses Gedenken wollen wir an den Orten, an denen jüdische WienerInnen gelebt haben, durch das Setzen von „Steinen der Erinnerung“ verankern.

 


Freistunde Talk

Freistunde Talk ist ein neues Format, das die Freistunde-Redaktion gemeinsam mit den Straubinger Partnerschaften für Demokratie entwickelt hat. Mehrmals im Jahr sollen jugend- und programmrelevante Talkrunden an wechselnden Orten stattfinden. Die Veranstaltung zur Bundestagswahl war die Premiere.

 

 

Antisemitismusbekämpfung...

Franziska Schrödinger

Foto: Schrödinger

Schalom Straubing

Politische und Interreligiöse Bildungs- und Demokratiearbeit, mit Hilfe fotokünstlerischer Methoden und Präsentationsformen, die dem Abbau gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie der Antisemitismusbekämpfung dienen.


Die Ausstellung soll vor allem auch jungen Menschen eine Möglichkeit bieten, jüdisches Leben als Teil unserer vielfältigen Gesellschaft zu erfahren. Es soll verdeutlicht werden, dass das Judentum im Hier und Jetzt lebendig ist. Ein rückwärtsgewandter Ansatz, der sich häufig in abstrakter Form mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandersetzt, soll um ein Element mit konkretem „Jetztbezug“ ergänzt werden. Das Judentum Europas beinhaltet mehr als die unfassbare Zahl von 6.000.000 Millionen ermordeter Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Hier kann die Geschichte nicht enden. Besonders in den letzten 30 Jahren haben auch in der Straubinger Gemeinde viele interessante Entwicklungen stattgefunden. Durch die Zuwanderung aus dem ehemaligen sog. Ostblock konnte eine Revitalisierung des jüdischen Lebens in Straubing stattfinden. Hierin stecken interessante Lebenswege, die ein Stück weit dokumentiert werden sollen.

 

Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, die gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und insbesondere auch dem Antisemitismus wieder Raum geben, ist die öffentliche Auseinandersetzung im Sinne dialogfördernder Demokratie- und Erinnerungsarbeit notwendig. Seit einigen Jahren nehmen bestimmte gezielt die gesellschaftliche Mitte ins Visier um Ressentiments, häufig unter dem Deckmantel antizionistischer Meinungsäußerung, zu befeuern. Antisemitische Verschwörungstheorien erfahren virale Verbreitung und Resonanz, sowie vermehrte Akzeptanz. Dies stellt eine besorgniserregende Entwicklung dar und kann nicht unwidersprochen bleiben.

 

Wie bereits erwähnt, sollte sich der Blick, in der Auseinandersetzung mit dem Judentum nicht nur auf das Sterben, sondern stärker auf das Leben fokussieren. Diesem Ansatz will man mit dem Projekt „Schalom Straubing“ Rechnung tragen.

Die Entscheidung, mit der Fotografin Franziska Schrödinger zusammenzuarbeiten, verdeutlicht, dass ein anderer Fokus gesetzt wird. Ein subjektiver, emotionaler Eindruck des Gemeindelebens sollte entstehen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit und Erklärung von Feiertagen, trockene Information, sondern das Leben wie es dort stattfindet in der Wittelsbacherstraße. Mit allen Besonderheiten und allen Banalitäten. Von der Kindertheatergruppe, Konzerten und einer Sonntagsbusfahrt soll hier erzählt werden. Ein paar Menschen die einen sozialen Raum und eine Gemeinschaft schaffen, zusammen essen und feiern, den Gottesdienst und den einen oder anderen Geburtstag in Hebräisch, Russisch, und Niederbairisch.

 

Methodik

- Fotoarbeiten zum Zwecke öffentlichkeitswirksamer Ausstellungen  und Präsentationen

- Begleittexte, Interviews etc. zu den Fotografien, um Zusammenhänge zu erläutern

 

Die 1991 in Straubing geborene und heute in München lebende Fotografin Franziska Schrödinger studierte Fotodesign an der Hochschule München und arbeitete u.a. in der Bildredaktion des SZ-Magazins. Viele ihrer Fotografien waren bereits in Gemeinschafts- und Soloausstellungen zu sehen. Sie erhielt 2014 den Straubinger Kulturförderpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung.

 

Mehr Infos:

http://www.franziska-schroedinger.de/

http://www.franziska-schroedinger.de/NEWS

 

Menschenfreunde

"Die Münchner Fotografin Franziska Schrödinger hat über 40 namhafte Persönlichkeiten der Humorbranche im Studio getroffen und hier fotografiert und interviewt. Die ruhigen Schwarz-Weiß-Portraits im Bühnenlicht zeigen die bekannten Gesichter fern von den Emotionen der Bühne. Persönliche Statements von Haltung bis Hoffnung begleiten die Bilder. Eine Annäherung an eine besondere Berufung – wütend, versöhnlich, liebend und zweifelnd."


Mit dabei sind: Urban Priol, Gerhard Polt, Frank-Markus Barwasser, Alfred Dorfer, Lisa Fitz, Matthias Egersdörfer, Josef Hader, Jess Jochimsen, Sven Kemmler, Luise Kinseher, Barbara Kuster, Jochen Malmsheimer, Tobias Mann, Wolfgang Mann, Sissi Perlinger, Sebastian Pufpaff, Andreas Rebers, Hannes Ringlstetter, Richard Rogler, Michael Sailer, Helmut Schleich, Wilfried Schmickler, Martina Schwarzmann, Christoph Sieber, Philipp Simon, Simone Solga, Christian Springer, Dirk Stermann, Nessi Tausendschön, Matthias Tretter, Ulan & Bator, Max Uthoff, Stefan Waghubinger, Phillip Weber, Well Brüder, Sigi Zimmerschied, Horst Evers ... (Text: Homepage Schrödinger)

http://www.franziska-schroedinger.de/MENSCHENFREUNDE

 

 


Politische Bildungsarbeit

Und wen wählst DU?

Mit unserer Podiumsdiskussion am 19. September möchten wir unseren jungen Lesern die Chance geben, mit jungen politischen Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen, sie zu ihrer Motivation, ihrer Arbeit und ihren Entscheidungen zu befragen und mit ihnen zu diskutieren.

Daher haben wir uns dazu entschieden, Politiker von Parteien einzuladen, die im Moment aus bayerischer Sicht Entscheidungsträger sind. Das bedeutet: Die Partei ist im Straubinger Stadtrat, im Bayerischen Landtag oder im Bundestag vertreten. Das sind derzeit folgende Parteien: CDU/CSU, SPD, Die Linke, Die Grünen, Freie Wähler und ÖDP. Die AfD und FDP sind derzeit keine Entscheidungsträger in den drei genannten politischen Vertretungen. Die Freien Wähler fehlen, da sie keinen Vertreter geschickt haben.

 


Politische Bildungsarbeit

Wahlflyer zur Bundestagswahl

Erststimme, Zweitstimme, Listenplätze, Direktmandate... Wer zum ersten Mal bei einer Bundestagswahl wählen darf, ist nicht verwirrt. Nicht nur Erstwählern geht es so, dass sie beim Aufklappen des Stimmzettels den Überblick verlieren, ganz abgesehen davon, dass ihnen manche Namen vielleicht unbekannt sind. Da hilft nur eine gezielte Vorbereitung, um am Tag der Wahl die Stimme nicht zu verschenken. Einen kleinen Beitrag will die Freistunde-Redaktion leisten. In Kooperation mit den Straubinger Partnerschaften für Demokratie hat die Redaktion eine Broschüre erstellt, in der es neben Informationen einen Steckbrief zu allen Direktkandidaten im Wahlkreis gibt. 

 

Bewegung am rechten Rand

Neue Rechte

Tagesseminar

Seit einiger Zeit hört man in Medien und Öffentlichkeit häufiger von der ‚Neuen Rechten‘. Was genau damit gemeint ist, bleibt häufig unklar. Dabei lädt bereits der Begriff zu Verwirrungen ein, legt er doch nahe, dass es sich um neue Akteure bzw. eine neue Erscheinungsform der Rechten handeln würde. Die ‚Neue Rechte‘ ist jedoch kein Phänomen der letzten Jahre, bereits seit Ende der 1960er-Jahre existiert unter diesem Label eine ideologisch und organisatorisch nicht einheitliche Strömung der extremen Rechten.

Die längste Zeit blieben die Aktivitäten der "Neue Rechten" für die Öffentlichkeit jedoch weitgehend unsichtbar, dies hat sich in den letzten Jahren geändert. Wer sind die Akteure, die angesichts steigender Flüchtlingszahlen beziehungsweise damit verbundener nationalistischer und rassistischer Diskurse auch in der sogenannten „Mitte der Gesellschaft“ ihre Stunde gekommen sehen? Mit welchen Themen und Aktionsformen treten sie in die Öffentlichkeit und welche Faktoren beeinflussen ihr Handeln? In der Veranstaltung soll diesen Fragen nachgegangen werden, ebenso besteht die Möglichkeit zur Diskussion.


Demokratiekonferenz

Demokratiekonferenz SR

Foto: rosch

Fortsetzung auf bilateraler Ebene mit Warschauer Projektpartnern

Im Rahmen unserer Demokratiekonferenz am Johannes Turmair Gymnasium war im März 2017 Prof. Dr. Karol Czejarek zu Gast. Mit seiner Hilfe konnte Kontakt zu einer Schule in Warschau geknüpft werden, um das Dialogforum auf bilateraler Ebene fortzusetzen.Bei der Schule in Warschau handelt es sich um eine der ältesten und renommiertesten Schulen, nämlich um das altehrwürdige "IV Liceum Ogolnoksztalcace im. Adama Mickiewicza".  Ziel ist es, im Jahr 2018 eine gemeinsame Demokratiekonferenz in Warschau durchzuführen und darüber hinaus Wege einer nachhaltigen Zusammenarbeit zu  finden.  Im Herbst 2017 soll es bereits zu konkreten Planungsgesprächen kommen.

 

Wir bedanken uns bereits jetzt sehr herzlich bei den federführenden Unterstützern dieses Projekts, Herrn Prof. Dr. Karol Czejarek, Frau Magdalena Czejarek, Herrn Dr. Jamiolkowski, Frau Dir. Marzenna Zaworska, Frau OStD Andrea Kammerer, Herrn StD Markus Sabinsky und Herrn StR Wolfgang Sättler.

 

 


Erlebte und erinnerte Geschichte

Deutsch-Polnische Biografiegespräche

"Polen und Deutsche sind zum Miteinander verdammt"

Excerpt eines Interviews mit Prof. Karol Czejarek (07/2017)

 

PR: Warum ist es so wichtig, dass das Buch so viele Leser kennen lernen sollten?

KC: Weil die einzelnen Texte – der Polen und der Deutschen – aufzeigen, wie sich die deutsch-polnischen Beziehungen normalisiert haben. Heute kann man sie mit Erfolg als normal bezeichnen. Sie zeigen die Wandlungen, die in der Mentalität der Menschen auf beiden Seiten eingetreten sind. Die Polen brauchten viel Zeit, um sich von dem zu befreien, was die Deutschen in der Geschichte, besonders während des Zweiten Weltkriegs, uns an Bösem angetan haben. Aber sie zeigen auch den Weg der „Veränderungen“, die nach dem Krieg  bei den Deutschen erfolgten, wie sich in ihrem Denken das Bild der Polen verändert hat. Sie unterstreichen in ihren Texten – und ich denke, das ist ihrerseits ein ehrliches Bekennen – dass sie schließlich verstanden haben, wie sehr sie sich versündigten, als sie sich von den Nazis umgarnen ließen. Man muss das alles hochschätzen, was wir heute in den Beziehungen zwischen unseren Staaten haben, weil wir diese endlich als normal bezeichnen können. Hoffentlich für immer.


PR: Sie haben das sehr originell formuliert. Dass also, trotz der außergewöhnlich schwierigen Vergangenheit,  korrekte Beziehungen erarbeitet werden können.

KC: Genau. Polen und Deutsche sind zum Miteinander verdammt, wir können unsere geographische Lage nicht ändern, wie auch die unserer Nachbarschaft im Osten, darin besonders mit Russland, aber das ist schon ein anderes Thema. Wir müssen mithin Einvernehmen und Zusammenarbeit suchen, von denen beide Seiten Vorteile haben – so, wie das gegenwärtig zwischen unseren Völkern im Rahmen der Europäischen Union stattfindet. Weshalb? Damit das, was war – sich niemals mehr wiederholt!


PR: Wie sollen also künftige Generationen erzogen werden, damit diese Zusammenarbeit  sich in der Zukunft sukzessiv entwickelt?

KC: Das, was geschah, kann man nicht vergessen. Aber man muss auch die nachfolgenden Generationen im Geiste einer konstruktiven Zusammenarbeit erziehen. Mit der Veröffentlichung des Buchs wollte ich aufzeigen, dass eine Koexistenz möglich und notwendig ist. Das die Leiden einfacher Menschen – ohne Rücksicht darauf wo sie leben – ähnlich sind und dass nicht alle Deutschen  Verbrecher waren. Es gab auch in der Geschichte – u.a. durch familiäre Verbindungen – Zeiten gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung, und zweitens wollte ich an Hand von Beispielen zeigen, wie sehr sich das Denken der Deutschen über die Polen in den letzten Jahren geändert hat. Wie die heutige Zusammenarbeit und die Entwicklung gutnachbarlicher Kontakte möglich wurde. Man muss diese „Errungenschaft“ pflegen und entwickeln. Und darauf beruht der Wert dieser Biographien...


...PR: Könnten Sie einige konkrete Einzelheiten, die das Buch betreffen – Namen, Titel der Erinnerungen – angeben?     

KC: Ihre Biographien schreiben Menschen der verschiedensten Berufe, auch eine „Mischung“ der Generationen; neben Wissenschaftlern berichten über ihre „deutsch-polnischen“ Erlebnisse ein Lehrer, ein Journalist, ein auf die Arbeit mit geistig Behinderten spezialisierter Pädagoge, ein Jurist, eine ehem. Zwangsarbeiterin, ein Schriftsteller, eine Ärztin, eine Hausfrau, ein Historiker, ein Doktor der technischen Wissenschaften, eine frisch gebackene Magisterkandidatin der Germanistik; es schreiben Personen, die vor Jahren aus Polen emigriert sind, junge Menschen, die die deutsch-polnische Vergangenheit nur aus Erzählungen der Eltern oder aus Büchern kennen, weil sie bereits nach dem Krieg geboren wurden. Auf deutscher Seite, unter den Lebensläufen, befinden sich Berichte von Personen, die mit dem, was in der Nazi-Zeit passierte, nicht einverstanden waren, oder solche, die heute dafür ihre Eltern kritisieren. Es gibt auch Beschreibungen, die die Aussiedlung der Deutschen aus Gebieten aufzeigen, die nach dem Krieg Polen zugeschlagen wurden. Und was sie empfanden, wenn sie „nach Jahren“ ihre vormals „heimatliche Gegend“ besuchten. Das Buch enthält auch einen Text über die Morde an Polen in der Gegend von Zamosc. Und soweit es um Namen geht, werde ich nur einige als Beispiel nennen. So befinden sich zwischen den Autoren der „Biographien“ z.B. der Sohn Willy Brandts – Peter Brandt, unser ehem. Justizminister – der Juraprofessor Jerzy Jaskiernia, sein Äquivalent im Land Niedersachsen – Kriminologieprofessor Christian Pfeiffer. Einen vortrefflichen Text schrieb u.a. Prof. Dr. hab. Adam Koseski –  Rektor der Humanistischen Akademie „A. Gieysztor“ („Die Deutschen, Erinnerung oder Geschichtspolitik?“), auch Prof. Dr. hab. Piotr Roguski („Was verblieb von jenen Jahren...?“) - Vorsitzender des Vorstands des Interfakultären Zentrums für Deutschlandstudien der Humanistischen Akademie in Pultusk, dessen Sekretär ich noch bin, obwohl ich im Zusammenhang mit dem Eintritt in den Ruhestand diese Funktion einem Jüngeren übergeben möchte...

 

Mit Prof. Karol Czejarek sprach      Pawel Rogalinski. Aus dem Polnischen übertragen von  Erhard Brödner

 

Interview im Original - Przeglad Dziennikarski


 Interview - ungekürzte deutsche Fassung als PDF

 

 


Reichbürger - Fachvortrag

Text: Amadeu-Antonio-Stiftung

Seit einigen Jahren treten selbsternannte "Reichsbürgerinnen und -bürger" in der Kommunalpolitik, aber auch mit Drohbriefen und gewaltsamen Übergriffen verstärkt in die Öffentlichkeit. Sie propagieren die Fortexistenz eines Deutschen Reichs und stützen ihre Gedankenwelt auf antisemitische und geschichtsrevisionistische Elemente. Eine neue Publikation der Amadeu Antonio Stiftung klärt über die Hintergründe auf und zeigt Gegenstrategien.

 

Im April 2012 schrieb eine auf den ersten Blick skurrile Meldung Schlagzeilen: Der Berliner Daniel S. weigerte sich, Steuern zu zahlen – als »Reichsbürger« unterstehe er nicht den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland. Als die Steuerfahndung die Berliner Polizei um Amtshilfe bat, machte diese eine erschreckende Entdeckung: Daniel S. lehnte nicht nur die Forderungen des Fiskus ab, er hortete auf seinem Gelände auch große Mengen Chemikalien, die zum Bau von Sprengsätzen notwendig sind. Im Prozess, der im April 2014 eröffnet wurde, gab der selbst ernannte »Reichsbürger« nun an, Opfer einer Sekte geworden zu sein.

 

So abstrus diese Episode klingen mag, macht sie doch deutlich, dass diese vermeintlichen »Reichsbürger/innen« keinesfalls unterschätzt werden dürfen. Zwar beschäftigen sich Einzelne seit Jahren mit dieser Ideologie - doch noch immer sind die meisten Verwaltungsbehörden und zivilgesellschaftlich Handelnden mit der pseudojuristischen Argumentationsweise der Reichsideologen überfordert.?? Die Reichsideologie besteht seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, in ihrer aktuellen Form seit den 1980er Jahren. Die Reichsbürger behaupten, dass die Bundesrepublik nicht existiere, eine Besatzungsmacht der Alliierten darstelle, eine Firma oder illegal sei. Stattdessen fabulieren sie die Fortexistenz eines historischen Deutschen Reichs und seiner Grenzen.

 

Wer sie sind: Reichsbürger, Staatenlose, Selbstverwalter

Wie viele Reichsideologinnen und –Ideologen es genau gibt, ist nur schwer zu sagen. Die Bundesregierung ging im Jahr 2012 von einer „unteren dreistelligen Zahl“ von Personen aus, die dem rechtsextremen Spektrum klar zuzuordnen sind. Viele von ihnen treten als Einzelpersonen auf, manche organisieren sich in losen Gruppen, selbsternannten „Regierungen“, feudalen Strukturen oder Parteien.?? Ob „Reichsbürger“, „Angehörige des Deutschen Reiches“ oder „Staatenlose“: die Reichsideologie stützt sich auf rechtsextremes Gedankengut.

 

Was sie denken: Antisemitismus, Revisionismus, Chauvinismus

Die Existenz der Bundesrepublik Deutschland wird von den Reichsideologen durch Verschwörungen erklärt und dabei nutzen sie oft antisemitische Stereotype. Der Glaube an eine „jüdische Weltverschwörung“ bietet Schnittstellen zu Verschwörungstheorien, Völkischer Kapitalismuskritik und rechter Esoterik. Auch der Gebietsrevisionismus wird bedient, denn die Wiederherstellung des Deutschen Reichs schließt die Aneignung fremder Staatsgebiete mit ein.??Die Argumentation der Reichsideologie knüpft nicht nur an rechtsextreme Denkweisen an. Auch Staats- und Völkerrecht werden passagenweise zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen. Mit diesen scheinbar „fundierten“ Argumentationen beschäftigen die Reichsbürger Verwaltungen und Kommunen.

 

Was sie tun: Schulungen, Drohungen, Selbstjustiz

Das geht so weit, dass sie sich weigern, Steuern oder Ordnungsgelder zu zahlen. Stattdessen maßen sie sich an, selbst „Regierungsgeschäfte“ zu führen. Sie finanzieren ihre Aktionen, indem sie „Reichs“-Dokumente ausstellen oder Dienstleistungen anbieten. Die Ideologie geht so weit, dass sie sich Mitteln der Selbstjustiz legitimiert fühlen und sogar Todesurteile wegen „Hochverrats“ aussprechen. Auch Privatpersonen und Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens werden im Namen der Reichsideologie bedroht.

 

 

 

Von Zeit zu Zeit

Von Zeit zu Zeit

Layout: rosch

OHNE ERINNERUNGSARBEIT - KEINE ERINNERUNGSKULTUR!

 

Blumkas Tagebuch - Eine Hommage an Janusz Korczak

Ein Film zur Erinnerungsarbeit von Armin Hinterberger, entstanden im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie. (Zugleich aber auch eine städtepartnerschaftliche Kooperation zwischen Straubing und Wels.)

 

Fotos zu den Dreharbeiten

Film - deutsche Fassung

Film - polnische Fassung

 

Interviewauszug

„…Man wird sich dessen immer bewusster, wie aktuell das Buch ist, wir es heute mehr brauchen als vor sechs Jahren. Nicht das Buch selbst. Ich bin nicht so eingebildet zu behaupten, dass man daraus alles erfährt, was es über Korczak zu wissen gibt. Blumkas Tagebuch ist sehr komprimiert. Es enthält jedoch die Essenz von Korczaks Botschaften. Vor allem heute sind diese Botschaften enorm wichtig.

Seit einem oder zwei Jahren erleben wir, wie sich plötzlich Gewalt und Fremdenhass ausbreiten. Politisch geschieht, was geschieht und man kann darüber nur entsetzt sein. Die Gewalt zwischen den Menschen, die schlechte Schulsituation... - Wir müssen uns bewusst machen dass kein Mensch Macht über einen anderen Menschen haben darf. Niemand hat das Recht, seine Interessen über die der anderen zu stellen. Wir müssen uns Achtung entgegenbringen.

Es ist sehr schmerzhaft, dass sich gegenüber der Botschaft Doktor Korczaks seit über einem Jahrhundert niemand verpflichtet fühlt. Wir entwickeln uns als Menschen und Zivilisation vermeintlich weiter Wir werden scheinbar immer klüger, haben immer bessere Kommunikationsmittel... Aber wir Menschen erreichen einander nicht mehr. Es kommen traurige Zeiten auf uns zu. Wir müssen uns klarmachen, wie leicht Kriege vom Zaun gebrochen werden, sei es zwischen zwei Personen, einer Gruppe von Menschen oder zwischen Nationen…“
Iwona Chmielewska

 

 


Politische Bildungsarbeit

Wahlen 2017 - Vom Wahlplakat zur Stimmabgabe

 

Jugendbildungswochenende der Caritas zur offenen Jugendarbeit Straubing Ost, im Jugendtagungshaus Krailing mit 15 – 20 Teilnehmer_innen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren.

 

Das Ziel ist es, die Jugendlichen spielerisch, niederschwellig an die wichtigste demokratische Bürgerpflicht, nämlich die bewusste Teilnahme an Wahlen, heran zu führen.


Inhalte:

- Informationen über die demokratischen Parteien und deren Programme,

- arbeiten mit einem „Wahlomat“ zur eigenen Orientierung

- anleiten zum konkreten Wahlvorgang

 

 


In welcher Demokratie wollen wir leben?

Interdisziplinäres Betzavta-Tagesseminar

Mit den Bildungsreferentinnen und Betzavta-Trainerinnen Juliane Braun und Julia Eder

BETZAVTA ist ...
Unter dem deutschen Titel „Miteinander“ ist das Programm zur Demokratie-, Toleranz- und Menschenrechtserziehung in Deutschland weit verbreitet. „Betzavta“ wird seit 1996 auf vielfältige Weise in der Begleitung von Teams, im Konfliktmanagement, sowie der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit erfolgreich eingesetzt. Vor dem Hintergrund einer sich ausdifferenzierenden und vielfältigeren Gesellschaft hat sich Betzavta als das Handwerkszeug bewährt, diversitätsbewusste Anerkennungskultur zu schaffen.

Bei „Betzavta“ geht es um das Erfahren, Erlernen und Begreifen eines demokratischen Miteinanders im Kontext des persönlichen Umgangs, als Bestandteil einer Organisation und der Gesellschaft.
Gerade in den Arbeits- und Bildungskontexten gilt es heute in der Lage zu sein, auf Augenhöhe zu kommunizieren und zugleich Verantwortungsbereiche und Entscheidungsprozesse transparent zu gestalten.

„Betzavta“ arbeitet mit erfahrungsorientierten Übungen. In eindrucksvoller Weise wird hier die Individualität und die unmittelbare Lebenswelt der Teilnehmenden angesprochen. Die Reflexion bietet vielfältige Ansätze für den Transfer in die gesellschaftliche (und berufliche) Realität. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung eines qualitativen Verständnisses demokratischer Prozesse und einer dadurch geprägten wertschätzenden Haltung.

Die Methode unterscheidet sich hier deutlich von herkömmlicher politischer Bildungsarbeit und klassischen Team-Building-Prozessen. Der Ansatz beinhaltet eine intensive Reflexion der behandelten Themen und des Gruppenprozesses, wodurch ein sehr persönlicher und emotionaler Zugang zu den Inhalten geschaffen wird.

„Betzavta“ ist daher auch ein Handwerkszeug für die Konfliktbearbeitung. Das Besondere dabei ist, aus einem Konflikt ins Dilemma zu gehen und auf diesem Weg auch und gerade in herausfordernden Situationen kreatives Potenzial für eine Regelung oder Entscheidung freizusetzen.

 

 

Jüdisches Leben in Straubing

Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen den Straubinger Partnerschaften für Demokratie der Israelitischen Kultus-gemeinde und der Fotografin Franziska Schrödinger, als Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

Die Jüdische Gemeinde in Straubing zählt zu den größten Bayerns. Die 1907 im neoromanischen Stil erbaute Synagoge ist die einzig verbliebene in Niederbayern.
Bereits seit vielen Jahren ist die Israelitische Kultusgemeinde zunächst mit dem „Lokalen Aktionsplan“ und seit 2015 mit den Straubinger „Partnerschaften für Demokratie“ eng verbunden. In vertrauensvoller Zusammenarbeit ist es uns gelungen eine Reihe von gemeinsamen Projekten umzusetzen:
•    Broschüre zur Synagoge
•    Broschüre zu den Straubinger Stolpersteinen
•    Projektzyklus zu Janusz Korczak
•    Autorenlesungen, Konzertabende und Buchvorstellungen...

 

Überwiegend fand in den vorangegangenen Projekten eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, im engen Kontext zum Nationalsozialismus statt. Im Sinne einer intensiven Erinnerungsarbeit waren die Aktivitäten vom verantwortungs-vollen Umgang mit der eigenen Geschichte geprägt. Nun möchten wir den Fokus auf das Hier und Heute sowie in die Zukunft richten. Die jüdische Gemeinde in Straubing ist lebendig und gehört zum Straubinger Selbstverständnis.

Erinnerungsarbeit

Stolpersteine

Stolpersteine Straubing - Foto:rosch

Arbeit mit neuen Medien in der Erinnerungsarbeit

Interaktive Tour anhand der Straubinger Stolpersteine die von Kinder- (ab 8 Jahren), Jugend- und Erwachsenengruppen selbständig genutzt werden kann und eine nachhaltige Erinnerung und Beschäftigung mit den Opfern der NS-Zeit bewirkt.

Der Weg wird wird in eine fiktive Geschichte eingebunden, die einen emotionalen Bezug zu den damaligen Ereignissen herstellen soll. Einzelheiten können auch frei erfunden sein, sollen sich jedoch an den geschichtlichen Begebenheiten dieser Zeit orientieren. Passend zur Tour gibt es eine Infobroschüre, die die Teilnehmer im Nachgang über Details aufklärt und auch Fiktives von Realem trennt und differenziert darstellt.

Die Tour wird an den Stolpersteinen und der Gedenkstele am Hagen vorbeiführen. Es soll ein Rundweg sein, so dass die Teilnehmer möglichst in der Nähe des Startes auch wieder Enden (kein weiter Rückweg zum Auto). Es soll die Möglichkeit eines Feedbacks bestehen. Hierzu soll ein Behälter mit Gästebuch installiert werden.


Actionbound:

Actionbound ist eine Handyapp, die ähnlich wie eine Schnitzeljagd die Benutzer gezielt von Station zu Station leitet und ihnen dort verschiedene Aufgaben stellt. Diese Aufgaben können unterschiedlichster Natur sein: Suchaufgaben vor Ort nach aufwendig gebauten Verstecken oder Informationen (z.B. auf Stolpersteinen), Schätzfragen, Rätsel und besondere Aufgaben oder das Abscannen von vor Ort angebrachte QR-Codes. Nebenbei können Lerninhalte spielerisch vermittelt werden. Hierzu können nicht nur Bilder und Text angezeigt werden, auch Tonaufnahmen und Videoeinspieler sind möglich. Das GPS System lotst die Teilnehmer dabei von Station zu Station.

 

Das Projekt ist in der Erarbeitungsphase und wird in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde, dem Pädagogen Chris Schäfer sowie der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus umgesetzt.

 

Mehr Infos zu der Funktionsweise zu Actionbound: https://de.actionbound.com

 

 


Schau hin!

Schau hin!

Foto:rosch

Ein Blick in das Leben geflüchteter Schüler

"Auf einer Flucht sind viele Brücken zu passieren. Dieser Weg wird zu einer Reise für Füße, Kopf und Herz. Schauen Sie hin und begleiten Sie die Schüler ein Stück auf ihrem zurückgelegten Weg - eine Brücke kann immer von beiden Seiten betreten werden" 13 Schüler_innen mit Fluchterfahrung haben an der Marianne-Rosenbaum-Schule Straubing eine Ausstellung erarbeitet, die anhand der jungen Menschen eine jeweils ganz persönliche Geschichte erzählt. Keine Rührseligkeiten, keine Stereotypen! Echt, lebensbejahend und menschlich.
Ein grandioses Projekt, unter der Leitung der Kulturwissenschaftlerin Claudia Eisenrieder und OstR Pia Röder. Im Herbst wird die Ausstellung auf Wanderschaft gehen. Bereits heute wurde verkündet, dass eine der ersten Stationen die Regierung von Niederbayern sein wird. Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie bedanken sich sehr herzlich für das Engagement bei allen Beteiligten. ?Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag zum Gelingen dieses nachhaltigen Projekts leisten konnten.

 

Schau hin! - Fotos

Beitrag auf DonauTV

 

 

Bewegung am rechten Rand

Erstpräsentation der Broschüre

"Bewegung am rechten Rand - Ein Überblick zur extremen Rechten abseits des Neonazismus"

Vortrag des Journalisten und Rechtsextremismus-Experten Jan Nowak im Rahmen der Mitgliedervollversammlung des Bündnisseys für Menschenrechte und Vielfalt "WIR SIND BUNT"


Im Zuge der Straubinger Partnerschaften für Demokratie „Wir sind Straubing“ wurde gemeinsam mit Nowak eine  Broschüre erarbeitet, die einen „Überblick zur extremen Rechten abseits des Neonazismus“ gibt. Diese Schrift soll sensibilisieren für Akteure in der rechten Szene, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt damit in Verbindung bringt.

Er geht zum Beispiel auf Gruppierungen wie die „Identitäre Bewegung“ oder die Initiative „Ein Prozent“ ein. Außerdem beschäftigt er sich mit der Publizistik der extremen Rechten, wozu er zum Beispiel das Magazin „Compact“, den „Kopp-Verlag“ oder das Internetportal „PI-News“ zählt. Darüber hinaus geht er auf zwei Themen ein, die laut Nowak die extreme Rechte über alle Strömungen zusammenhält: Antifeminismus und Homophobie.

 

 


Demokratiekonferenz

Demokratiekonferenz

Foto:rosch

Bei unserer Demokratiekonferenz werden in Form von Impulsreferaten drei Themenfelder beleuchtet und anschließend diskutiert. Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 11 bereiten diese vor. Ein weiterer Input zur Pressefreiheit erfolgt durch Frau Ettengruber vom Straubinger Tagblatt. Im weiteren Fortgang wird Herr Professor Dr. Karol Czejarek als Zeitzeuge, engagierte Person im Aussöhnungsprozess zwischen Polen und Deutschland, ehemaliger Politiker, Autor  und  überzeugter Demokrat weitere Aspekte in das Forum einbringen und mit jungen Menschen einen Dialog führen. Alle Teilnehmer der Konferenz sind aufgefordert, sich an einer lebendigen Diskussion zu beteiligen.
Natürlich sind in den kurzen Diskussionsrunden wie sie geplant sind, keine abschließenden Resultate zu erwarten. Es sollen jedoch Impulse gesetzt werden, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die unmittelbar passieren, sowie das Bewusstsein geschärft werden, dass alle gleichermaßen unmittelbar betroffen sind. Dialoge dieser Art gilt erst einmal zu initiieren, im Laufe der Zeit weiter zu entwickeln und zu verfeinern. Man könnte vielleicht sagen, dass die Konferenz am 21.03. eine Art „Demoversion“ zukünftiger Veranstaltungen dieser Art sein kann. Gerne würden wir mit unterschiedlichen Kooperationspartnern solche Veranstaltungen z.B. an Schulen durchführen.

 

Wichtigeste Fragestellung und Leitfaden der Diskussionsrunden:
“Wie soll die Demokratie aussehen, in der wir leben wollen?“

A) Thema 1:
Volksabstimmung, Volksbefragung - Chance oder Gefahr für die demokratische Kultur? (10. Jgst.)
* Worüber würdet Ihr / würden Sie gerne direkt abstimmen?
* Müssen Ergebnisse von Referenden auf jeden Fall verbindlich sein?
* Gibt es den Moment, wo Volksabstimmungen gar gefährlich werden?
 (Wann? Inwiefern? Für wen / was?)

B) Input:
„Wahrheit braucht Zeit“ - Pressefreiheit und Verantwortung der Medien in einer Demokratie
Frau Sonja Ettengruber: Leiterin der „Freistunde“ - Redaktion beim Straubinger Tagblatt„

C) Thema 2:
Fake News, Bots und Populismus - Wie fremdenfeindliche Positionen Diskussionsraum erobern  (8. Jgst.)
* Sind Fake News etwas Neues oder ein altbekanntes Phänomen?
* Warum werden vor allem ausländerfeindliche Meinungen so häufig  auf Internetplattformen
  propagiert?
* Wie wird auf Hetze z.B. gegen Muslime oder Asylbewerber denn reagiert ... durch Parteien?
  durch den Staat? von der Gesellschaft? Und: Wie sollte in Deinen / Ihren Augen eine Reakti-
  on aussehen?

D) Thema 3:
Demokratie in Gefahr - Wie soll Europa reagieren? Das Beispiel des gegenwärtigen Polen (11. Jgst.)
* Wofür ist in Deinen / Ihren Augen das geeinte Europa überhaupt da?
* Wieviel Selbstständigkeit sollten Staaten (höchstens) aufgeben, die der EU beitreten?
* Die EU wird von der jetzigen polnischen Regierung oft als Instrument zur Durchsetzung deut-
  scher Interessen dargestellt. Hat die BRD in der EU zu viel Macht? Oder sollte sie vielmehr
  selbstbewusster einschreiten, wo demokratische Regeln verletzt werden?

E) Reflexion und Dialog mit Prof. Dr. Czejarek

F) Kurze Besichtigung der Dokumentation zur Erinnerungskultur
   (Teaser für die kommende Ausstellung im April)


Gäste- und Teilnehmerliste
⇒    Herr Prof. Dr. Karol Czejarek, ehemals Ressortleiter der Abteilung Kultur in Warschau, polnisches

       Regierungsmitglied im Bereich Kultur, Autor & Übersetzer, Germanist und Warschauer Büroleiter

       des Gut Gödelitz e.V., das sich u.a. mit der Werteentwicklung in der Demokratiearbeit beschäftigt

⇒    Frau Magdalena Czejarek, Pädagogin und redaktionelle Mitarbeiterin der deutsch-polnischen Bio-

       grafiegespräche des Gut Gödelitz e.V.


⇒    Frau Bürgermeisterin und Vorsitzende des Begleitausschusses „Partnerschaften für Demokratie“ Maria

       Stelzl
⇒    Herr Stadtrat und Verwaltungsrat für Migrationsfragen, Nail Demir
⇒    Frau Anja Skrypek, Regiestelle „Demokratie leben!“

⇒    Frau Sonja Ettengruber, Redaktionsleitung der „Freistunde“ im Straubinger Tagblatt
⇒    Frau Stefanie Sobek, Redakteurin bei der „Freistunde“ im Straubinger Tagblatt
⇒    Schülerinnen und Schüler des Johannes Turmair Gymnasiums
⇒    Jugendliche des Projekts JuTu - Eine Kooperation zwischen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

        und gleichaltrigen Turmair- Schülern

⇒    Jugendliche der Bildungsstätte St. Wolfgang
⇒    Frau Tabitha Völkl u. Herr Tobias Neuberger - Vertreter des Jugendforums „DEMINI“ (Demokratische

       Initiative)
⇒    Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik, in Begleitung von Frau Martina Maier

⇒    Herr Zvonimir Pervan, Koordinierungs- und Fachstelle der Straubinger Partnerschaften für Demokratie
⇒    Frau Julia Eder von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus für den Bezirk

       Niederbayern
⇒    Herr Helmut Spiegler, kommunaler Jugendpfleger der Stadt Straubing

 

Link zur Seite der Stadt Straubing

 

Mehr Fotos:

Johannes Turmair Gymnasium

Nardiniheim

Synagoge


Dokumentation: Erinnerungs- & Gedenkstättenarbeit

Erinnerungsarbeit

Foto & Layout: rosch

Ausstellung

Eine Kultur des Erinnerns braucht Gegenwartsarbeit. Besonders dann, wenn das Erinnern immer häufiger und vehementer in Frage gestellt wird, ist gelebte Erinnerungskultur unabdingbare Demokratiearbeit.
Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie wollen gemeinsam mit jungen Menschen dieser Verantwortung Rechnung tragen. Die Dokumentation unserer mehrjährigen Arbeit will in erster Linie Anregungen bieten. Es soll darüber hinaus veranschaulicht werden, mit welchen Zielgruppen und Inhalten gearbeitet wurde. Die Nachhaltigkeit sowie das Entwickeln und Ausprobieren neuer Ansätze waren stets wichtige Prämissen. Eine besonders wichtige Erfahrung war für alle Beteiligten die inklusive Ausrichtung, die den meisten Projekten zugrunde lag. Die intensive Zusammenarbeit mit renommierten Experten, Zeitzeugen, Künstlern, Institutionen und Organisationen im In- und Ausland trägt einen wesentlichen Anteil an der Authentizität der Arbeit. 

 

 

Unterstützer und Kooperationspartner                             
Itzchak Belfer • Iwona Chmielewska • Prof. Witold Chmielewski • Marta Ciesielska • Prof. Dr. Karol Czejarek • Prof. Dr. Waclaw Dlugoborski • Florian Ettl • Andreas Gatterbauer • Armin Hinterberger • Martin Hiptmair • Adam Jaromir • Dr. Dorit Maria Krenn • Christoph Kögler • Michael Kurz • Israel Offmann • Werner Retzl • Iwona Roszkowski • Alexandra Roszkowski • Markus Sabinsky • Wolfgang Sättler • Harald Schermann • Franziska Schrödinger • Jakob Steiger • Siegfried Steiger • Bernd Vogel • Andrea Weber • Agnieszka Witkowska-Krych • Reinhard Zach • Anna Zisler

Avanim • d'bänd • Deutsche Korczak Gesellschaft • Experimentelles Theater Günzburg • Internationale Jugendbildungsstätte Oswiecim • Israelitische Kultus-gemeinde Straubing • Korczakianum Warschau • Krakauer Museen • KZ-Gedenkstätte Dachau • KZ-Gedenkstätte Mauthausen • Mauthausen Komitee • Medienkulturhaus Wels • Museum Auschwitz • Museum der Geschichte der polnischen Juden - POLIN • Steam Audio Company • Studio H • Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit • Universität Warschau


Bildungsstätte St. Wolfgang • Gruppe Don Bosco des Nardiniheims, an der Bildungsstätte St. Wolfgang •  Fachakademie für Sozialpädagogik der Ursulinenschulstiftung • Grundschule St. Joseph • Internationaler Kultur Treff (IKT) • Johannes Turmair Gymnasium • Kindergarten Am Platzl • Kindergarten Donaugasse • Mittelschule St. Stephan • Schauergymnasium (Wels) • Stadt Straubing

 

 

JuTu!

Die Kooperation zwischen Justland Wohnen und dem Johannes-Turmair-Gymnasium ging in diesem Schuljahr in die zweite Runde.
Kürbisschnitzen, Fußballspielen, Plätzchenbacken, Bowlen oder ein Grillabend im Schulgarten: Auch im Schuljahr 2016/17 kam es wieder zu regelmäßigen Treffen zwischen Oberstufenschülern des JTG und gleichaltrigen ge?üchteten Jugendlichen aus Afghanistan und dem Irak. Ganz besondere Erlebnisse waren der Besuch eines Heimspiels des NawaRo-Teams, eines Spiels der Straubing Tigers, sowie eine Fahrt ins Erlebnisbad Palm Beach.
Gemeinsam Zeit verbringen und Spaß haben — das ist zunächst einmal die Motivation, sich bei JuTu zu engagieren. Darüber hinaus aber schätzen die Jugendlichen aus Afghanistan und dem Irak auch den Einblick in den Alltag deutscher Jugendlicher und die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. Und auch die deutschen Jugendlichen machen wertvolle Erfahrungen: Sie erleben mit, wie sich die jungen Afghanen und Iraker durch Praktikums- und Lehrstellen ins deutsche Arbeitsleben integrieren, wie sie sich auf Schulabschlüsse Vorbereiten. aber auch wie sie um ihren Aufenthaltsstatus bangen.

Die meisten „unserer“ Afghanen erhielten einen negativen Bescheid: Sie haben keine Anerkennung als Asylsuchende erhalten. Afghanistan wird oder wurde — das ist im Moment noch im politischen Entscheidungsprozess - Vom Auswärtigen Amt als sicher eingestuft und es fanden bereits Abschiebungen Von Afghanen statt. Dieses Wissen führte zu hektischen Whatsapp-Nachrichten: „Wird er jetzt abgeschoben? Das darf doch nicht sein? Kann man da nichts machen?“

 

Doch man kann: Die meisten Afghanen aus unserer Gruppe haben eine Lehrstelle. Während der Lehre und zwei Jahre danach dürfen sie nicht abgeschoben werden. Das klingt nicht mehr ganz so niederschmetternd. Aber: Ihr Bleiberecht ist auf Zeit und sie haben Angst. Sie erzählen, dass sie nachts nicht in ihren Wohnungen schlafen, wenn von München ein Abschiebefiieger nach Afghanistan startet. Warum die jungen Afghanen unbedingt in Deutschland bleiben wollen und was sie an Deutschland schätzen, war auch Thema der „Demokratie Konferenz“, die am Johannes-Turmair-Gymnasium stattfand. Hier kam es im Vorfeld innerhalb unserer JuTu-Gruppe zu einem besonders intensiven Austausch: Fragen wie „Was bedeutet Freiheit für dich?“, „Was schätzt du an Deutschland?“, „Was Vermisst du?“, „Was Wünscht du dir für deine Heimat?“ führten uns Deutschen einen Blick von außen auf unser Land Vor Augen: Freiheit und Demokratie sind eben keine Selbstverständlichkeit! Gleichzeitig wurde aber auch unser Blick auf Afghanistan geweitet, denn Vielen Von uns war nicht bewusst, wie unterschiedlich die einzelnen afghanischen Bevölkerungsgruppen sind und wie sehr es davon abhängt, ob man in einer großen Stadt oder auf einem Dorf aufwächst. (C. Lichtenegger, StRin, M. Hertenstein, StRin, Dr. H. Irler, OStR)

 

Johannes-Turmair-Gymnasium

 

 

Wahl des Sprecherrats

Im Zuge der Mitgliederversammlung des Bündnisses für Menschenrechte und Vielfalt "WIR SIND BUNT" fand die Neuwahl des Sprecherrates statt. Brigitta Appelt und Hasso von Winning wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Nail Demir wurde ebenso einstimmig, als weiterer, neuer Sprecher des Bündnisses gewählt. (Leider schaffte er es nicht mehr auf's Foto) Nail Demir folgt Andreas Fuchs nach, der für eine weitere Sprecherperiode nicht mehr kandidierte

Erinnerungsarbeit / Politische Bildung

Figurenthaterfestival

Mehrere Schulklassen setzten sich vor, während und nach dem Besuch der Aufführung intensiv mit der Thematik des jeweiligen Stücks auseinander.

F. Zawrel
F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig
Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter nicht fähig, die Familie zu ernähren. So wächst Friedrich Zawrel auf. Kinderjahre in Kaisermühlen, Delogierung, Heim, schließlich Spiegelgrund, jene »Kinderfachabteilung« des Deutschen Reiches, in der Euthanasiemorde an kranken und behinderten Kindern stattgefunden haben. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wird Zawrel – als »erbbiologisch und sozial minderwertig« eingestuft – gequält, doch er kann aus der Anstalt fliehen. Erst im Jahr 2000 kommt es nach vielen Bemühungen Zawrels zum Gerichts- verfahren.
„Was Nikolaus Habjan und sein Regisseur Simon Meusburger in ihrer fast zweistündigen Inszenierung »F. Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig« dem Publikum präsentieren, ist ein selten gelungener, hoch interessanter Balanceakt zwischen Theater und Dokumentation. Auf ebenso packende, wie berührende Weise arbeiten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger in ihrem grandiosen Figurentheaterstück ein Stück österreichischer Geschichte auf. Die Inszenierung erhielt den Nestroypreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion.
Er ist wieder da

Er ist wieder da
Nach dem bekannten Roman von Timur Vermes
Er fällt auf, dieser orientierungslos durch Berlin irrende Mann mit der braunen Uniform und der schnarrenden Sprechweise. So sehr, dass Passanten eine versteckte Kamera wittern, in ihm einen getarnten Mitarbeiter von Stefan Raab oder der Heute-Show vermuten. Wir schreiben den Hochsommer 2011, Adolf Hitler ist wieder da, 66 Jahre nach seinem Tod aufgewacht in einer veränderten Welt. Und die nimmt ihn, den vermeintlichen Schauspieler-Comedian, ob seiner „Originalität“ bald mit Freuden auf.
Bald wird er von der Fernsehproduktionsfirma Flashlight entdeckt – als lang ersehnte Alternative zu Mario Barth & Co. Als Mann, der sich so natürlich, so authentisch gibt wie allenfalls noch Stromberg und dessen erfrischend politische Unkorrektheit als aufklärerische Provokation gefeiert wird. Hitlers neue Medienkarriere schreitet konsequent voran, bis auch die etablierten Parteien um seine Mit- gliedschaft buhlen. Nach dem Erfolgsroman von Timur Vermes wird eine Inszenierung gezeigt, die uns zum Lachen bringt, auch wenn es uns manchmal im Halse stecken bleibt. Darf man darüber lachen? Klar darf man... aber auch darüber nachdenken.

 

 

Politische Bildung

Broschüre

Wo die ‚Neue Rechte‘ früher häufig selbstreferenziell war, hat sich ein Teil der Strömung heute gegenüber der Tagespolitik geöffnet. Vor dem Hintergrund einer in allen Teilen der extremen Rechten verbreiteten Angst vor einem angeblichen ‚Volkstod‘ angesichts gestiegener Flüchtlingszahlen, glauben einige Akteure aus existenziellen Gründen keine andere Wahl mehr zu haben beziehungsweise sehen die ‚Zeit des Erntens‘ gekommen.

 

Retrospektive

Retrospektive

Foto: rosch Plakate:rosch

10 Jahre Demokratie- &Teilhabearbeit

Die in plakatform präsentierte Retrospektive vermittelt einen Überblick zur Demokratie- und Teilhabearbeit des Beirats. Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans und den Straubinger Partnerschaften für Demokratie ("Wir sind Straubing") fanden zahlreiche Kooperationen statt, die auch zukünftig ihre Fortsetzung finden werden.

 

Das Grußwort entrichtete Herr Oberbürgermeister Markus Pannermayr. Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung erfuhr der Beirat durch die Anwesenheit von Frau MdL Kerstin Schreyer, der Integrationsbeauftragten der bayerischen Staatsregierung. Frau Réka Lörincz, die Geschäftsführerin von AGABY (Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns) betonte durch ihre Präsenz ebenfalls die Wichtigkeit der Zusammenarbeit.

 

 



Wir sind bunt

WIR SIND BUNT Logo

Bündnis für Menschenrechte und Vielfalt

Seit seiner Gründung des Bündnisses im Jahr 2012 war es Teil des Lokalen Aktionsplans, bzw. Teil der Straubinger Partnerschaften für Demokratie (seit 2015). Im Jahr 2017 wurde der Flyer / Beitrittsrklärung aktualisiert und steht als Download zur Verfügung.

Daüber hinaus fand eine Neuwahl des Sprecherrates statt. Stadträtin Birgitta Appelt, Pfarrer Hasso von Winning sowie Stadtrat Nail Demir repräsentieren das Bündnis nach außen.

 

 

 

 

Antirassismusarbeit

Integration, Freundschaft, Miteinander

Der Internationale Kulturtreff will Menschen verschiedener Kulturen miteinander verbinden. Durch gemeinsame Unterneh-mungen sollen Berührungsängste und Vorbehalte abgebaut werden.
Besonders Migranten und Asylbewerbern soll der Einbezug in das Leben der Stadt erleichtert werden. Speziell für Frauen gibt es Zusatzangebote, in denen auch das gleichberechtigte Miteinander in der Gesellschaft aufgezeigt werden soll.


Der IKT leistet einen aktiven Beitrag in der Arbeit gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Bei Veranstaltungen, Projekten oder Aktionen im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie ist der IKT stets engagiert und unterstützend tätig.

 

 

 

Internationaler Tag gegen Rassismus

Int. Tag gegen Rassismus

Foto: rosch

Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie unterstützen die Aktion des Ausländer- und Migrationsbeirats der Stadt Straubing, ein Zeichen für die Vielfalt zu setzen.

 

Veranstaltung

Fotos

Intensivierung einer langen Partnerschaft

Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie haben im Straubinger Tagblatt seit Beginn an einen starken und engagierten Partner. Auch eine Mitwirkung im Begleitausschuss besteht bereits seit 2011. In der Vergangenheit gab es bereits auch gemeinsame Projekte, wie z.B. in den Bereichen Poetry Slam oder Medienkompetenz (Paula Print).

 

2017 ist Wahljahr und aus diesem Grund war man sich einig, einen besonders engen Schulterschluss zu vollziehen und eine Reihe von gemeinsamen Aktionen und Veranstaltungen umzusetzten. Politische Bildungsarbeit, besondersmit Jugendlichen und Erstwählern stehen hierbei im Fokus. Die erste gemeinsame Veranstaltung wird eine Demokrtaiekonferenz im März 2017 sein.

 

Projekte &

Aktivitäten

2016

Demokratieförderung / Erinnerungskultur

Aktiv gegen Rechts!

Gewalt und Menschenfeindlichkeit im Nationalsozialistischen Staat im Vergleich zu einer funktionierenden Demokratie in Bayern "

 

Freitag, 04.11.2016


50 jugendlich Teilnehmer/innen aus dem Bereich Straubing Ost besuchen das NS-Dokumentationszentrum in München, die Synagoge sowie den bayerischen Landtag.


10.00 Uhr - NS Dokuzentrum mit pädagogischer Führung
12.30 Uhr - Besuch der Synagoge
14.00 Uhr - Führung durchs Maximilianeum/Landtag.

 

 

Erinnerungskultur

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht

Mittwoch, 09.11.2016

19:30 Uhr

AnStatt THEATER, Alter Schlachthof

Heerstraße 35, Straubing

 

 

„Eichmann“ von Rainer Lewandowski

Adolf Eichmann, aufgewachsen in Linz in der Bischofstr.3. SS-Obersturmbannführer und während der Zeit des Nationalsozialismus zuständig für die Deportation der Juden. ER war der Organisator der Ermordung von ca. sechs Millionen Menschen in Europa. Im Mai 1960 wurde er von israelischen Agenten in Argentinien entführt und anschließend nach Israel gebracht, wo ihm der Prozess gemacht wurde. Er bekennt sich nicht schuldig und beruft sich auf Befehle von Vorgesetzten. Zwei Jahre später wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet.

 

Nach seiner Entführung aus Argentinien begann am 29. Mai 1960 gegen 16.45 Uhr das Verhör des ehemaligen SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann durch den israelischen Polizeihauptmann Avner Werner Less. Sie haben 275 Stunden lang miteinander gesprochen. Die Verhöre wurden auf Tonband aufgenommen und anschließend abgeschrieben. Es gibt 3564 Seiten Protokoll. Eichmann berichtet von seiner Politisierung in Linz und Umgebung und seiner Wiener, Prager und Berliner Zeit. Das Stück zeigt wie und was Adolf Eichmann aussagt. Das Verhör diente der Vorbereitung des Prozesses gegen Eichmann. Zeugenaussagen des Prozesses sind - neben anderen Texten - ebenfalls in das Stück aufgenommen.
Es handelt sich um Theaterstück, und ist trotz des dokumentarischen Charakters kein historisches Protokoll. Es enthält Passagen, die, durch Mitteilungen bezeugt, Verhaltensweisen Eichmanns, seine Anordnungen, seine Begegnungen mit jüdischen Mitbürgern zeigen, die seiner Verteidigungsstrategie durchaus widersprechen können. So wird Eichmanns Prozess-Fassade im Laufe der Vorgänge löchrig.
Begleitet wird Eichmanns Aussage von einer Gruppe Menschen, die chorisch das historische Gegengewicht verkörpern: Das Textmaterial dieses Chors besteht aus nüchternen Fakten bis hin zu emotional tief berührenden Passagen aus Berichten und Zeugenaussagen. Der Chor’ begleitet, unter- oder widerlegt das von Eichmann Gesagte, beschreibt, erzählt, berichtet und kommentiert.

 

Zur Aufzeichnung der Uraufführung in Linz

https://dorftv.at/video/22237

Jüdisches Leben - Erinnerungskultur - Soziales Lernen

Wir sind Straubing

Fotos: rosch

Plakat Chmielewska 1

Plakat: rosch Illustrationen I.Chmielewska

Bevor der Himmel weint

Montag, 07.11.2016 Gemeindesaal der Israelitischen Kultusgemeinde

Mittwoch, 09.11.2016 Johannes Turmair Gymnasium


"Bevor der Himmel weint" erzählt vom jüdischen Leben in Lublin, vor dem 2. Weltkrieg.

Im Jahr 2012 wurden bei Renovierungsarbeiten eines historischen Hauses in Lublin 2700 Glasnegative gefunden. Wie durch ein Wunder blieben sie über die Jahre erhalten. Bis heute, kennt man den Namen des Fotografen nicht, man weiß nur, dass er so arm war, dass er kein Atelier besaß. Zu seinen Kunden zählten vor allem die Juden aus Lublin. Er hat sie draußen fotografiert mit einfachem Hintergrund aus Papier und Stoff oder in Wohnungen und Treppenhäusern. Diese Fotos sind von unschätzbarem Wert, da sie das Leben der Lubliner Juden vor dem zweiten Weltkrieg  dokumentieren. Vor dem Krieg zählte die jüdische Gemeinde in Lublin etwa 43000 Menschen. Heute erinnert daran nur noch eine Straßenlaterne.      

Am 16./17. März 1942 begann der „Einsatz Reinhardt”, bei dem die Deutschen das Lubliner Ghetto liquidierten. Die Menschen wur-den in das Vernichtungslager Belzec abtransportiert und ermordet. Das Andenken, an das jüdische Leben Lublins wird vor allem durch das „Zentrum Brama Grodzka” bewahrt. Es befindet sich am sogenannten „Jüdischen Tor”. Dies verband über Jahrzehnte die Altstadt mit dem jüdischen Viertel. Alle gefundenen Glasnegative wurden dem Zentrum übereignet, und dort digitalisiert. Man begab sich auf Identitätssuche. Hierfür wurden die Fotos auch im Internet veröffentlicht.
Im August 2015 fand man in einem historischen Gebäude Dokumente eines einstigen Bewohners. Dieser war höchstwahrscheinlich der Fotograf Abram Zylberberg, dem die 2012 gefundenen Negative zuzuordnen sind. Diese Funde, die ich im Internet sah, ließen mich nicht los. Als Autorin des Buches „Blumkas Tagebuch” bin ich in besonderer Weise sensibilisiert, wenn es um die Bewahrung des Andenkens an die polnischen Juden geht. Ich konnte die Gesichter nicht vergessen, habe sie stunden- und tagelang angeschaut und wusste, dass ich ein Buch erschaffen muss, das angemessen und würdevoll an diese Menschen erinnert. Kein Text zu diesem Buch war mir gut genug, denn er war entweder zu dramatisch, oder zu traurig. Es war schwierig für mich, da ich in ihre Augen schauend, ihr Schicksal nicht ausblenden konnte. Ich wollte einen einfachen Text, der nicht vom Tod, sondern vom Leben erzählt. Und wie der Zufall so will, habe ich Gedichte des bekannten polnischen Poeten Jozef Czechowicz, der auch in Lublin gelebt hat, gefunden. Jozef Czechowicz hat die furchtbare Zeit der Shoa nicht mehr erlebt, da er bereits im ersten Monat des Krieges während der Bombardierung Lublins starb. Seine Gedichte erzählen vom einfachen Leben. Erst im Kontext der Fotos rufen sie besonders dramatische Assoziationen hervor.  
Der Titel meines Buches „Bevor der Himmel weint” ist Teil eines Gedichtes. Das Buch ist chronologisch im Bezug auf die Jahreszeiten gegliedert, beginnend mit dem Winter, und endend mit dem Herbst, wenn der Himmel schon "weint". Aus den 2700 Negativen entschied ich mich für 17 Stück (die Auswahl zu treffen war die schwierigste Arbeit), denen ich Gedichte gegenüberstellte. Die ausgewählten Gedichte erzählen von der Familie, Kindern, Spielen, Wünschen und der Stadt Lublin selbst, von der man sich in Kürze „verabschieden” wird. In dem Buch verband ich zwei Welten, die durch den Krieg getrennt wurden und davor jahrzehntelang zusammengehörten: die polnische und die jüdische Welt. Die Erstpräsentation des Buches fand im „Zentrum Brama Grodzka” in Lublin statt, am 74. Jahrestag der Liquidierung des Ghettos, die mit dem Geburtstag von Jozef Czechowicz zusammenfällt.  

Iwona Chmielewska (Illustratorin & Autorin)

Buchvorschau

Glasnegative  Abraham Zylberberg (Fotograf)

Josef Czechowicz (Dichter)

Aktion Reinhard 17. März 1942

 

Veranstaltungen:

Johannes Turmair Gymnasium

Israelitische Kultusgemeinde

Wir sind Straubing

Foto:rosch

Wir sind Straubing

Fotos:rosch

Interkulturelles- & soziales Lernen / Antirassismusarbeit

Plakat Chmielewska 2

Plakat: rosch Illustrationen: I. Chmielewska

Bilderbücher  r i c h t i g  lesen

Die Bedeutung des Bilderbuchs in der

Pädagogik und als eigene Kunstform.

Dienstag, 08.11.2016 / 18:30 Uhr

 

Iwona Chmielewska (*1960 in Pabianice, Polen) ist Illustratorin und Autorin, lebt in Torun und unterrichtet an der dortigen Kopernikus-Universität Buchgestaltung. Sie gilt als eine der bedeutendsten Bilderbuchillustratorinnen der Gegenwart. Ihr Werk umfasst bisher etwa 30 Bücher. Besonders erfolgreich ist die Künstlerin seit mehr als einem Jahrzehnt in Südkorea. Dort genießt das Bilderbuch einen unvergleichbar höheren Stellenwert als hier. Bisher sind drei von Chmielewskas Büchern auch in Deutschland erschienen und erzielten großartige Resonanz. Weitere Veröffentlichungen gab es u.a. in Frankreich, Spanien, Mexiko, Israel, Holland und natürlich in Polen. Ihre Werke wurden international auf Ausstellungen präsentiert, unter anderem in Frankfurt, München, Kopenhagen, Bologna, Rom, Seoul, Tokio und Warschau. Der ästhetische Reichtum und das Innovative von Chmielewkas Büchern spiegelt sich in den zahlreichen, internationalen Auszeichnungen und Nominierungen wider. Zu den wichtigsten gehören der Goldene Apfel (2007), für Thinking ABC, zwei Bologna Ragazzi Awards (2010 und 2013) für Maum und Ozcy. Im Jahr 2012 war Blumkas Tagebuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auch das aktuelle Buch abc.de ist 2016 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. In Straubing war die Künstlerin bereits mehrmals mit Lesungen und Vorträgen zu Gast. Als Expertin zu Janusz Korczak genießt Chmielewska hohe Anerkennung und kooperiert seit Jahren mit dem Korczakianum in Warschau. 

 

Veranstaltungen

Johannes Turmair Gymnasium

Kindergarten Am Platzl

Stadtbibliothek

Wir sind Straubing

Fotos:rosch

Interview mit Iwona Chmielewska

(ungekürzt)

 

Frau Chmielewska, Sie haben erzählt, dass Sie oft sehr enttäuscht sind, wenn Sie sich in den Kinderbuchabteilungen von Buchhandlungen umschauen. Warum?
In den Buchhandlungen gibt es immer weniger Bücher, die das Fällen von Bäumen rechtfertigen würden. Die meisten sind „Einweg-Bücher“, die Kinder und Erwachsene oft kein zweites Mal zur Hand nehmen. Es gibt viel Infaltiles. So wird das menschliche Leben oft am Beispiel der Tiere dargestellt. Ich verstehe zwar  die Idee der Märchen von Aesop aber ich kann mich erinnern, dass ich es als Kind nie mochte die wilden Tiere in der Kleidung der Menschen anzuschauen. Es ist nicht die Wahrheit über die Tiere und Menschen. In den Buchhandlungen findet man weder die von der Kritik gelobten, noch die prämierten Bücher. Es herrscht Kommerz. Ich sehe selten Bücher, die mich berühren, tiefere Themen ansprechen, und künstlerisch gut gemacht sind, weil diese Bücher sich nach Aussage der Händler nicht gut verkaufen.

Was macht für Sie denn ein gutes Bilderbuch aus?
Ein gutes Bilderbuch stellt eher Fragen, als dass es Antworten gibt. Es enthält keine erzieherische Pointe, auf die Erwachsene so oft Wert legen. Viel mehr lässt es viel freie Fläche für Fantasie. Das Anliegen des Autors ist, dass die Betrachter das Buch mitgestalten – Man nennt es „Gastfreundliches Buch“. Darüber hinaus muss ein Buch nicht verstanden werden. Das ist nicht das wichtigste Kriterium. Kunst, Poesie – verstehen wir auch nicht bis in den letzten Winkel. Aber es gefällt und berührt uns trotzdem. Wir sind bereit unsere Denkschemata zu verlassen. Kurze Texte in Verbindung mit Bildern, auf weniger als 20 Seiten mehr über die Welt erzählen, als viele dicken Bücher.

Sie sind der Meinung, dass Bilderbücher nicht nur für Kinder da sind. Warum lohnt es sich Ihrer Meinung nach auch für Erwachsene, sich mit einem Bilderbuch zu beschäftigen?
Oft denken Erwachsene, sie seien über das Bilderbuch bereits hinausgewachsen. Sie sehen sich dennoch gerne Bilder im Kino oder Museum an. Ein gutes Bilderbuch ist für Menschen jeden Alters, wenn es bewusst durchdacht ist. So ein Buch ist eine Art visualisierte Poesie. Es bedarf Raffinesse, um den Betrachter dazu zu bringen sich dem Buch „auszuliefern“. Der Traum jedes Autoren ist es, den Betrachter so tief wie möglich zu berühren. Ich weine oft bei genialen Bilderbüchern und kehre immer wieder zu ihnen zurück. Mit der Erfahrung und Reife wachsen die tiefen Impressionen sowie die Achtung vor solchen Werken. Sie sind reinigend, wie ein frischer Wind, der mich auf eine ehrliche, saubere und sinnvolle Ebene zurückführt. In der heutigen Konsumwelt herrscht ein Mangel an Seelennahrung, Poesie und den wirklich wichtigen Fragen.

Am Dienstag hielten Sie in der Stadtbibliothek einen Vortrag zum Thema „Bilderbücher richtig lesen“. Sind die Begriffe „Lesen“ und „Bilderbuch“ nicht eigentlich ein Widerspruch?
Ein gutes Bilderbuch kann nicht überinterpretiert werden. Jeder hat das Recht, es auf seine eigene Art zu entdecken. Das Buch lebt von der Zuwendung, der Erfahrung und der Weisheit der Betrachter. Zwischen dem Bild und dem Text besteht ein Freiraum, den jeder individuell füllen kann. Solche Bücher sind leise – jedoch wertvoll, weil sie uns  zuhören. Am meisten schätze ich die Art Bilderbücher, in denen Bild und Text unabhängig voneinander agieren. Ein Gedicht ist ein sprechendes Bild und ein Bild ist ein schweigendes Gedicht. Hier möchte ich Erlbruch’s Buch „Nachts“ anführen, indem die Texte im völligen Gegensatz zu den Illustrationen stehen.

Welche Tipps gaben Sie den anwesenden Pädagogen mit auf den Weg?
Jeder Beruf erfordert Kreativität und entsprechende Reaktionen auf Veränderung. In der Pädagogik schätzt man das Bilderbuch bei der Entwicklung des nicht manipulierbaren kritischen Denkens beim Kind viel zu wenig. Ein Bilderbuch kann für Pädagogen und Kinder unendlich viele Assoziationen erzeugen. Mit Hilfe eines Bilderbuchs können Kinder erfahren, Konflikte zu bewältigen und Achtung voreinander zu haben. Ich glaube, dass das Bilderbuch in seiner Weisheit dazu beiträgt, ein demokratisches Denken und Tun bei Kindern zu fördern. Ich bin eine unverbesserliche Idealisten.

Und den Eltern?
Ich rate den Eltern, keine Angst vor Bilderbüchern mit schwierigen Themen zu haben und mit den Kindern gemeinsam die Bücher lesen und anschauen. Tod, Krieg, Einsamkeit, Krankheit, Alter, Konsum gehören zum Leben und somit auch in ein Bilderbuch. Oft sind gerade diese Bücher sehr Weise. Solche Bücher verbinden Generationen, öffnen Herzen und vermitteln Wissen über sich selbst und andere. Erwachsene sollten den Kindern zuhören, weil sie häufig Weises sprechen und große Philosophen sind. Ihnen fehlt nur ein wenig Erfahrung.

 

 

(S.Sobek)

Wir sind Straubing

Fotos:rosch

Integration / Antirassismusarbeit

Magdalena Roszkowski

Mehrsprachigkeit im Kindesalter -

 Aspekte im Kontext der Chancengleichheit und Antirassismusarbeit

Das Thema Mehrsprachigkeit nimmt in unserer pluralen Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein, dem in unser aller Integrations- und Partizipationsarbeit Rechnung getragen werden muss. Das Potential der Mehrsprachigkeit bei Kindern ist als Ressource zu begreifen und nicht als Stigma, das man zu Gunsten einer eindimensionalen Sprachförderung beseitigt. Sprache ist ein Teil der Identität, des eigenen Seins. Dieses verdient Respekt und achtsamen Umgang. Für die Pädagogik bedeutet dies die Umsetzung adäquater Konzepte.Es gibt weder eine Wertigkeit der Individuen, noch der Sprachen. Dennoch ist es unumstritten so, dass es gesellschaftlich „akzeptiertere“ Sprachen, wie Englisch, Französisch etc. gibt, und Diejenigen, die eher als Nachteil empfunden werden. Sicherlich hat dies etwas mit der Vertrautheit der Kulturen usw. zu tun. Objektiv betrachtet, behindert dies jedoch die Chancengleichheit. Und überspitzt formuliert könnte man sich auch die Frage nach einem unbewussten und latenten Rassismus stellen.

Diesen und anderen Themen widmet sich das Seminar mit Magdalena Roszkowski am 28.11.2016, das an der Fachakademie für Sozialpädagogik, der Ursulinenschulstiftung in Straubing stattfindet.

 

Magdalena Roszkowski

Die Sprachwissenschaftlerin Magdalena Roszkowski (geb. 1983 in Nikolai/Polen) wuchs in Straubing auf und besuchte dort den neusprachlichen Zweig des Ludwigsgymnasiums, wonach sie vor dem Studium zunächst eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolvierte und als freiberufliche Übersetzerin tätig war. Ihr Lebensmittelpunkt ist seit einigen Jahren Wien, am Institut für Sprachwissenschaft der Universität. Neben der Beschäftigung mit interkultureller Kommunikation und der Auseinandersetzung mit soziolinguistischen Fragestellungen liegt ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich kognitiver Linguistik sowie der Erforschung der Grenzen  zwischen theoretischer Linguistik und kognitiver Psychologie.

 

 

 

Erinnerungskultur / Politische Bildung / Soziales Lernen

Auf den Spuren Janusz Korczaks

Förderung durch die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

(Nachhaltigkeitsansatz der Partnerschaften für Demokratie sowie des Lokalen Aktionsplans) 


Bereits seit Beginn der Korczak Projekte ist es ein großer Wunsch der Jugendlichen der Gruppe Don Bosco, in die Heimatstadt Korczaks zu reisen und sein ehemaliges Waisenhaus zu besuchen. So viel haben sie davon gehört und einen starken emotionalen Bezug aufgebaut. Nun geht dieser Wunsch in erfüllung. Auch ein Besuch der KL Gedenkstätte Treblinka ist für die Jugendlichen ein Muss, um dem "alten Doktor" und der Kinder dort zu gedenken.

 

Ziel des Projektes ist es darüber hinaus, die deutsch-polnischen Beziehungen im Bereich der Aktivierung der Zivilgesellschaft zu vertiefen. Die Jugendlichen und Betreuer des Nardini-Heims beschäftigen sich mit dem Leben und der Pädagogik von Janusz Korczak sowie mit der Geschichte der polnischen Juden. Bereits seit 3 Jahren spielt Korczak im Nardini-Heim eine wichtige Rolle. Zahlreiche Projekte und Aktionen wurden diesbzgl. durchgeführt. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Kontakte und Kooperationen.

 

Programm:

 1. Besuch des Korczakianums. Das Gebäude wurde einst von Janusz Korczak erbaut. Dort befand sich das von ihm geleitete Waisenhaus Dom Sierot, in der ehemaligen Krochmalna Straße. Von dort aus erfolgte zunächst die Zwangsumsiedlung in das Warschauer Ghetto und später, im August 1942 der Transport in das Vernichtungslager Treblinka. Alle 200 Kinder, Korczak sowie seine Mitarbeiter wurden dort ermordet.
2. Treffen mit Frau Marta Ciesielska, Leiterin des Korczakianum (EInführung, Hintergrundinformationen, Workshops)

3. Besuch des Museums der Geschichte der polnischen Juden (Erkundung der jüdischen Geschichte Polens im Allgemeinen sowie die schwerpunktmäßige Erschließung zu Korczak)

4. Besuch des alten jüdischen Friedhofs. Hier finden sich Bezüge zu Janusz Korczak. Führung durch A. Witkowska-Krych (Mitarbeiterin des Korczakianums)

5. Besuch des ehemaligen Vernichtungslagers Treblinka, mit pädagogischer Führung

6. Treffen mit Prof. Dr. Karol Czejarek / Interaktives Gespräch zur Zeit- und Kulturgeschichte Warschaus, mit punktueller Bezugnahme auf Janusz Korczak.

7. Begleitete Besichtigung der Altstadt Warschaus

8. Besuch des Wissenschaftszentrums Kopernikus

 

Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Janusz Korczak

Korczakianum

Museum der Geschichte der polnischen Juden - POLIN

Prof. Dr. Karol Czejarek

Wissenschaftszentrum Kopernikus

Gedenkstätte Treblinka

Der Projektzyklus zu Janusz Korczak fand in der Reise nach Warschau und zur Gedenkstätte des ehemaligen Vernichtungslagers Treblinka seinen vorläufigen Schlusspunkt. Sechs Jugendliche der Gruppe Don Bosco, des Nardiniheims begaben sich auf Spurensuche. Sie sind dem "alten Doktor" nahe gekommen, indem sie sich mit Leben und Werk von Janusz Korczak intensiv beschäftigten. Korczak fand nicht nur einen Platz in den Herzen, sondern auch im Zusammenleben der Gruppe, an der Bildungsstätte St. Wolfgang. Bücher, Filme, Theaterstücke, Vorträge, Workshops etc. konnten die Neugierde nicht stillen, selbst, vor Ort die Fährte aufzunehmen. Auch Treblinka sollte nach Wunsch der Jugendlichen eine Station der Reise sein. Ein Teil der Gruppe war bereits mit Auschwitz und Birkenau vertraut. Man hatte also eine genaue Vorstellung davon, was ein so genanntes Vernichtungslager ist. Die Jugendlichen wollten den hunderttausenden Opfern, Janusz Korczak und „seinen Kindern“ in Treblinka Gedenken und die Ehre erweisen.

Janusz Korczak charakterisierte sich selbst in dieser Reihenfolge: „Ich bin Warschauer, Pole und Jude“. Unsere insgesamt elfköpfige Gruppe setzte Einiges daran, der Stadt nahe zu kommen. Ein Schritt vor dem anderen, 100.000 an der Zahl. Sie führten uns auch in das Korczakianum, das ehemalige „Dom Sierot“, Korczaks Waisenhaus, von dem alle schon so viel gehört hatten. Es ist heute ein Teil der Warschauer Museen und „trotzdem“ ein lebendiges Haus, das von Interessierten besucht wird und 35 Kindern ein Zuhause bietet. Ein Wunder, dass dieses Gebäude der Zerstörung des Krieges widerstand.

Auch wenn Warschau heute anders ist, als zur Zeit des modernen Metropolendaseins vor 1939, ist sie eine der sich am rasantesten entwickelnden Städte Europas. Die Stadt wurde zerstört, entvölkert und wieder aufgebaut. Sie pulsiert und kann niemanden unbeeindruckt lassen. Die Geschichte ist an unzähligen Orten zu erspüren. Es ist die Geschichte Polens und Deutschlands. Und sie tut weh. Somit war die Reise auch davon geprägt, sich dessen bewusst zu sein. Eine gemeinsame Geschichte birgt Verantwortung und bedarf einer sensiblen, authentischen und sich entwickelnden Erinnerungskultur. Sie kann niemals Routine sein, denn sie ist ein gefährlicher Begleiter und öffnet den Leugnern Tür und Tor. Die Geschichte ist Teil unserer Identität und wirkt stets in das Heute, ohne Möglichkeit sie abzuschütteln. Ein ehrlicher Umgang mit der eignen Identität ist somit ohne Alternative. Sie ist die Basis für Aussöhnung, Freundschaft und Demokratie. Sie ist somit ein Stück Zukunft.

 

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Demokratiearbeit / Politische Bildung

JuTu - Eine Kooperation zwischen unbegleiteten minderjährigen

Flüchtlingen und gleichaltrigen Turmair- Schülern

 

Aktions- und Dialogforum - oder eine Form nachhaltiger Demokratiekonferenzen

Bei den gemeinsamen Treffen von Schülern des Johannes-Turmair-Gymnasiums mit Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, die von der gemeinnützigen Einrichtung Justland betreut wurden oder werden, stehen nur auf den ersten Blick gemeinsame Freizeit-Aktionen im Vordergrund. Die Jugendlichen verbringen gemeinsame Zeit bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten und kommen dabei ungezwungen ins Gespräch.
Während unserer Aktivitäten reden Jugendliche über sich und ihre Erfahrungen; sie tauschen sich über ihre Zukunftspläne aus, unterhalten sich über ihre Probleme und Alltagserfahrungen. Dabei profitieren beide Seiten:

Unsere Schüler reflektieren ihre eigene Lebenssituation, wenn sie sie mit der von Flüchtlingen vergleichen. Berichten Flüchtlinge nicht nur von den geringen Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat, sondern auch von Gewalt, Willkür und Krieg in ihren Herkunftsländern, stärkt das bei unseren Jugendlichen das Bewusstsein für den Wert einer gefestigten, freiheitlichen Demokratie und funktionierenden staatliche Strukturen. Weiterhin begreifen unsere Schüler unmittelbar die Notwendigkeit, Minderheiten zu schützen. Denn bei gemeinsamen Aktivitäten erleben sie mitunter Situationen, in denen die Flüchtlinge aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt werden. Sind Menschen, die man persönlich kennt und schätzt, Stigmatisierung, Vorurteilen und Rassismus ausgesetzt, stärkt dies die Bereitschaft, sich gegen Rassismus zur Wehr zu setzen und für Werte wie Toleranz, Offenheit und Vielfalt einzutreten.

Die Flüchtlinge wiederum können beobachten, wie sich deutsche Jugendliche in verschiedensten Alltagssituationen verhalten. Wie gestaltet sich der Umgang zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Mädchen und Jungen? Wie verhalten sich Jugendliche bei dem Besuch kultureller Veranstaltungen? Welche Werte sind Jugendlichen im Umgang miteinander wichtig? Außerdem wird am Ende jedes Treffens diskutiert, welche Aktivität bei der nächsten Zusammenkunft angestrebt werden soll. Dabei lernen alle auf verschiedene Interessen Rücksicht zu nehmen und sich auf gemeinsame Aktivitäten zu einigen.

Martina Hertenstein, StRin            
Dr. Hans Irler, OStR
Caroline Lichtenegger, StRin
Markus Sabinsky, StD (Stellvertr. Schulleiter)

 

 

 

Interkultureller Austausch / Antirassismusarbeit

Partnerschaften für Demokratie am Stadtturmfest

Stadtturmfest

Unsere Partnerschaften für Demokratie sind unter dem Motto "WIR SIND STRAUBING" auf Bühne 3 einen Tag lang am Stadtturmfest vertreten, um ein Zeichen für Vielfalt zu setzen. Gemeinsam mit vielen Akteuren unserer Partnerschaften bieten wir ein vielfältiges Programm an Information und Unterhaltung.


Mitwirkende

Trachtenverein Immergrün, Djembeworkshop für Kinder mit Ahmed Idris, Tanzschule Mosaik des Kulturvereins Raduga, Alevitischer Kulturverein, Breakdancegruppe des Jugendzentrums, Bollywood Tanzgruppe des Jugendzentrums, Theater Mundpropaganda (Improtheater) Letitia & Sebastian - Cell Theter, Tanzschule Seidel, Rhythmustheater Regensburg, Poetry Slam, Little Wing (Partnerstadt Wels), Bernie & The Magic Tones, Internationaler Kulturtreff, Bündnis für Menschenrechte und Vielfalt „Wir sind bunt“, Schreibwerkstatt zum Thema "Aktiv gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit", Straubinger Tagblatt, Ausländer & Migrationsbeirat, Koordinierungsstellen des Bundesprogramms „Demokratie leben".

 

Video Bollywood

Video Breakdance

Video Rhythmustheater Regensburg

Video Mundpropaganda

Fotostrecke Bühne 3 - Wir sind Straubing

Fotostrecke Mundpropaganda

Fotostrecke IDOWA

 

 

 

 

 

Die Autorebeiträge entstanden im Rahmen einer Schreibwerkstatt und dienten, in Form des kreativen Schreibens, der Auseinandersetzung mit den Themen des Bundesprogramms "Demokratie leben". Die künstlerische Darbietung der Texte erfolgte in Form eines Poetry Slams. Die Inhalte spiegeln die persönliche Meinung der Künstler wider

Poetry

Nathalie Gräfe


 Toleranz

Tolerant sein, zugewandt sein.

Warum so viel Differenzierung?

Keine Gleichstellung

Es fehlt Fairness und Mut,

oft schürt Wut die Glut von Fremdsein,

anders sein, nicht gleich sein.

Ich bin ich,

du bist du,

ihr seid ihr.

Ich bin ich.

du bist du,

eigentlich wir

Mehr Toleranz, Akzeptanz, Relevanz,

wir alle, gemeinsam gegen Ignoranz,

zu viel Distanz,

oft wegen der Arroganz von Menschen, die denken, sie sind gleicher als andere.

Mich macht es traurig,

das andere zufällig

oder mehr bewusst ausgeschlossen werden.

Ich bin ich,

du bist du,

ihr seid ihr.

Wer bin ich?

Wer bist du?

Wer sind wir?

Die Welt, voll von Fremdheit, voll von Neuheit, voll von Andersartigkeit.

Sehen wir immer nur Differenzen?

Schwarz - Weiß

Rot - Gelb

Groß - Klein

Dick - Dünn

Nur die äußere Substanz hat in unserer Gesellschaft Relevanz.

Mir geht das an die Nervensubstanz.

Klar, zu viel Kollektiv geht auch schief,

aber zu individuell vereinsamt man schnell.

Wo ist die Neugier, nach Neuem, nach Unbekanntem?

Denkt doch an Kinder!

Sie haben keine Scheu.

Für Kinder sind Kinder Kinder!

Ohne Ignoranz,? Distanz,? Arroganz.

Wir sind unsicher, unzufrieden, fühlen uns oft unverstanden.

Übertragen dieses Gefühl dann auf die anderen.

Aber ist es nicht egal, wie ich spreche oder gehe,

ist es nicht egal, nach welcher Hautfarbe ich aussehe?

Ich bin ich,

du bist du,

ihr seid Ihr.

Ich bin wir,

du bist wir,

ihr seid wir.

 

 

 

Lisa Zimmermann


 Ich beginne mit einer kleinen Anekdote aus meinem Leben:

 „Vor zwei Jahren absolvierte ich ein Praktikum an einer Grundschule. Einmal kam der V. aus der zweiten Klasse zu mir gerannt und beschwerte sich, der E. habe ihn schwul genannt. Ich schnappte mir daraufhin die beiden und fragte den E. ob er überhaupt wisse, was „schwul“ bedeutet. Er druckste herum um antwortete, ganz genau wisse er es nicht, es sei nun mal ein Schimpfwort. Ich widersprach ihm und sagte, dass dies keineswegs ein Schimpfwort war, sondern die Bezeichnung, für Männer die Männer lieben und das daran überhaupt nichts schlimm sei, sondern im Gegenteil etwas schönes….und ich hoffe das haben sie zwei dann auch verstanden“
Die Geschichte zeigt in meinen Augen ganz gut, dass Intoleranz oft das Resultat von Unwissenheit sein kann und ganz schnell zu Ignoranz mutiert und ein weiser Mann sagte einst: „Man kann alles tolerieren, außer Intoleranz“
Toleranz bedeutet Auseinandersetzung mit etwas, ein Synonym für das Erkunden, Erforschen und Verstehen von Andersartigkeit und wenn man dies Verstanden hat, dann begreift man auch, dass Andersartigkeit nicht schlecht, nicht negativ ist, sondern Bereicherung bedeutet, Individualismus, etwas Neues. Und ganz ehrlich sind wir so verschieden?

Letztendlich sind wir alle Menschen.
Ich heiße Lisa, du heißt Ahmed. Ich bin Mensch und du bist Mensch und Du und Du und ganz besonders Du. Wir sind Menschen.
Das sollte man nicht ignorieren Oder gar bagatellisieren Nein, wir sollten lernen miteinander klar zu kommen. Wir sollten uns nicht stigmatisieren Nein, sondern inspirieren. Was ist Hautfarbe? Sexuelle Orientierung? Oder Religion?

Nicht mehr und nicht weniger als ein wichtiger Teil eines jeden von uns. Ein wichtiger Teil eines jeden Individuums, dass es zu respektieren gilt…und zu lieben. Ich will jedoch auch nicht moralisieren und sagen alle sind super und Friede-Freude-Eierkuchen.
Man kann nicht alles tolerieren. Denn Arschlöcher gibt es, oder Ignoranz oder Diktaturen oder GEZ-Gebühren….auch wenn man keinen Fernseher besitzt. Das kann man nicht tolerieren! Aber man kann lernen mit einander auszukommen und Ängste abzulegen, die Fremdes in uns entfacht. Akzeptanz reimt sich auf Toleranz und mehr! Es bedeutet so ziemlich das selbe. Und etwa was wir noch lernen müssen zu akzeptieren, ist dass wir alle ein Recht haben zu existieren und zudem müssen wir erkennen, dass uns nur imaginäre Linien trennen!
Grenzen sind nur erschaffen und die stärksten sind in unseren Köpfen, die deren Steine aus Vorurteilen und Stereotypen entstehen.

 

Die gilt es niederzureißen und deswegen rufe ich jetzt und hier:
Die Mauer muss weg!

Die Mauer muss weg!

Die Mauer muss weg!
In einer Welt die heute immer mehr zusammenrückt hat sie keinen Platz mehr. Hat Rassismus keinen Platz mehr. Wir haben keinen Platz für Mauern. Wir haben keinen Platz für Ignoranz. Wir haben nur Platz für Menschen. Letztendlich sind wir alle Menschen.


Ich heiße Lisa, du heißt Ahmed. Ich bin Mensch und du bist Mensch und Du und Du und ganz besonders Du. Wir sind Menschen.


David Voltz


 Die Bärchen-Frage
Dienstags im Supermarkt:
Ich auf der Suche nach Süßigkeiten,
nach Nervennahrung, die Schreibblockaden abbaut und meinen Zuckerspiegel aufbaut.
Gummibärchen sollen es sein, am liebsten die von
ACHTUNG, SCHLEICHWERBUNG: Haribo.
Sie machen Kinder froh und Erwachsene ebenso – und auch mich,
wahrscheinlich das größte Kind von allen.
Ich durchwühle Schachtel für Schachtel, Regal für Regal, die Auswahl ist groß.
Da fällt mir eine Tüte in die Hand, die ich bisher nicht kannte.
Ein kräftiger Bär stemmt eine Hantel und blickt mir entgegen.
Die Tüte ist schwarz.
Große, silberne Buchstaben zieren die Verpackung:
Black Bears – extra stark.
Daneben liegt gleich die typische goldene Verpackung,
in der sich Rot-, Grün-, Weiß- und Goldbär die Hand geben.
Nur der Schwarz-Bär hat nichts in der goldenen Tüte verloren,
liegt einsam und allein in einer schwarzen Tüte mit Muskelprotz-Bär-Bild.

Ist das Rassismus?
Ist es rassistisch, dass schwarze Bären in einer schwarzen Verpackung leben müssen
fernab von der Zivilisation von Goldbär und Co.
Gilt es als Diskriminierung, wenn selbst Rot-, Grün- und Weiß-Bären als Goldbären und „Das Original“ betitelt werden, die Schwarzen aber nicht.
Und ist es rassistisch, dass die „Black Bears“ in keiner goldenen, glänzenden Welt leben dürfen,
sondern sich in einer schwarzen und tristen aufhalten müssen?

Wir leben in einer Welt, in der Rassismus eigentlich kein Thema mehr sein sollte.
EIGENTLICH, ja eigentlich.
Doch leider ist Rassismus tagtäglich Thema,
dafür sorgen AfD, Flüchtlingshasser, Neonazis und alle, die es nicht besser wissen.
Da stellt sich AfD-Vorsitzende Frauke Petry ans Mikro und sagt,
dass sie auf Flüchtlinge schießen würde.
Da werden Flüchtlingsunterkünfte angezündet,
da werden Menschen verletzt, die gekommen sind, um friedlich zu leben,
da wird pauschalisiert so stark, wie's nur irgendwie möglich ist.

Doch eigentlich, ja eigentlich, sind wir alle gleich.
Wir sind alles Menschen – egal, woher wir kommen, welche Hautfarbe wir haben,
ob wir dick sind oder dünn, ob wir Männer oder Frauen lieben.
Ganz egal! Wir sind alle gleich viel wert.
Und deshalb sollte keiner diskriminiert werden.

Auch die „Black Bears“ nicht.
Denn das gilt für Gummibärchen genauso.
Scheißegal, ob die Bärchen schwarz sind.
Es sind Gummibärchen, genauso wie die goldenen, roten, grünen und weißen auch.
Sie verdienen denselben Platz in derselben tollen, goldenen Verpackung.
Sie verdienen die gleichen Rechte, sie sollten auch als „Das Original“ betitelt werden.

Entschlossen packe ich Goldbären und „Black Bears“ in meinen Einkaufswagen,
schiebe ihn zur Kasse und kaufe beide Packungen – obwohl ich Lakritze nicht mag.
Zuhause angekommen schneide ich die goldene Tüte auf, reiße die schwarze Packung auf
und mische die „Black Bears“ zu den anderen bunten Bären.
Jetzt können die, die Lakritze lieben, und die, die Lakritze hassen,
in die gleiche Tüte fassen.
Und nebenbei können schwarze Bären die restlichen Bären mit ihrem Geschmack bereichern.

Ich knipse ein Foto von meinem toleranten Werk
und teile es sogleich auf der Facebook-Seite von Haribo.
Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten:
„Bist du irre?“, schreibt da einer.
„Super Idee! Meine Freundin liebt die schwarzen Bären, ich mag sie überhaupt nicht, so hätten wir aber beide was von der Packung“, kommentiert ein anderer.
Eine Dritte schreibt: „Iiiih, wer mag schon Schwarze. *kotz*“
Eine Vierte haut viele Herzsmileys drunter und ein fünfter kommentiert:
„Das nenn' ich Vielfalt!“

Ich weiß...
Die Welt damit verbessern kann ich nicht.
Der AfD, Flüchtlingshassern und Neonazis werd' ich damit auch nicht her.
Und Diskriminierung und Rassismus werden weiterhin tagtäglich Thema sein.
Aber ich habe ein Zeichen gesetzt, wenn auch nur ein kleines.
Und ich glaube, wenn alle Menschen, die nichts von Rassismus halten, ein kleines Zeichen setzen,
den Schritt in Richtung „Alle sind gleich viel wert“ gehen,
den Mund aufmachen, wenn sie Zeuge von Diskriminierung werden,
einfach mal was sagen, anstatt nur wegzuschauen und wegzuhören,
dann, ja dann, fällt das eigentlich weg.
Dann gibt es keinen Rassismus mehr.
Dann gibt es keine Diskriminierung mehr.
Dann bilden wir alle eine Einheit, die im Grunde gleich, aber doch sehr vielfältig ist.

Drum habe ich eine Bitte:
Schneidet eure innere Goldbären-Packung auf,
lasst jeden hinein.
Seid offen für alle Menschen!
Und gebt ihnen die Chance, zu zeigen, wer sie wirklich sind,
und blickt auch mal hinter die Fassade, bevor ihr über jemandem urteilt.



Stefan Füchsl


Der Türmer und die Tauben

Wir schreiben das Jahr 1528 und vom Straubinger Stadtturm her schlägt es zwölf. Es ist Jacob der Türmer der die Glocke läutet, so wie es seine Pflicht war.

Zu jeder vollen Stunde, die du wachst, läutest du die Glocke und wenn mehr als drei fremde Wandere zum Stadttor kommen, dann läutest du die Glocke. Und wenn ein Schiff von der Donau kommt, dann hängst du die Fahne aus, damit sie ihren Zoll auch sicher verrichten und am aller wichtigsten: Wenn du Feuer und Rauch siehst, dann hängst du die rote Fahne aus und läutest die Glocke, damit die Leute gewarnt sind!

So hatte es ihm sein Vater Albrecht aufgetragen und so tat er es auch. Tag ein Tag aus wachte er über die Straubinger von seinem hohen Sitz aus, doch die meiste Zeit passierte nichts und Jacob hatte nicht mehr zu tun als jede Stunde die Glocke schallen zu lassen und er fühlte sich oft einsam. Sicher sein Vater war auch da, aber der wachte in der Nacht und schlief daher am Tag und so hatte Jacob nur die Tauben, die mit ihm auf dem Stadtturm lebten, als Gesellschaft.

Zwar taugte ihr Gurren selten für ein gutes Gespräch, aber zumindest waren sie da und er fühlte sich nicht ganz so alleine.

Am liebsten schaute er mit ihnen zusammen auf den Stadtplatz weit unten und auf das Treiben der Leute. Wie sie ihren Geschäften nachgingen, zusammen lachten und redeten. Er wünschte sich nur auch daran teilhaben zu könnte.

Sicher, er konnte den Turm verlassen wann immer er wollte und oft genug musste er den langen Abstieg über die steile Treppe auch machen, um zu kaufen was er und sein Vater zum Leben brauchten, oder um andere Besorgungen zu machen, aber er war dennoch immer ein Außenstehender. Einer, den man nicht wirklich dabei haben wollte, einer, der einfach nicht dazu gehörte. Die Leute mieden Jacob und seinen Vater so weit es nur ging.

Der Grund dafür war nicht, dass er ein schlechter Mensch war, denn das war er nicht. Er trank selten, raufte sich nicht mit anderen und war weder laut noch sonderlich vulgär. Der Grund, warum die Straubinger ihn nicht gerne außerhalb des Turms sahen und ihn nicht unter sich haben wollte, war, dass er aus einer Türmerfamilie stammte. Jacob seufzte, während er sich ein paar Brotkrumen von den Tauben aus der Hand picken ließ.

Der Beruf des Türmers war ein ehrloser und wer keine Ehre hatte, der hatte auch kein Ansehen, der stand unter allen anderen und wurde gemieden und verachtet. Und weil Jacob der Sohn eines Türmers war, war es ihm auch verboten einer Zunft beizutreten und einen anderen Beruf zu erlernen. Auch er musste seine Wache auf dem Stadtturm antreten und ohne Ehre bleiben. Auch er musste ohne Ansehen bleiben und verachtet und gemieden werden.

Aber nicht von seinen Tauben, ihnen waren Ehre, Stand und Ansehen egal. Sie pickten gurrend das Brot aus seiner Hand.

Früher hatte er seinen Vater oft gefragt, warum das alles so war und warum die Leute sie nicht mochten. Albrecht aber hatte ihm erklärt, dass Gott die Welt nun einmal so gemacht hatte und jedem seinen Stand gegeben hatte. Er hatte ihm auch erklärt, dass er das nicht hinterfragen soll und sich nicht gegen die Ordnung auflehnen dürfe. Und so hatte Jacob aufgehört zu fragen und war ein Türmer geworden.

Nur seinen Tauben vertraute er sich noch manchmal an, wenn er sie fütterte oder mit ihnen über die Stadt schaute. Sie hörten ihm zu und würde ihn auch an niemanden verraten und deshalb mochte er die Vögel so sehr.

Ihnen erzählte er, wie sehr ihn die abschätzigen Blicke der Leute noch immer schmerzten und wie gerne er noch immer ein Schreiner werden würde, wenn es ihm nicht verboten wäre. Und oft meinte er, dass sie sogar mit ihrem Gurren antworten wollten, besonders wenn er ihnen von Maria erzählte.

Maria war die Tochter eines kleinen Händlers und half beim Verkauf von Waren auf dem Mark, dort hatte Jacob sie auch zum ersten Mal gesehen. Sie war eine gute Seele und selbst zu ihm war sie nett gewesen und er hatte sich in sie verliebt. Aber selbst Maria konnte ihm nicht mehr als ein verstohlenes Lächeln und ein paar nette Worte geben, allein schon aus Angst vor ihrem Vater. Sie konnte nicht mit einem Unehrlichen zusammen sein.

Auch das hatte Jacob seinen Tauben erzählt und für eine Weile hatte er sich überlegt, ob er den Vögeln nicht vielleicht beibringen konnte Nachrichten zu Maria zu bringen. Mit ihren Flügeln konnten sie schnell bei ihr sein und um Stand und Ehre kümmerten sich die Tauben auch nicht. Sie würden ihm gerne helfen, da war sich Jacob sicher. So einen Plan hatte er einmal in der Geschichte eines Spielmanns gehört.

Aber am Ende wurde die Tauben nicht zu seinen Boten, denn selbst wenn er so mit Maria hätte sprechen können, dann hätten sie trotzdem nie zusammen sein können. Denn genau so wie es ihm verboten war einer Zunft beizutreten war es ihm auch verboten eine Frau zu heiraten, die nicht auch die Tochter eines unehrlichen Mannes war. Recht und Ordnung verboten es ihm.

Oft kam ihm das ganze reichlich unfair vor. Sein ganze Leben verbrachte er damit über Straubing zu wachen, nach Feuern, Schiffen und Fremden Ausschau zu halten und belohnt wurde er nur mit Missachtung. Und nur weil er als Sohn eines Türmers geboren worden war, hatte er keine andere Wahl, als selbst ein Türmer zu sein.

Aber sein Vater hatte recht: So hatte Gott die Welt gemacht und er musste sich damit abfinden. Er war ohne Ehre geboren worden, aber wenigstens war das seinen Tauben egal. Sie hörten ihm zu und freuten sich, wenn er sie fütterte.

 

Jacob verbrachte sein ganzes Leben ohne Ehre und wachte stets pflichtbewusst und gewissenhaft über die Leute. Er war Türmer der Stadt Straubing bis er ihm Jahr 1546 verstarb.

Zwei Jahre später im Jahr 1548 wurde durch das Reichsgesetz von Kaiser und Reichstag erlassen, dass der Berufsstand der Türmer nicht weiter als unehrlich oder ehrlos gelten solle.

Gedenkstättenpädagogik / Politische Bildung

Filmpräsentation - Aus für Mauthausen

Bei der Filmpräsentation, im Programmkino des Medienkulturhaus Wels war auch Bernhard Mühleder, als Vertreter des Mauthausenkomitee anwesend. Das Projekt leiste einen wichtigen Anstoß zur Weiterentwicklung der Gedenkstättenpädagogik. Neue Methoden würden Impulse setzen, für einen Weg aus der reinen Bewahrmentalität.

 

Ein Projekt zur Erinnerungskultur und Gedenkstättenpädagogik. Die M10 der Mittelschule St. Stephan (Straubing) sowie das Gymnasium an der Schauerstraße (Wels) haben sich mehrere Tage intensiv mit dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen auseinandergesetzt. Hierzu wurde in Kooperation mit dem Medienkulturhaus Wels auch ein Film erstellt.

 

zum Film

 

 

Demokratieerziehung / Politische Bildung / Interkulturelle Kompetzenz...

Themenliste - Mediathek (Bücher & Filme)

- Demokratieerziehung / Politische Bildung
- Interkulturelles / Integration / Interreligiöses

  Soziales Lernen
- Rechtsextremismus / Neonazismus
- Nationalsozialismus
- Biografisches und Romane im Kontext zum

  III. Reich, Nationalsozialismus, Krieg
- Janusz Korczak
- Albanien / Kosovo
Der Medienverleih ist grundsätzlich kostenlos. Als Voraussetzung zur Entleihe ist eine Verleihvereinbarung zu schließen. Bei Verlust oder Beschädigung eines Mediums leistet die entleihende Person oder Einrichtung Schadensersatz in Form einer Neubeschaffung. Es gelten die allgemeinen Copyright - Bestimmungen.

Die Medienliste finden Sie als Download hier

 

 

Anitrassismusarbeit / Interkulturelle Arbeit

Tafel der Kulturen

Das Bündnis "Wir sind bunt" sendet ein deutliches Signal für ein friedliches Miteinander und gegen Rassismus

 

 

Anitrassismusarbeit / Interkulturelle Arbeit

Warum Integration scheitern muss

Warum Integration nicht gelingt

Ein Vortrag Manuel Wenda

Demokratieförderung / Politische Bildung

Demokratiekonferenz

Demokratiekonferenz

Im Rahmen des Zukunftsforums Straubing fand die erste Demokratiekonferenz in 2016 statt. Zur Diskussion stand unter anderem, wie es um den "Fluchtpunkt Straubing" bestellt ist. In Einem World Café wurden zunächst Themen gesammelt und in unterschiedlichen Konstellationen diskutiert. Später erfolgte ein moderierter Austausch mit Experten und Interessierten Teilnehmern der Veranstaltung. Die Diskussion wurde durch das federführende Amt, zur Umsetzung des Bundesprogramms Demokratie leben, einem Sprecher des Bündnisses für Vielfalt und Menschenrechte sowie der Vorsitzenden des Internationalen Kulturtreffs e.V. geleitet.

 

 

Gedenkstättenpädagogik / Erinnerungskultur / Pol. Bildung

Gedenkstättenpädagogik in Auschwitz & Krakau

Jugendliche der Gruppe Don Bosco, des Nardiniheims sowie Studierende der Fachakademie für Sozialpädagogik auf gemeinsamer Studienreise in Polen.


Das Projekt widmete sich den Themen Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur im Kontext zu den ehemaligen Konzentrationslagern Auschwitz / Birkenau, Oskar Schindler, der Stadtgeschichte Krakaus, während der deutschen Okkupation zwischen 1939 und 1945 sowie der jüdischen Geschichte Oswiecims und Krakau.

Kooperationspartner in Polen: Internationale Jugendbildungsstätte Oswiecim, Gedenkstätte Auschwitz, Jüdisches Museum Oswiecim, Krakauer Museen. Besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Waclaw Dlugoborski, der uns als Zeitzeuge von seinen Erfahrungen als Lagerhäftling im KL Auschwitz - Birkenau berichtete.

 

Bilder unter Facebook - Wir sind Straubing

Auschwitz

 

Programm

02.05.2016, Montag
- Einführung in die Geschichte und pädagogische Arbeit der IJBS           
- Stadtführung durch Oswiecim
- Besichtigung des jüdischen Zentrums und der Synagoge
- Gesprächsrunde, Auswertung des Tages

03.05.2016, Dienstag
- Studienführung - KL Auschwitz I Stammlager
- Studienführung - KL Auschwitz II Birkenau
- Zeitzeugengespräch
- Gesprächsrunde, Auswertung des Tages

04.05.2016. Mittwoch
- Workshop - Künstlerische Zeugnisse aus Auschwitz
- Abreise nach Krakau
- Stadtführung in Krakau

05.05.2016, Donnerstag

- Besuch am Platz der Ghettohelden

- Besuch der ehemaligen Fabrik Oskar Schindlers / zeithistorischen Ausstellung, mit pädagogischer Begleitung

- Besichtigung des Wawel


06.05.2016, Freitag

- Besuch des Museums unter dem Rynek

- Stadtrallye mit Fragenkatalog zu Krakau


07.05.2016
- Abreise

Teilnehmerkommentare

Christina – 21 Jahre

Das Projekt war eine einmalige und tolle Erfahrung! Anfangs hatte ich ziemliche Bedenken. Die Jugendlichen haben mir jede Angst genommen. Am letzten Abend der Reise, in der Karaokebar, wurde mir bewusst, dass wir alle anders, aber dennoch gleich sind. Dieser Moment war unbezahlbar und nicht mit Worten zu beschreiben. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich mich getraut habe.

Sabrina – 19 Jahre  
Die gemeinsame Reise war eine besondere Erfahrung für mich. Zum einen war es sehr interessant das Konzentrationslager in Auschwitz zu besuchen und die Stadt Krakau zu erkunden. Zum anderen war es jedoch auch berührend wie die Jungen mit diesem Thema umgehen. Ihre Emotionen,  gingen mir sehr nahe. Die Reise hat mich zusätzlich in meiner Berufswahl bestärkt und mir auch gezeigt, dass ich im Bereich der Jugendarbeit den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Maxi 16 Jahre
Ich bin sehr traurig, dass Herr D?ugoborski in Birkenau so schlimme Dinge erleben musste. Aber es hat mich gefreut, dass Oskar Schindler so vielen Menschen helfen konnte. In Birkenau ist ein See, mit lauter Asche von den Toten. Das ist schrecklich.
Das Museum in Krakau, unter dem Stadtplatz war super und auch das Fliegen hat mir sehr gefallen. Die Sprache ist echt schwierig. Aber Iwona hat alles übersetzt und uns geholfen. Ohne sie wären wir bestimmt verloren gegangen.

Sebastian 18 Jahre
Es ist einfach Wahnsinn, dass so viele Menschen unschuldig umgebracht wurden. Nachdem ich das alles gesehen habe, hat mir das Herz weh getan. Ich frage mich, wie der Zeitzeuge es geschafft hat, zu überleben, in dieser schlimmen Zeit. Man hat gesehen, dass es ihm weh tut, darüber zu sprechen. Ich bin dankbar, dass er es für uns trotzdem getan hat. Die Arbeit mit den Bildern im Workshop war beeindruckend. Man hat genau gesehen, welche Gewalttaten geschehen sind. Ich hätte nie gedacht, dass sowas wie Auschwitz wirklich passieren könnte. Bei Oskar Schindler Krakau hat mir gefallen, dass es auch Deutsche gab, die den Juden geholfen haben. In Krakau, auf dem Stadtplatz steht eine große Kirche und ganz oben spielt jede Stunde ein Trompeter. Der hört mitten im Lied auf, weil sein Vorgänger von einem Pfeil getroffen wurde. Ich bekam jedes Mal Gänsehaut. Alles was ich gesehen und erfahren habe, möchte ich meiner Familie und meinen Freunden erzählen, damit sie wissen, was für schlimme Zeiten es gab. Das darf nie wieder geschehen.

Kevin 19 Jahre
In der Jugendbildungsstätte hat es mir gut gefallen, dass der Betreuer mit uns Tischtennis gespielt hat. Unsere Zimmer dort waren gemütlich. Die kleinen Betten in Birkenau dagegen waren unglaublich klein. Wie konnte man es auf so engem Raum aushalten? Der Zeitzeuge hat mich sehr beeindruckt. Er erzählte, als ob alles erst gestern gewesen wäre. In Schindlers Fabrik war ein Fußboden, der nur aus Hakenkreuzen bestand. Da wurde mir nochmal klar, was Hitler, die SS usw. mit den Juden, mit Behinderten und anderen gemacht haben.

Florian 19 Jahre
Es war schön, dass wir gemeinsam mit den Ursulinen nach Polen gefahren sind. Dort trafen wir einen Mann, der den zweiten Weltkrieg überlebt hat. Ich fand das toll, so jemanden heute noch treffen zu können. Oskar Schindler war ein guter Mann. Er hat in seiner Fabrik Töpfe gemacht und hat viele Menschen gerettet.

 

 

Interkulturelle Arbeit / Antirassismusarbeit

Begegnungsplattform Internationales Familienfest

Erinnerungskultur

Stolpersteine

Als vorbereitender Baustein zum gemeinsamen Projekt "Gedenken - Lernen - Handeln" (Projekt zur Weiterentwicklung von Gedenkstättenpädagogik) diente eine Exkursion, auf den Spuren der Straubinger Stoplersteine. Begleitet wurden die Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik und die Jugendlichen des Nardiniheims von Frau Dr. Dorit Krenn (Stdtarchivarin). Bereits seit einiger Zeit finden, gemeinsame Aktivitäten im Rahmen der Projektvorbereitung statt.

 

 

Erinnerungskultur / Pol. Bildung / Soziales Lernen

Jahreskalender der Deutschen Korczak -

Gesellschaf mit Straubinger Projektmotiven

 

Die Deutsche Korczak Gesellschaft bestückt ihren Jahreskalender mit Bildern aus dem Straubinger Projektzyklus zu Janusz Korczak. Seit 2014 finden vielfältigste Projekte als Teil dieses Zyklusses statt. Neben der Auseinandersetzung mit Leben und Wirken des polnischen Arzt, Pädagogen, Schriftsteller und Waisenhausdirektors wurden auch Themen wie: die Rechte der Kinder, Interkulturelles Lernen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, politische Bildungsarbeit, Medienerziehung, historische Zeitbezüge etc. behandelt. Eine Vielzahl von Kooperationspartnern aus dem In- und Ausland konnten im Rahmen der Projektarbeit gewonnen werden (Deutsche Korczak Gesellschaft, IKT, Israelitische Kultusgemeinde, Raduga, Korczakianum - Warschau, Iwona Chmielewska, Prof. Witold Chmielewski, Adam Jaromir, Gimpel Verlag, Jakob Steiger, Itzchak Belfer, Emi Saar, Museum der Geschichte der polnischen Juden - POLIN, Yad Vashem, Steam Audio Company...)

Die Finanzierung des Kalenders erfolgte durch die Deutsche Korczak Gesellschaft.

 

 

Begleitausschuss: Neue Projekte

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Corporate Identity M.U.T.

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Projekte &

Aktivitäten

2015

Medienerziehung

 

WIr sind Straubing unterstützt die Aktion des Tagblatts zur Medienerziehung und half bei der Produktion des Songs zur "Zeitungsente" Paula Print. Das Lied stammt von Rainer Sobek, Mitarbeiter des Straubinger Tagblatts. Die Aufnahmen fanden im Jugendzentrum der Stadt Straubing statt.

Das Heranführen junger Menschen an die Medienvielfalt gewinnt immer mehr an Bedeutung. Umso wichtiger ist es, medienpädagogisch tätig zu sein und Kompetenzen im Medienumgang zu stärken. Fundierte und ausgewogene Meinungsbildung soll gegen "Meinungsmache" immer den Vorzug haben. Das Recht auf Information ist eines unserer demokratischen Grundwerte. Der richtige Umgang mit Information sollte Kernkompetenz sein.

Internationale Bibliothek

 

 

 

In Kooperation mit der Stadtbibliothek sowie dem Ausländer- und Migrationsbeirat wurde der literarische Grundstein für eine internationale Bibliothek im Salzstadl gelegt. Zu den üblichen Verleihbedingungen kann vielfältige Literatur zu Kultur, politischer Bildung, Information etc. ausgeliehen werden. nach und nach soll das Angebot erweitert werden.

Vortrag: Warum Menschen Flüchten

Begegnung schafft Freunde

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Demokratiekonferenz

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Rechte Hetze im Netz

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International Culture Club

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Die Welt im Kindergarten

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POLIN - Warschau

Einladung in das Museum der Geschichte der polnischen Juden nach Warschau

Emi Saar, Marta Ciesielska & Adam Jaromir auf den Spuren von Esther Winogron, einer Mitarbeiterin von Janus Korczak.

Adam Jaromir ist es gelungen, Emir Saar (die Nichte von Esther Winogron) in Israel ausfindig zu machen und nach Warschau, in das Museum der Geschichte der polnischen Juden - POLIN zu holen. Für das Korczakianum ist dies ein Glücksfall, da es erstmals seit langer Zeit Zugang zu neuem Forchungsmaterial erhält.

Zu der Veranstaltung waren als Anerkennung für den Projektzyklus zu Janusz Korczak kurzfristig auch Vertreter aus Straubing geladen worden. Die Einladung erfolgte durch das Korczakianum sowie durch Adam Jaromir.

Das Lied "400 Augn" (d'bänd) setzte auf Wunsch des Autors Adam Jaromir den Schlusspunkt zur Veranstaltung.

Bilder

Keine Routine im Erinnern

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Aus für Mauthausen

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Aus für Mauthausen

MKH Wels

Straubinger und Welser Jugendliche setzen sich mit der Frage auseinander, ob Mauthausen als KZ Gedenkstätte in der heutigen Zeit noch eine Berechtigung hat. Sie tun dies in Form eines Talkshow Formats, das vom Medienkulturhaus Wels begleitet wurde.

 

Bilder

Film: https://dorftv.at/video/24106

Gedanken zu Mauthausen

Ich finde diese KZ-Gedenkstätte sehr interessant. Andererseits war´s auch sehr traurig. Man konnte sich oft in die Lage der Gefangenen versetzen und mitfühlen, was sie für eine schreckliche Zeit hatten. Jeder Raum hat seine eigene Geschichte erzählt. Außerdem wurde viel von dem Tagesablauf erzählt, bzw. wie die Inhaftierten gelebt haben. In dem Raum voller Namen bekam ich Gänsehaut, da wurde es erst jedem klar, wieviel in dem KZ gelebt haben oder getötet wurden. Es war ein erschreckender Anblick. Der Raum, in dem Menschen vergast wurden, war nicht in Worte zu fassen, einfach nur ein kahler Raum. Die SS-Arbeiter ließen die Inhaftierten in dem Glauben, dass sie nur duschen gehen. Ich fand diesen Ausflug sehr kalt, erschreckend und informativ. Augen auf, Herz auf.

Svenja Heindl, M 10

 

Ich fand das echt schlimm, dass früher die Menschen einfach von zu Hause mitgenommen wurden und dazu gezwungen wurden zu arbeiten. Männer und Frauen wurden getrennt, sogar die Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Männer mussten die harte Arbeit machen und die Frauen mussten die Wäsche waschen. Man hatte den Menschen einfach alles genommen, die Erinnerungsstücke an die Familie, Schmuck, Eheringe usw., die Menschen wurden zu einer Nummer. Als wir das alles gesehen haben, kamen echt schlimme Bilder in den Gedanken vor. Ich finde, dass die Gedenkstätte Mauthausen erhalten bleiben soll, weil ich glaube, dass die ganzen Menschen, die nicht im KZ gefangen waren, sehen und mitfühlen können, wie das alles passiert ist.

Martin Piendl

 

Ich weiß nicht, ob es an dem kalten und nebligen Wetter lag, aber den ersten Blick, den ich auf die Gedenkstätte werfen durfte, vermittelte mir schon einen erschreckenden Eindruck. Durch die Führung in der Gedenkstätte konnte man sich ein wenig in die Lage der Inhaftierten versetzen, aber ich bin mir sicher, dass sich heutzutage niemand mehr vorstellen kann, was für Qualen die Gefangenen durchleben mussten. Meiner Meinung nach muss die Gedenkstätte Mauthausen erhalten bleiben, um zukünftigen Generationen besser vermitteln zu können, was damals vorgefallen ist. 

Dominic Küttner

 

Ich fand es sehr erschreckend und bedrückend. Man steht auf einem Platz an dem Tausende von Menschen gestorben sind. Ich habe mich sehr unwohl gefühlt. Ich hatte am ganzen Körper Gänsehaut und sehr oft Bilder im Kopf, wie es damals gewesen sein könnte. Die Gaskammer, der Ofen und die Häuser: Eindrücke, die man nie wieder vergessen wird. Es ist sehr schwierig, nahezu unmöglich, sich in einen der Menschen hineinzuversetzen. Das Schlimmste ist, dass die Menschen nicht wussten, wie ihnen geschieht oder was dort passieren wird. Ich denke nicht, dass die Leute noch viel Hoffnung hatten.

Ich bin dafür, dass die Gedenkstätte bleibt. Menschen, die auf so eine grausame Art und Weise ums Leben gekommen sind, verdienen es Respekt zu erhalten. Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen.

Anna Glöckl

 

Ich als Schüler im Jahre 2015 fand das Konzentrationslager Mauthausen schrecklich. Allgemein finde ich Konzentrationslager sehr schrecklich, vor allem, was dort geschehen ist. Als wir in die Richtung KZ Mauthausen fuhren, war das Wetter unheimlich. Es war nebelig und es hat leicht geregnet. Dann haben wir eine Führung, die ca. 2 Stunden gedauert hatte, gemacht. Es war sehr interessant, was sie dort für Morde verübt haben, z.B. "K" Bedeutete Kugel und "RU" Rückkehr unerwünscht.

Mein Fazit für das Konzentrationslager Mauthausen ist, es soll nicht abgerissen werden, da es eine Gedenkstätte für Häftlinge ist, die dort inhaftiert waren, und es soll auch eine Gedenkstätte bleiben.

Devid Hang

 

Wir fuhren mit dem Bus zu dem Konzentrationslager in Mauthausen. Als wir dort ankamen, war es schon ziemlich kalt und neblig. Schon eine ziemlich traurige und düstere Atmosphäre. Unsere Führerin erzählte viele interessante Dinge, die mich auch sehr berührten. Die ganze Zeit dachte ich mir: "Wie kann man nur so herzlos sein und Menschen sowas antun?" Wenn das Thema über die Juden und das Konzentrationslager angesprochen wird, frage ich mich immer wieder: "Wieso? Wieso tut dieser ,Mann, der diesen Menschen das angetan hat, so schlimme Dinge? Und wie kann man nur so besessen von der Weltherrschaft sein?" Diese Frage, wieso dieser Mann so drauf war, wird wohl nie beantwortet werden können. Auf jeden Fall war es sehr lehrreich für mich dort zu sein. Unsere Führerin zeigte uns die Gedenkstätten, die Baracken, die Wechselduschen und noch andere Räume. Da es sehr kalt war, war ich auch froh wieder in den Bus einzusteigen und zurück zur Jugendherberge zu fahren, wo es schön warm war.

 

Es ist schrecklich, dass sowas überhaupt möglich war. Wenn ich mir heute vorstelle, dass ich früher, in dieser schlimmen Zeit gelebt hätte, als Russin und Zeuge Jehovas, dann wäre ich sicherlich gestorben. Die meisten in unserem Alter denken da gar nicht drüber nach, außer vielleicht in der Schule... was eigentlich wichtig wäre. Wir können froh sein, ein normales Leben führen zu können, ohne Krieg und ohne diese Lager, denn damals wäre das nicht möglich gewesen. Es war traurig und schrecklich Mauthausen zu besichtigen, das Schlimmste ist, dass die Menschen nicht zurückgehen konnten, sie waren gefangen bis zum Tod, wir jedoch konnten gehen, wann wir wollten. Die Vorstellung, wie sehr diese Menschen gelitten haben, ist erschreckend.

R.I.P an alle zu Tode Gekommenen...

Beratz Melly, 17

 

Gedenkstätte Mauthausen

Besuch der Gedenkstätte Mauthausen

Die M 10 der Mittelschule St. Stephan und eine 9. Klasse des Gymnasiums an der Schauerstraße (Wels) besuchen gemeinsam die KZ Gedenkstätte Mauthausen.

 

Bilder

Erinnerungskultur / Politische Bildung

Film - "Aus für Mauthausen" - auf DorfTV

zum Film: https://dorftv.at/video/24106

Erinnerungskultur / Didaktische Methodenlehre

Workshops mit Prof. Witold Chmielewski & Iwona Chmielewska

 

Workshopreihe als Vorbereitung zum Projekt "Gedenken - Lernen - Handeln"

 

Bilder 01 - Nardiniheim: Workshop mit Iwona Chmielewska & Prof. Witold Chmielewski

Bilder 02 - Fachakademie für Sozialpädagogik: Seminar mit Prof. Witold Chmielewski

Poetry Slam

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Parkour Jam

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"Auf den Hund gekommen..."

Andere Länder, andere Gebräuche. Der Umgang mit Hunden, als Freund des Menschen ist in unseren Breiten alltäglich.

Nicht ganz so selbstverständlich ist dies bei Neuzuwanderern. Hier bestehen nicht selten Ängste, bei Begegnungen mit den Vierbeinern. Ein pädagogisch angeleiteter Umgang mit Hunden und Trainings, gemeinsam mit Kindern soll hier Ängste nehmen und alternative Wahrnehmungsmuster schaffen.

Politische Bildung / Interkulturelles Lernen

Albanien / Kosovo  das unbekannte Europa

 

Bilder

Sport schafft Willkommenskultur

Partnerschaften für Demokratie unterstützte die Abschlussfahrt des DJK nach Düsseldorf. Integration durch Sport für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge.

Besuch im Korczakianum - Warschau

Der Blick ins Freie

Die Wanderausstellung „Der Blick ins Freie“ ist in Kooperation mit der Deutschen Korczak-Gesellschaft, dem Experimentellen Theater Günzburg, Siegfried Steiger, Roman Schaffner sowie den Künstlern Itzchak Belfer (Tel Aviv) und  Jakob Steiger (Akademie der Bildenden Künste München) im Rahmen von „Wir sind Straubing“ entstanden.

„Der Blick ins Freie“ basiert sowohl auf dem Wirken des Pädagogen als auch auf der kreativen Auseinandersetzung mit Janusz Korczak durch die beiden Künstler Itzchak Belfer, einem ehemaligen Waisenhauszögling Korczaks, und Jakob Steiger.

 

Siegfried Steiger, Vorsitzender der Deutschen Korczak-Gesellschaft stellte die Ausstellung im Kontext einer Fortbildung gerne kostenlos zur Verfügung. Der Straubinger Projektzyklus zu Janusz Korczak, im letzten Jahr, war in seiner Vielfalt und Qualität herausragend. Zudem kam der Anstoß zu dieser Ausstellung aus Straubing und sie ist auch dort entstanden.

 

Bilder 01

Bilder 02

IKT wird Verein

 

 

Der Internationale Kulturtreff wurde 2013 im Rahmen des Lokalen Aktionsplans der Stadt Straubing gegründet. Ab 2015 agiert man nun als Verein und unterstützt auch weiterhin mit hohem ehrenamtlichen Engagement und einer Vielzahl von Projekten "Wir sind Straubing". Als Vorsitzende des Vereins wurden Ilse Schneider sowie Günther Minten gewählt.

 

 

 

 

Das neue Logo des Internationalen Kulturtreff e.V. symbolisiert den Straubinger Stadtturm.

 

Fundraising

 

 

Über Fundraising wurde die finanzielle Unterstützung des Internationalen Kinder - und Jugendchors gesichert.

Mitgliederversammlung "Wir sind bunt"

 

Zur dritten Vollversammlung des Bündnisses für Menschenrechte und Vielfalt wurde ein Rechenschaftsbericht abgelegt sowie die Planungen für die nächsten Monate diskutiert. Darüber hinaus fand die Neuwahl des Sprecherrates statt. In ihren Ämtern bestätigt wurden Brigitta Appelt und Hasso von Winning. Andreas Fuchs löst Matthias Ernst ab, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Nevfel Cumart im AnStatt Theater

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung von "Wir sind bunt" war der Autor Nevfel Cumart mit einer interaktiven Lesung zu Gastim Alten Schlachthof.

Gründung der Jugendinitiative Demokratie

Jugendinitiative Demokratie

Ebenfalls im Mai 2015 wurde ein eigenes Jugendforum für Partnerschaften für Demokratie, mit dem Titel "Jugendinitiative Demokratie" gegründet. Das Gremium verfügt über einen selbstverwalteten Etat, ist im Begleitausschuss vertreten und initiiert selbstverantwortlich Projekte. Die Regularien wurden in einer eigenen Satzung festgelegt.

Konstituierende Sitzung - Begleitausschuss

Im Mai 2015 hat sich der neue Begleitausschuss konstituiert. Dieses Gremium besteht aus 11 stimmberechtigten Mitgliedern sowie einem beratenden Mitglied. Vertreten sind Verwaltung, Zivilgesellschaft, Schule, Kirche, Kunst und Politik.