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2019

Django Reihardt Festival

Django Reinhardt Festival

Die beiden Straubinger David und Danino Weiss genießen mittlerweile einen hervorragenden Ruf in der Gypsy- und Jazz-Manouche-Szene. Ihr 2018 erschienenes Album „Violets For Your Furs“ war für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Seinen Anfang nahm das Festival in der Straubinger Kulturkneipe „The Raven“, das auch hier als Unterstützer fungiert. Mit der Veranstaltung möchten wir ein deutliches Zeichen gegen Antiziganismus setzen!


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Info Theater Am Hagen

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Martin Taylor MBE

Der britische Jazz- und Fingerstylegitarrist Martin Taylor wird dem 'Jazz Rough Guide' und 'All-music' zufolge als einer der weltbesten Gitarristen gehandelt. Taylor stammt aus einer musikalischen Familie mit Gypsy-Hintergrund und ist seit mehr als 45 Jahren Profi. Bereits mit vier Jahren erhielt er Gitarrenunterricht vom Vater, dem Bassisten William 'Buck' Taylor, der die Musik des 'Quintette du Hot Club de France' spielte, so dass Taylor sich Django Reinhardt zum Vorbild nahm. Mit acht Jahren spielte er bereits regelmäßig in der Band seines Vaters. In den weiteren Jahren spielte Taylor u.a. im Orchester von Lennie Hastings und im 'Count Basie Orchestra'. Ike Isaacs machte ihn mit Stephane Grappelli bekannt, mit dem er 11 Jahre lang spielte. Während einer Nordamerika-Tour traf Taylor auf David Grisman, mit dem er anschließend das Album 'Sarabanda' einspielte. Seit den 1980er Jahren konzentriert sich Martin Taylor verstärkt auf seine Solokarriere. Das erste eigene Album 'Skye Boat' wurde 1982 veröffentlicht. Mitte der 1990er Jahre gründete er die Band Spirit of Django, tourte aber auch weiter solo. Eine Zeitlang gehörte er zu Bill Wyman’s 'Rhythm Kings'. 2007 wurde er sowohl mit den 'BBC Jazz Award' als auch den 'British Jazz Award' als bester Gitarrist ausgezeichnet. 2012 erhielt er den 'Scottish Jazz Award' in der Kategorie 'Live Jazz'. Nebenbei: Queen Elizabeth II machte Taylor im Jahr 2002 zum  'Member of the Order of the British Empire'. Zudem schreibt er erfolgreich Gitarrenlehrbücher.

Stochelo Rosenberg

Stochelo wurde von seinem Vater und seinem Onkel Wasso Gru?nholz an der Gitarre unterrichtet. Das meiste lernte Rosenberg allerdings durch das Hören der Schallplatten seines Idols Django Reinhardt. Mit 12 Jahren gewann Rosenberg gemeinsam mit seinem Cousin Nous’che Rosenberg und Rino van Hooydonk einen Kinder-Musikwettbewerb. Einige Plattenfirmen zeigten Interesse. Stochelos Eltern jedoch wollten nicht, dass ihr Sohn im Scheinwerferlicht aufwächst. Über die Jahre spielte Stochelo mit Nous’che und seinem Bruder Nonnie in Kirchen und Camps in ganz Europa. Er entwickelte sich von einem talentierten und scheuen 'Gyspy-Kid' zu einem Gitarristen und Komponisten von Weltruf. 1992 wurde er vom Magazin 'Guitarist' mit einer goldenen Gitarre geehrt. Der Preis galt seinem Verdienst, die akustische Gitarre zu großer Popularität zu verhelfen. Rosenberg gilt aufgrund seiner makellosen Technik, der Eleganz und ureigenem Vibrato international als einer der begnadedsten Gitarristen. Seine Stärke liegt in der Kombination aus Virtuosität und Emotion. Trotz der Suche nach neuen Herausforderungen, bleibt er jedoch stets seiner ersten musikalischen Liebe treu. Der Musik von Django Reinhardt. Für den Film 'Django - Ein Leben für die Musik' der die Berlinale 2017 eröffnete, zeichnet sich Rosenberg für die Musik verantwortlich.        

Sandro Roy

Shootingstar an der Violine, im Bereich Klassik und Jazz gilt als einer der vielversprechendsten jungen Violinisten weltweit. 2015 vero?ffentlichte er sein Debut 'Where I Come From'. Hoch gelobt von der Presse, Star bei Festivals in Europa und in den USA, zu Gast im Fernsehen und ausgezeichnet mit einer Reihe von Preisen - dies alles kennzeichnet die bemerkenswerte Karriere des jungen Ausnahmeviolinisten. Weitere prägende Ereignisse sind die Auftritte mit der NDR Bigband, in der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, ein Konzert beim ehemaligen Bundespräsident Joachim Gauck oder eine Liveshow im BBC Radio. Ausverkaufte Konzerte in Ronnie Scott's legendären Londoner Jazzclub sowie im Prinzregenten-Theater Mün-chen, mit dem Rundfunk Orchester ('Gypsy Goes Classic'), live übertragen von BR Klassik sind weitere Meilensteine. Roy ist teil der renommierten stARTacademy von Bayer Kultur. 'Großartiger Start eines Supertalents' (Kulturspiegel).         

David & Danino Weiss

Die Musik von David Weiss (Akkordeon) und seinem Cousin Danino Weiss (Piano) bewegt sich nicht im üblichen Fahrwasser des Gypsy-Swing und hat trotzdem einen festen Platz in der Gypsy- und Jazz-Manouche-Szene. Trotz ihrer Jugend sind beide reife und virtuose Musikerpersönlichkeiten, die sich nicht durch Effekthascherei, sondern durch die Essenz der Musik ausdrücken! Die Arrangements sind modern. Man blickt musikalisch nach vorn, und nicht romantisch verträumt in die Vergangenheit. Ohne Übertreibung ist anzumerken, dass die beiden aus Straubing stammenden Musiker sich auf Weltklasse-Niveau bewegen. 2015 erhielten sie den damals zum ersten Mal verliehenen 'Schnuckenack-Reinhardt-Preis'. Das, 2018 bei GLM erschienene Debut 'Violets For Your Furs' wurde prompt für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Einer der Mitkonkurrenten war u.a. Gregory Porter. Eine ständig anwachsende Liste an Kooperationen untermauert die Klasse von David und Danino Weiss: Biréli Lagrène, Giovanni Weiss (Django Deluxe), Till Brönner, Guido May, Biboul Darouiche, Alex Haas. Die beiden Musiker sind auch die Initiatoren des Festivals.    

 

Weitere Gäste:

Xaver Hellmeier

einer der gefragtesten Jazz-Schlagzeuger lernte sein Handwerk in München, Wien und New York bei Jazzgrößen wie Carl Allen, Joe Farnsworth, Adam Nussbaum, Alvin Queen...

 

Joel Locher

ist zweifelsohne eine Instutition am Kntrabass. Vielfach prämiert und international gefragt. Kooperationen: Wawau Adler, mit dem er mehrfach tourte und seit 2006 mehrere Alben eingespielte, Gismo Graf Trio , Frank Kuruc Quartett, Robert Giegling Quintett, Pee Wee, Ellis Peter Fessler, Pur, Gee Hye Lee, Sandro Roy, Frank Heinz und Portosol...

 

Peter Cudek

absolvierte nach Abschluss seines klassischen Kontrabass-Studiums in seiner Heimatstadt Zilina/Slowakei die Jazz-Meisterklasse von Paulo Cardoso an der Musikhochschule in München und studierte danach bei Ron Carter in New York. Kooperationen, u.a. mit Claudio Roditi, Ack van Rooyen, Karen Edwards, Oliver Kent, Jeff Gardner und Klaus Ignatzek.


Janusz Korczak Tage Straubing

Korczak Tage

Im November 2019 findet erstmals die Jahrestagung der Deutschen Korczak Gesellschaft in Straubing statt. Begleitend hierzu gibt es eine Reihe von Veranstaltungen. Die aufgeführten Termine sind öffentlich zugänglich und kostenlos. Darüber hinaus wird es weitere Termine u.a. mit Marta Ciesielska an der Fachakademie für Sozialpädagogik sowie am Johannes-Turmair-Gymnasium geben. Im Nachgang der Korczak Tage zeigen wir in der Stadtbibliothek die Ausstellung "Der Blick ins Freie" - ein künstlerischer Diskurs um Korczak sowie eine Auseinandersetzung mit dem Leben und Wirken Janusz Korczaks.

 

Programm:

Marta Ciesielska - Korczakianum Warschau
Gesprächsabend: 'Janusz Korczak und seine Pädagogik'
21.11.2019 / 19:00 - Stadtbibliothek

 

Marta Ciesielska leitet das Korczakianum seit vielen Jahren, das in der jetzigen Form seit 1993 besteht und in Janusz Korczaks historischem „Dom Sierot“ (Waisenhaus) beheimatet ist. Es ist eine zentrale Stelle der Dokumentation und Recherche rund um Janusz Korczak (Henryk Goldszmit). Dort kümmert man sich seit vielen Jahren liebevoll um Korczaks Nachlass. Ciesielska gilt international als eine der renommiertesten Experten zu Janusz Korczak in der heutigen Zeit. Ihr Wissen um den polnischen Arzt, Pädagogen, Schriftsteller, Waisenhausdirektor und Vater der Kinderrechte ist schier unerschöpflich. Somit darf auch die eine oder andere Anekdote aus dem „Dom Sierot“ nicht fehlen.
Die Veranstaltung in der Stadtbibliothek soll kein Vortrag im herkömmlichen Sinne sein. Vielmehr dient der Abend dem Erzählen und dem Gespräch über Janusz Korczak. Der “Mensch Korczak“ soll nahbar gemacht werden. Nicht die Zeit im Warschauer Ghetto, und nicht die Ermordung des „Alten Doktors“, seiner Kinder und Mitarbeiter im NS-Vernichtungslager Treblinka, im August 1942 sollen zentrale Bezugspunkte des Abends sein. Die Reduzierung Korczaks auf einen „Märtyrer“ wird seiner herausragenden Bedeutung im unermüdlichen Ringen um Kinderrechte nicht gerecht. Die Wenigsten wissen um den Stellenwert seiner pädagogischen Arbeit, seinen Erfolg als Schriftsteller oder Innovationen als Rundfunkpionier. So gründen z.B. die UN-Kinderrechtskonventionen von 1989 auf Janusz Korczak. Aktuell findet eine Auseinandersetzung bzgl. der Verankerung der Kinderrechten im Grundgesetz statt. Weit über hundert Jahre nach Korczaks Magna Charta zu den Kinderrechten.


Marta Ciesielska - Korczakianum Warschau

Vortrag: '100 Jahre Nasz Dom  (Unser Haus)'
23.11.2019 / 10:30 - Bildungsstätte St. Wolfgang

 

Im Jahre 1912 eröffnet Janusz Korczak das jüdische Waisenhaus "Dom Sierot" (Haus der Waisen) in der Krochmalnastraße 92 in Warschau, das er 30 Jahre lang als Direktor leitete. Zusammen mit Maryna Falska betreut er ein zweites Haus für polnische Waisen "Nasz Dom" (Unser Haus). Zum 100-jährigen Gründungsjubiläum gab es u.a. eine Reihe von Veranstaltungen. Marta Ciesielska erläutert in ihrem Vortrag die Geschichte und die  Bedeutung des 'Nasz Dom'.

 

Dr. Grzegorz Kowal - Universität Breslau

Vortrag: 'Kinder und Krieg - Rund um Korczaks Tetralogie - Wie liebt man ein Kind'
23.11.2019 / 13:30 - Bildungsstätte St. Wolfgang

 

Zur anderen 'K'-Triade: Kinder, Krieg und Korczak. Randbemerkungen zu 'Wie man ein Kind lieben soll' und 'König Hänschen'.                                        
Dr. Kowal  stellt in seinem Vortrag Korczaks humanistische Vision vom Kind als 'einzige Rettung' in Zeiten von Gewalt und Krieg dar, und zwar als klare Absage an die Anerkennung und Bewunderung von (militärischen) Heldentaten. Nach Korczak brauchen die Kinder von heute und morgen von Grund aus andere Vorbilder. Wissenschaftler, Forscher, Erfinder, Künstler - sie sollen nun ihre mentale Landkarte bevölkern. Dies wird anhand wichtiger Publikationen Korczaks aus den Bereichen der Erziehung und des Kinderbuchs erläutert.   



Experimentelles Theater Günzburg
Buchpräsentation und Begleitprogramm
'Nimm das Buch in die Hand!
Janusz Korczak - Itzchak Belfer und wir...'
23.11.2019 / 1 9:30 - Gemeindesaal der Israelitischen Kultusgemeinde

 

Dieses Programm ist das achte Projekt des Experimentellen Theaters Günzburg über Janusz Korczak unter der Leitung von Siegfried Steiger. Es verdankt sich der jahrzehntelangen Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem israelischen Künstler Itzchak Belfer, der als letzter Zeitzeuge und Zögling aus dem berühmten Waisenhaus Korczaks, dem 'Dom Sierot' in Warschau, unserer Arbeit immer wieder wertvolle Impulse und Motivationsschübe gab. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, das Kinderbuch von Itzchak Belfer über seine Zeit in Korczaks Waisenhaus, das 2015 in Israel publiziert wurde und dort rasch einen hohen Beliebtheitsgrad erreichte, nunmehr auch dem deutschsprachigen Markt zugänglich zu machen. Daher wird in diesem Programm nicht nur durch Wort und Bild Itzchak Belfers, sondern auch durch die poetisch-musikalische Interpretation durch unser Theater der jüdisch - polnische Kinderarzt, Schriftsteller und Pädagoge Janusz Korczak lebendig.                   

 

Dr. Susanne Nusser - Klinikum Göppingen
Vortrag : 'Kinderschutz - ein Kinderrecht!'
24.11.2019 / 10:00 - Gemeindesaal der Israelitischen Kultusgemeinde

 

Dr. Susanne Nusser spricht über Kinderschutz in der Medizin. Sie gibt Einblicke in ihre tägliche Arbeit in der Kinderklinik, wo versucht wird, über eine multidisziplinäre Kinderschutzgruppe die Vernachlässigung und den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu erkennen, den Kindern und betroffenen Familien Hilfe anzubieten und Präventionsarbeit zu betreiben. 

 

 

Begleitend: Der Blick ins Freie
Deutsch-israelische Ausstellung von Itzchak Belfer und Jakob Steiger
'Künstlerische Positionen im Diskurs mit Janusz Korczak'
26.11.2019 - 02.12.2019 - Stadtbibliothek Straubing

Filmarbeiten zu Janusz Korczak

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Iwona Chmielewska

Von Zeit zu Zeit - Eine Hommage an Janusz Korczak
...jede Begebenheit in Blumkas Tagebuch ist eine Miniatur von Prinzipien einer humanistischen Pädagogik.

Ein Film von Armin Hinterberger zur Enstehung von "Blumkas Tagebuch"  zum Film

 


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Adriana Omylak & d'bänd

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Prolog: Für Janusz Korczak Arzt, Schriftsteller, Pädagoge, Waisenhausvater, Vater der Kinderrechte, Bettler für das Brot von 200 Kindern im Warschauer Ghetto, praktischer Humanist. Mensch! Ermordet in Treblinka, im August 1942.  zum Film

 

Ein Klassiker der Kinderbuchliteratur

Wie schwer es ist, König zu sein

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Janusz Korczak und Iwona Chmielewska

"Jak ciezko byc królem (Wie schwer es ist, König zu sein)"
Ausgezeichnet mit dem Polish Graphic Design Awards 2018 in zwei Kategorien: Buchprojekt und Illustration.

Prämiert vom Verband des polnischen Buchhandels als schönstes Buch des Jahres 2018.
                   
Das Bilderbuch "Jak ciezko byc królem (Wie schwer es ist, König zu sein)" erschien anlässlich des 100. Jahrestags der Unabhängigkeit Polens. Es enthält fragmentarisch die Originaltexte von Korczaks "Król Macius Pierwszy" / "König Hänschen I.", einem Klassiker der Kinderliteratur und Beitrag zur Demokratieerziehung). Es wurde von Iwona Chmielewska illustriert. Zu dem Buch gab es im "Museum der Geschichte der polnischen Juden" (POLIN - Warschau) zwischen November 2018 und Juli 2019 eine interaktive Ausstellung mit großformatigen Bildern.

Begleitheft in deutscher Sprache

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An diese gliederte sich eine weitere, modern gestaltete Ausstellungssequenz, die sich, ebenfalls interaktiv, mit Demokratieerziehung auseinandersetzte, basierend auf Korczaks Pädagogik. Die Ausstellungsfläche betrug in seiner Gesamtheit etwa 600 qm. Man zählte während der Ausstellungsdauer 78.000 Besucher sowie Workshop-Teilnehmer. (Quelle: POLIN) 

    
Anlässlich der Straubinger "Janusz Korczak Tage" im November 2019 wird ein Begleitheft in deutscher Sprache aufgelegt, um mit dem Bilderbuch im Vorschulbereich zum Thema Demokratieerziehung arbeiten zu können. Hierzu wird es mehrere Einfürungssequenzen, u.a. in der Stadtbibliothek oder an der Fachakademie für Sozialpädagogik geben. Diese können auch später, bei Bedarf angeboten werden.

  • Janusz Korczak Tage
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Erinnerungsmal im Pulverturm

Unter der fachlichen Anleitung von Max Messemer wurde ein Bronze-Triptychon erarbeitet, das im Oktober 2019 im Pulverturm enthüllt wurde. Es trägt stellvertretend 130 Namen von T4-Opfern, die ermittelt werden konnten und in der ehemaligen NS-Tötungsanstalt Schloss Hartheim, ermordet wurden. Aus einer Gruppe von anfangs 120 Schüler*innen, die sich der Thematik annahmen, setzte sich die Idee von Miriam Pelizzari, Lisa Konjetzky, Katharina Plonka und Sandra Bickel durch. Darüber hinaus beteiligt sich nicht nur der Gestaltungszweig der FOS/BOS an diesem Projekt mittlerweile sind alle Fachbereiche mit großem Engagement eingebunden. Noch im Juli 2019 erfolgte eine Exkursion nach Hartheim. Heute befindet sich dort ein Lern- und Gedenkort. Etwa 13 Schüler*innen werden sich in ihre Seminararbeit mit der NS-Euthanasie auseinandersetzen.  

 

T4-Keine Ahnung? Eine Erinnerungsarbeit - Kurzfassung

T4-Keine Ahnung? Eine Erinnerungsarbeit - Langfassung

T4-Keine Ahnung? Eine Erinnerungsarbeit - Projektdokumentation

Festakt - Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie

Während der Zeit des Nationalsozialismus fielen in Straubing etwa 360 Menschen mit Behinderung der sogenannten Aktion T-4 oder später der dezentralen Euthanasie zum Opfer. Insgesamt wurden während der NS-Zeit bis zu 275.000 Menschen mit Behinderung, deren Leben man als 'lebensunwert' definierte, ermordet.

Am zentralen Gedenkort der Stadt Straubing soll an die Opfer dieses Verbrechens erinnert werden. Ein Bronze-Triptychon trägt stellvertretend 130 Namen von Straubingern, die man einst der Obhut der damaligen Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder in Straubing entriss, um sie zu ermorden.

Für die Erarbeitung des Triptychons zeichnet sie der Bereich 'Gestaltung' der staatlichen Fachoberschule Straubing, unter der fachlichen Leitung von Herrn Max Messemer verantwortlich. Es war ein Projekt vieler engagierter Schülerinnen und Schüler. Vollendet wurde es von Sandra Bickel, Lisa Konjetzky, Miriam Pelizzari und Katharina Plonka.

Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

Schloss Hartheim

Schülerinnen und Schüler eines P-Seminars des Johannes-Turmair-Gymnasiums setzten sich im Rahmen eines Tages-seminars intensiv mit dem Thema NS-Euthanasie auseinander. Zudem wurde gemeinsam mit einem Gedenkstättenpädago-gen erarbeitet, welche historischen, wissensschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten den Nationalsozialisten die Grundlage für den hunderttausendfachen Mord an Menschen mit Behinderung boten.

 

Das Schoss Hartheim diente als Tötungsanstalt zur Umsetzung des NS-Euthanasieprogramms und der sog. 'Sonderbehandl-ung 14f13' (Krankenmorde an KZ-Häftlingen). Aus der ehemaligen Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder in Straubing wurden im Rahmen der 'Aktion T4' 130 Menschen in Hartheim ermordet. Zwischen 1940 und 1944 wurden im Schloss Hartheim rund 30.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch kranke Menschen ermordet. Sie waren teils PatientInnen aus psychiatrischen Anstalten und BewohnerInnen von Behinderteneinrichtungen und Fürsorgeheimen, teils Häftlinge aus den KZ Mauthausen, Gusen und Dachau sowie ZwangsarbeiterInnen. (Quelle: Gedenkstätte Schloss Hartheim)


Das P-Seminar des Johannes-Turmair-Gymnasium ist in 2019 die zweite Besuchergruppe einer Straubinger Schule. Im Juli fand bereits eine Exkursion der FOS/BOS statt. Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie möchten im Rahmen ihrer Erinnerungsarbeit auch zukünftig Fahrten nach Schloss Hartheim initiieren und unterstützen.

 

Den Wert des Lebens spürbar machen

Schüler des Johannes-Turmair-Gymnasiums besuchen die Gedenkstätte der Vernichtungsanstalt Hartheim

Frühmorgens mit dem Bus unternahm eine kleine Gruppe von P-Seminaristen des Turmair-Gymnasiums,  die Exkursion ins knapp 200 Kilometer entfernte oberösterreichische Hartheim – ein Schloss auf dem Land idyllisch zwischen Wels und Linz gelegen, das aber den Nationalsozialisten seit 1940 einem furchtbaren Zweck diente: Dort wurden, vor allem im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“, zehntausende von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung systematisch umgebracht. Auch Straubinger sind unter den Opfern des zentral geplanten Mordvorhabens. Sie wurden zuerst aus der kirchlichen Einrichtung der Barmherzigen Brüder ins Regensburger Bezirksklinikum verlegt und wenig später mit den berüchtigten „grauen Bussen“ nach Hartheim gebracht, wo sie, nach der perversen Logik der nationalsozialistischen Ideologie zu „lebensunwertem Leben“ erklärt, sofort vergast wurden. Ob der Schrecken dieser Vernichtungsstätte wohl von der Besucherin oder dem Besucher unserer Gegenwart nachempfunden werden, für sie erfahrbar gemacht werden kann?
Die Mannschaft des Erinnerungs- und Lernortes Schloss Hartheim gab sich jede Mühe, den Jugendlichen aus Niederbayern nahezubringen, was sich an diesem Ort an Unfassbarem abgespielt hat. Der Vormittag diente der Erforschung zweier typischer Lebensläufe von Opfern der Tötungsanstalt, wo neben Menschen mit Behinderung auch arbeitsunfähige Häftlinge aus Konzentrationslagern wie Mauthausen und Dachau ermordet wurden. So lernten die JTG-Schüler einen jungen Polen kennen, der als Teil der „Intelligenz“ zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt wurde und zwei KZ-Anstalten überlebte, ehe er in Mauthausen so schwer erkrankte, dass man ihn nach Hartheim deportierte. Gleichermaßen nah ging das Schicksal eines niederbayerischen Bauernsohnes, der, selbst siebenfacher Vater, jedoch traumatisiert vom Einsatz im Ersten Weltkrieg, nach dem frühen Tod seiner Ehefrau völlig den seelischen Halt verlor und, von Depression und Apathie geplagt, immer mehr dem Leben abhanden kam. Auch er starb als ehemaliger Pflegling der Barmherzigen Brüder Straubing schließlich in der Gaskammer der Anstalt Hartheim – für die Nationalsozialisten in ihrer Menschenverachtung der „Gnadentod“.
Bevor aber die Straubinger Schülerinnen und Schüler diesen Ort des Schreckens selbst ansehen konnten, zeigte ihnen eine hervorragend konzipierte Ausstellung im ersten Geschoss der Gedenkstätte, aus welchen Denktraditionen sich das mörderische Programm der Nazis speiste – von der kalten, blind fortschrittsoptimistischen Rationalität der aufgeklärten Medizin über die seit der Zeit der Industrialisierung kursierenden Ideale von „Sozialhygiene“ bis zu den eugenischen Theorien des noch jungen 20. Jahrhunderts, die bereits direkt in die Verbrechensgeschichte des Nazi-Regimes münden, aber weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, auch in der westlichen Welt verbreitet waren. In Hartheim kann man sich ansehen, wohin der Plan, eine „bessere Gesellschaft“ zu erschaffen, die Menschen geführt hat – indem sie die Auffassung propagierten, in dieser Gesellschaft sei nicht für jeden Platz.

(Wolfgang Sättler - Lehrer am Johannes-Turmair-Gymnasium)

Eine künstlerische Auseinandersetzung in der Erinnerungsarbeit

Die FOS widmet sich fachübergreifend seit einigen Monaten dem Thema Euthanasie während der NS-Zeit in Straubing. Der Bereich Gestaltung tat dies im künstlerischen Kontext in Form eines Halbjahresprojekts. Damit war zugleich die Aufgabenstellung verbunden, ein bleibendes Zeichen der Erinnerung an die Opfer der NS-Euthanasie für den zentralen Gedenkort im Pulverturm zu schaffen. Verschiedene Entwicklungsphasen und Dynamiken in mehreren Klassen führten dazu, dass vier Schülerinnen die Arbeit unter Anleitung von Max Messemer in ihre Endfassung brachten. Dieser Entstehungsprozess soll nun den Besuchern der Veranstaltung am 03. Juli verdeutlicht werden. „Hierzu wird das innere des Pulverturms zur Projektionsfläche der umfangreichen Versuche und Experimente mit Zeichnung, Malerei, Grafik, Relief, und Typografie, diesem grausamen Stück Geschichte „ein Bild“ zu geben. In diesem Arbeitsprozess hat sich schließlich eine ganz andere, ganz neue Form von Bildfindung entwickelt. Neue Medien wurden als Werkzeug für die Umsetzung eingesetzt“, erklärt Max Messemer, Lehrer an der FOS.

Das Ergebnis der jungen Künstlerinnen ist ein Triptychon, bestehend aus drei Bronzetafeln das im Oktober seinen Platz im Pulverturm finden wird. Dies wird im Rahmen eines offiziellen Festaktes geschehen. Die drei Tafeln tragen die Namen der 130 Menschen, die einst in der Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder untergebracht waren, deren Obhut sie das NS-Regime entriss, um sie anschließend zu ermorden. Das geschaffene Kunstwerk steht auch symbolisch und stellvertretend für die Opfer der NS-Euthanasie, der Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ in ihrer Gesamtheit. Dieses Kunstwerk von jungen Menschen gestalten zu lassen, die ihren eigenen Zugang zum Thema finden war ein Grundansatz des Projekts. Das enorme Engagement, das weit über den Unterrichtsrahmen reicht, die Emotionalität und den sensiblen Umgang mit dem Thema finden die Projektverantwortlichen zutiefst beeindruckend. Um sich einen emotionalen Eindruck dieser Werkgeschichte zu verschaffen, sollen sich die Bürgerinnen und Bürger Straubings herzlich eingeladen fühlen. Die Veranstaltung wird von Frau Bürgermeisterin Maria Stelzl eröffnet.

Das Projekt ist Teil der langjährigen und intensiven Erinnerungsarbeit im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie. Wie gewohnt verfolgt man einen langfristigen und nachhaltigen Ansatz. Neben der FOS/BOS sind die Barmherzigen Brüder Straubing, die Stadtarchivarin Dr. Dorit-Maria Krenn, der Leiter des Bezirksklinikums Mainkofen, Gerhard Schneider sowie Schloss Hartheim (ehemalige Euthanasiestätte in Oberösterreich) in die umfangreiche Arbeit eingebunden. In den nächsten Jahren werden noch weitere Einzelprojekte zum Thema folgen. Zudem soll die Arbeit dokumentiert und für verschiedene Zielgruppen entsprechend aufbereitet werden.

Eutanasie in der NS-Zeit - Eine Erinnerungsarbeit

T4- Keine Ahnung

Ein Kooperationsprojekt der Stadt Straubing, der gemeinnützigen Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder sowie der BO-Straubing, im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie.

Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen während des Nationalsozialismus, die sich gegen Menschen mit Behinderung richteten - allein in Straubing fielen dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm etwa 360 Menschen, Pfleglinge der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder, zum Opfer -, ist unserer Einschätzung nach in der öffentlichen Wahrnehmung nicht ausreichend präsent. Dieser defizitäre Umstand setzt sich fort in der allgemeinen Erinnerungsarbeit, in der Thematisierung in Schulen etc. oder anhand fehlender, sichtbarer Zeichen des Gedenkens im öffentlichen Raum.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema soll vielfältig und nachhaltig sein. Die Basis bilden die Forschungen der Stadtarchivarin Dr. Dorit-Maria Krenn zur Pflegeanstalt in der NS-Zeit und die pädagogisch-didaktischen Materialien, die in der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder durch Katharina Werner für den Einsatz im Bereich der Behindertenhilfe erarbeitet wurden. Das Projekt verfolgt einen langfristigen, nachhaltigen und inklusiven Ansatz.

 

Projektskizzierung:

• Sensibilisierung der Öffentlichkeit, z.B. durch entsprechende Medienbeiträge und Informationsveranstaltungen mit Fachreferent_innen

• Multiplikatorenveranstaltungen, z. B. durch Workshops und didaktische Fachangebote in den Bereichen Erziehung, Schule und in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung etc.
• Dokumentation der Projektarbeit (Foto, Film, Essays, bildnerische Arbeiten, Zeitungs- und Erfahrungsberichte …). Die Präsentation der Dokumentation sollte in Form einer oder mehrerer Ausstellungen wiederum im öffentlichen Raum stattfinden.

• Erarbeitung einer digitalen Online-Dokumentationsplattform (Webseite, Channels, Blogs etc.) des Informierens, des Erinnerns und Gedenkens in Wort, Bild, Animation, Film und Interaktiven Medien zu »T4, keine Ahnung?«

• Ausarbeitung und Angebot pädagogischer Exkursionen zur ehemaligen NS-Tötungsanstalt Hartheim in Oberösterreich

(ev. verbunden mit Exkursion zum Konzentrationslager Mauthausen): Der ausgearbeitete  „Exkursionsplan“ soll künftig allen interessierten Schulen zur Verfügung stehen

• Anbringen mehrerer Bronzetafeln zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms im zentralen Erinnerungsort Straubings, im Ehrenmal Pulverturm; der künstlerische Entwurf der Gedenktafeln wird hierbei von Schülerinnen und Schülern der Abteilung Gestaltung der FOS/BOS Straubing entwickelt.

 

 

Die Ermordung von Menschen mit Behinderung durch die Nationalsozialisten  am Beispiel der Straubinger Pflegeanstalt

Adolf Hitler versuchte sein Ziel eines „Herrenvolkes“, das einmal Europa, wenn nicht sogar die Welt beherrschen sollte, nach der Machtergreifung Ende Januar 1933 nicht nur durch eine radikale antisemitische Politik zu realisieren. Auch behinderte und psychisch kranke Menschen störten als „minderwertige Elemente“ im rassistischen Weltbild der Nationalsozialisten und sollten als „unnützer Ballast“ der Gesellschaft und „lebensunwertes Leben“ „ausgemerzt“ werden.

 

Mit Kriegsausbruch 1939 erhielt das Vorgehen gegen Behinderte eine neue Dimension, verharmlosend „Euthanasie“, d.h. „guter Tod“ genannt. Auf Anordnung Hitlers wurde von Berlin aus die Ermordung der Behinderten planmäßig vorbereitet und durchgeführt, in der Nachkriegszeit nach der Tarnadresse in Berlin Tiergartenstraße 4 „T 4-Aktion“ genannt.

So wurden ab Oktober 1939 alle Heil- und Pflegeanstalten aufgefordert, für jeden Patienten einen Meldebogen auszufüllen, in dem neben den persönlichen Daten u. a. auch die Diagnose, die Therapie, die „Rassenzugehörigkeit“ und die Arbeitsfähigkeit angegeben werden mussten. Eine Kommission besuchte dann die Einrichtungen und prüfte die Pfleglingsakten; vom 28. bis 30. Juli 1940 weilte sie in der Straubinger Pflegeanstalt. Die Anstalten erhielten nach einiger Zeit „Transportlisten“ mit den Namen der zur Tötung vorgesehenen Pfleglinge – bei den kirchlichen und privaten Einrichtungen wurde hierbei zur Verschleierung erst der „Umweg“ über eine Einlieferung in staatliche Heil- und Pflegeanstalten gewählt. Ab Januar 1940 wurden die Behinderten dann systematisch in die neu eingerichteten sechs Tötungsanstalten verbracht. Für Bayern und Österreich war dies vor allem Schloss Hartheim bei Linz. Die Betroffenen wurden nach ihrer Ankunft in Hartheim unverzüglich auf den Weg zur Gaskammer geschickt. Die Behinderten, die das Schloss betraten, waren nach wenigen Stunden tot. Die Angehörigen erhielten erst nach einiger Zeit die Todesnachricht mit einem fingierten Sterbedatum, einer erfundenen Todesursache und dem Hinweis, dass aus seuchenpolitischen Erwägungen heraus der Verstorbene sofort eingeäschert werden musste.

 

Für die Pflegeanstalt Straubing wurde am 20. November 1940 die T4-Aktion bittere Realität: Die ersten 21 Pfleglinge, die auf Kosten des Landesfürsorgeverbandes Schwaben betreut wurden, mussten in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren überstellt werden. Am 1. April 1941 brachte man 100 Pfleglinge in die Heil- und Pflegeanstalt von Regensburg/Karthaus, 37 in das psychiatrische Krankenhaus Mainkofen. Weitere Transporte nach Regensburg und Mainkofen folgten, bis in der Anstalt, die im September 1941 zum Lazarett bestimmt worden war, nur noch etwa 80 Arbeitspfleglinge verblieben.

Am 24. August 1941 hatte Hitler die T4-Aktion gestoppt, da in der Bevölkerung eine wachsende Unruhe spürbar war, die Kirchen, insbesondere der Bischof von Münster Clemens Graf von Galen öffentlichen Protest erhoben. Doch die Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ ging weiter. In der „dezentralen“ bzw. „wilden“ Euthanasie kamen viele Patienten vor allem in den staatlichen Heil- und Pflegeanstalten durch Vernachlässigung, gelegentlich durch Medikamentenvergiftung ums Leben. Es gab aber noch eine Steigerung: Mit dem so genannten „Hungerkost-Erlass“ ordnete das Bayerische Innenministerium am 30. November 1942 die Abgabe von fettloser Kost an nicht arbeitsfähige Kranke und aussichtslose Fälle in den staatlichen Anstalten an.

 

Insgesamt kamen von 1940 bis 1945 in Deutschland bis zu 275.000 Behinderte und psychisch Kranke ums Leben, in Bayern etwa 23.000. Von den knapp 700 Jungen und Männern, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in der Straubinger Pflegeanstalt lebten, fielen geschätzt 360 der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer: Mindestens 130 vergast in Hartheim, etwa 230 umgekommen in der dezentralen Euthanasie.


Seit 2009 steht in der Straubinger Einrichtung ein Denkmal, das Bewohner und Betreuer in gemeinsamer Auseinandersetzung mit den erschütternden Vorgängen in nationalsozialistischer Zeit gestalteten mit der Inschrift und dem Ziel „Uns allen zur Mahnung“. Seit April 2013 ist mit den Stolpersteinen des Künstlers Günter Demnig für Ludwig Egner und Mathias Miehling vor dem Eingang der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder an der Äußeren Passauer Straße den Ermordeten stellvertretend Name und Gesicht gegeben. Im Pulverturm, dem 1963 eingeweihten Ehrenmal der Stadt Straubing für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, fehlt bisher eine Erinnerung an die Straubinger Pfleglinge.

 

Dr. Dorit-Maria Krenn

Stadtarchiv Straubing

 

Literaturhinweis:
Dorit-Maria Krenn, „Er sieht seinen Schutzengel an seiner Seite.“ 125 Jahre Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Straubing, in: Barmherzige Brüder Straubing 1884-2009, hg. v. Barmherzige Brüder gemeinnützige Behindertenhilfe GmbH, Straubing 2009, S. 33-115, bes. 65-91

Dorit-Maria Krenn, Sie waren unsere Nachbarn. Stolpersteine in Straubing 2008 und 2013, Straubing 2013, S.28-33

 


Wachsam für Menschlichkeit

Kinder und Jugendliche der Gruppe Josef des Nardiniheims haben sich intensiv mit verschiedenen Acryltechniken beschäftigt und eine Vielzahl von Kunstwerken geschaffen. Diese werden in der Stadtbibliothek der Öffentlichkeit präsentiert. Das Projekt "Kunst bewegt - Wachsam für Menschlichkeit!" ist Teil der Straubinger Partnerschaften für Demokratie. Unsere Intention ist es, die Belange von Menschen mit Behinderung in den Fokus zu rücken und öffentlichen Raum zu schaffen. Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Form der Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen. Aus gegebenem Anlass erachten wir es als dringend not-wendig, Stellung zu beziehen und rückwärts gewandten Bestrebungen in aller Deutlichkeit zu widersprechen.   

Für die Gäste der Vernissage besteht die Möglichkeit, eine Patenschaft für ein Bild zu übernehmen. Dies soll ein symbolischer Akt der Solidarität sein. Wer möchte, darf "sein Bild" nach Beendigung der Ausstellung gerne in Empfang nehmen. Das Projekt "Kunst bewegt - Wachsam für Menschlichkeit!" wurde in der Gruppe Josef des Nardiniheims an der Bildungsstätte St. Wolfgang zwischen Januar und Juni 2019 mit acht Kindern umgesetzt.                             
Projektleitung und Konzeption: Iwona Roszkowski 

 

Bilder zur Ausstellung


Schalom Straubing - jüdisches Leben in unserer Stadt

Das „jüdische Leben mit allen Besonderheiten und allen Banalitäten“ will  Fotografin und Kulturförderpreisträgerin Franziska Schrödinger  in ihrer Dokumentation „Schalom Straubing“ widerspiegeln. Die Fotoausstellung, entstand im Rahmen der Partnerschaften für Demokratie. Unterstützung bekam die junge Künstlerin von Alexandra Roszkowski, die mit einigen Akteur_innen Biografie-Gespräche geführt hat, deren Ergebnisse in Textform Teil der Ausstellung sein werden.
Beeindruckende Aufnahmen sind 2017 und 2018 entstanden – die gebürtige Straubingerin Franziska Schrödinger hat die Menschen der jüdischen Gemeinde viele Wochen lang begleitet. Nicht nur bei besonderen Anlässen, sondern auch im Alltag. Und genau das macht die Stimmung aus, die von den Fotos ausgeht: Die Momentaufnahmen, die das jüdische Leben im Hier und Jetzt zeigen.

 

„Meine Arbeit soll einen emotionalen Eindruck des Gemeindelebens widerspiegeln. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Erklärung von Feiertagen, umfassende Information“, beschreibt die Fotografin ihren ganz besonderen Zugang zur Thematik. Deshalb werde auch die Präsentationsform „auf keinen Fall wie in einem Museum“  sein. Vielmehr soll ein intensiver Austausch ermöglicht werden. So werden ein Großteil der Bilder beispielsweise auf Pulten ausgelegt, damit die Besucher die Werke aus der Nähe betrachten können.


Für Franziska Schrödinger, Jahrgang 1991, war dieses Projekt selbst ein Experiment, wie sie zugibt: „Anfangs war ich nervös.“ Mit dem Thema Judentum habe sie bisher hauptsächlich in der Schule zu tun gehabt, umso spannender habe sie es gefunden, dass sie sich nun intensiv damit beschäftigen und die Menschen vor Ort kennenlernen konnte. Schnell sei eine Vertrauensbasis geschaffen worden und sie  konnte die Menschen der jüdischen Gemeinde bei ihren Aktivitäten begleiten. Zum einen seien dabei Portraits von Verantwortlichen in der Gemeinde entstanden, zum Beispiel dem Rabbi, dem Hausmeister, der Religionslehrerin oder der Sozialarbeiterin. Zum anderen habe sie aber auch interessiert: „Wie sieht das Gemeindeleben aus?“ Und so hat sie die Mitglieder verschiedener Gruppen begleitet und ihre Aktivitäten festgehalten, wie zum Beispiel die Kindertheatergruppe. Auch an einem Gemeindeausflug hat sie teilgenommen. Mit ihrer Dokumentation will sie zeigen: „Auch wenn man in einer Welt fremd ist, kann man den Betrachter mitnehmen.“ Vor allem, weil man dann auch schnell merke: „So fremd ist das alles gar nicht.“ Im Gegenteil: In den meisten Situationen erkenne man sich schnell wieder.  
Es war es wichtig, dieses Projekt von jungen Menschen gestalten zu lassen und einen gegenwartsbezogenen Zugang zur jüdischen Gemeinde zu finden. Sie ist ein lebendiger Teil der Stadtgemeinschaft.

 

Die Ausstellung ist auf Anfrage (roman.schaffner@straubing.de) zu entleihen.

Fotos: Franziska Schrödinger

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Kinder lieben und achten

 Itzchak Belfers Bestseller "The Man Who Knew How To Love Children" liegt nun auch in deutscher Sprache vor.  Interessierte können sich unter roman.schaffner@straubing.de melden. Eine kostenlose Entleihe für Schulen, Kindertageseinrichtungen ist möglich.


Itzchak Belfer ist einer der letzten Zöglinge Janusz Korczaks. Er lebt heute als anerkannter Künstler in Tel Aviv. Siegfried Steiger, Belfers Feund und Vorsitzender der Deutschen Korczak-Gesellschaft übernahm die Aufgabe, das Buch in deutscher Sprache herauszugeben. Die Straubinger Partnerschaften für Demokratie sowie die Israelitische Kultusgemeinde der Stadt Straubing unterstützten dieses wichtige Projekt, zum Gedenken an den Vater der Kinderrechte, Dr. Janusz Korczak.

 

Itzchak Belfer: Warum ich dieses Buch geschrieben habe...
Vor vielen, vielen Jahren, im vergangenen Jahrhundert kannte ich einen besonderen und außergewöhnlichen Mann. Einen Mann, den ich niemals vergessen werde. Sein Name war Dr. Henryk Goldszmit. Dr. Goldszmit lebte in Warschau, in Polen. Er war Kinderarzt, Erzieher und ein sehr bekannter Schriftsteller, der seine Bücher unter dem Pseudonym (Schriftstellernamen) Janusz Korczak schrieb. Da seine Bücher sehr bekannt waren, nannte ihn jeder bald – Dr. Janusz Korczak. Und so wollen wir ihn auch in dieser Geschichte nennen.
Nun, warum möchte ich euch von ihm erzählen? Der Grund ist, weil ich einer von ein paar hundert Waisenkinder war, die das Glück hatten, von diesem wundervollen Mann aufgezogen zu werden. Er liebte Kinder und verstand sie, wie das noch nie irgendjemand vor ihm vermochte. Und bald wird auf dieser Welt niemand mehr übrig sein, der ihn als Kind kannte. Ich glaube, dass es für die heutigen Kinder sehr wichtig ist, zu wissen, wer Janusz Korczak war und warum jedes Kind, das das Glück hatte, ihn zu kennen, ihn niemals vergessen wird. Dr. Korczak, der Jude war, schrieb viele Bücher über die Not, die Kinder erfuhren – im Besonderen, jüdische Waisenkinder. Er träumte davon, den Waisen ein Zuhause zu bauen – und dieser Traum wurde durch die Unterstützung einer jüdischen Organisation wahr. Sie nannte sich „Hilfe für Waisen“. Durch die vielen gesammelten Spenden konnte ein neues Waisenhaus für jüdische Kinder gebaut werden. Das liegt nun schon über hundert Jahre zurück. Im Jahr 1912 konnten 85 Kinder ihr neues Zuhause beziehen, begleitet von Dr. Janusz Korczak, mit Fräulein Stefa Wilczynska an seiner Seite. Sie war die „Cheferzieherin“. Das Haus war wunderschön und groß, mit Stockwerken. In ganz Polen gab es kein vergleichbares Haus! Die Träume des Doktors begannen langsam Gestalt anzunehmen: Eine neue Welt für diese jungen Bewohner zu schaffen, die zum großen Teil keine Mutter und keinen Vater mehr hatten.
Auch ich wuchs dort auf. Dort bekam ich, was keine andere Schule der Welt einem Kind wie mir hätte geben können. Als ich dort ankam, war ich ein sieben Jahre alter Bub, und ich verließ das Haus mit fünfzehn – praktisch als junger Mann. Nun erzähle ich euch über diese wunderbare Zeit in meinem Leben.



Highlights 2018

Demokratieerziehung mit König Macius

2018/12/03 WARSCHAU - Museum der Geschichte der polnischen Juden...

...zu einer exklusiven Ausstellungsbesichtigung von "King Matt's Poland", auf Einladung von Iwona Chmielewska. Von ihr stammen die Illustrationen der Ausstellung, die Janusz Korczaks Kinderbuch-Klassiker lebendig werden lassen. Die Ausstellungskuratorin Dr. Tamara Sztyma nahm sich viel Zeit, um uns zur Entstehung und zur Konzeption der Ausstellung zu berichten. Wir können nur jedem empfehlen, sich die Ausstellung anzusehen. Sie ist wirklich großartig, in jeglicher Hinsicht. Visuell, didaktisch, konzeptionell - und künstlerisch sowieso!

bis 01.07.2019 ist im POLIN-Warschau (Museum der Geschichte der polnischen Juden) Die Ausstellung wurde zum 100. Jahrestag der Wiedererlangung von Polens Unabhägigkeit konzipiert. Demokratieerziehung ist Thema der Ausstellung. Anhand von Janusz Korczaks Kinderbuchklassiker "König Macius der Erste" wird das Thema transportiert. Teil 1 der Ausstellung greift die Geschichte des Buches auf. Iwona Chmielewskas Illustrationen ergänzen Korczaks Texte (Polnisch & Englisch) kongenial. Die großformatigen Bilder und das interaktive Konzept lassen die Besucher tief in die Geschichte eintauchen. Ein emotional berührendes Erlebnis.
Teil 2 der Ausstellung im POLIN ist modern, und läßt sowohl Kinder als auch Erwachsene spielerisch / interaktiv erfahren, wie Demokratie funktioniert. Alles steht im engen Kontext zu Janusz Korczaks Pädagogik & König Macius. Sehr interessant sind auch die historischen Fotos und Exponate von und um Janusz Korczak, wie z.B. eine Erstausgabe des Buchs "König Macius der Erste", von 1923. Auch Korczaks Brille ist zu sehen, die normalerweise im Korczakianum (ehemaliges Waisenhaus "Dom Sierot") aufbewahrt wird.

 

Homepage POLIN  Ausstellung - "In King Matt’s Poland. The 100th Anniversary of Regaining Independence"

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Demokratiekonferenz

"50 Jahre 1968 - Einflüsse auf demokratische Entwicklungsprozesse - Eine Analyse“
Schüler*innen des JTG und Studierende der FAKS werden den Entwicklungsprozess generationsbezogen sowie aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und im Forum diskutieren.
Im anschließenden Freistunde-Talk soll die Rolle der Kunst im Fokus stehen. Ein generationsübergreifender Dialog unter Künstler*innen aus zwei Ländern, über Ihre persönlichen Wahrnehmungen, Erlebnisse und die Rolle der Kunst als politisches Instrument.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Freistunderedaktion des Straubinger Tagblatts, dem Johannes-Turmair-Gymnasium, sowie der Fachakademie für Sozialpädagogik der Ursulinenschulstiftung statt.

Gäste im Freistunde-Talk
- Prof. Witold Chmielewski - emeritierter Fakultätsleiter für Bildende Kunst an der Kopernikus-Universität Torun (PL),
- Erich Gruber - Vorsitzender der Gemeinschaft Bildender Künstler in Straubing und Schulleiter an der Volksschule St. Josef,
- Adriana Omylak - Studentin der Buchillustration in Krakau (PL)
- Franziska Schrödinger, Fotografin und Kulturförderpreisträgerin (D)



Plädoyer für die Rechte der Kinder

Ein ganz besonderes Kunstwerk findet im Johannes-Turmair-Gymnasium künftig ein Zuhause. Es stammt von der mehrfach ausgezeichneten und international erfolgreichen polnischen Bilderbuch-Illustratorin Iwona Chmielewska, die zusammen mit ihrem Mann Prof. Witold Chmielewski damit ein Plädoyer für Kinderrechte geschaffen hat. Es zeigt auf der einen Seite den polnischen Arzt, Pädagogen und Waisenhausdirektor Janusz Korczak und auf der anderen Seite seine Waisenkinder. 1942 sind Korczak und 200 Kinder im Vernichtungslager Treblinka ermordet worden. Die beiden Bilder werden durch eine Wäscheleine verbunden, an der aber keine Wäsche, sondern verschiedene Kinderrechte hängen. „Die Rechte der Kinder sollen nie vergessen werden“, betonte die Künstlerin bei der offiziellen Übergabe in den Räumen des Jugendamtes, an der neben dem Künstlerehepaar auch Bürgermeisterin Maria Stelzl, Vertreter der Stadt Straubing, eine Delegation des Johannes-Turmair-Gymnasiums mit stellvertretendem Schulleiter Markus Sabinsky sowie der Bildungsstätte St. Wolfgang mit Schulleiterin Maria Welsch und weitere Gäste teilnahmen. Das Mehrteilige Bild,mit Motiven aus Chmielewskas Buch „Blumkas Tagebuch“ ist kein Bild, das man aus der Distanz betrachtet, sondern ist interaktiv, zum Anfassen und ergänzen. Bürgermeisterin Maria Stelzl zeigte sich sehr beeindruckt von dem Kunstwerk und bedankte sich im Namen der Stadt bei der Künstlerin für das großzügige Geschenk, das tiefen Eindruck hinterlasse. Große Anerkennung sprach sie Roman Schaffner und Zvonimir Pervan für ihr Engagement im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ aus. Die lange Zusammenarbeit mit Iwona Chmielewska sowie die Überreichung des Kunstwerks geht auf die Initiative von Projektleitung Iwona Roszkowski zurück, die seit vier Jahren mit Kindern des Nardiniheims einen Projektzyklus zu Janusz Korczak umsetzt, der internationale Beachtung findet. Alle Kinder, die beim heutigen Termin im Jugendamt anwesend waren, bekamen von Iwona Chmielewska ein individuell gestaltetes und handsigniertes Buch überreicht.

 

Bilder vom Workshop


Filmprojekt 400 Augn / 400 Oczu

Illustrationen von Adriana Omylak


„Kunst bewegt“ – davon ist auch die 20-jährige Adriana Omylak aus Polen überzeugt. Beim Freistunde-Talk berichtete sie von ihren Erfahrungen als Studentin in Krakau. Sie will nach ihrem Studium als Bilderbuchillustratorin arbeiten. Wir wollten wissen, wie sie auf diesen Berufswunsch gekommen ist.

Adriana, Du studierst im dritten Semester Grafik an der Kunstakademie in Krakau. Was fasziniert dich an der Kunst?
Ich habe schon in der zehnten Klasse gewusst, dass ich das studieren möchte. Mich hat schon als Kind die Verbindung von Texten und Bildern fasziniert. Ich habe so viel gelesen, dass mir oft die Bücher ausgegangen sind. Ich habe mir dann einfach selbst welche ausgedacht – und illustriert. Als Jugendliche entdeckte ich dann den besonderen Reiz von Bilderbüchern und Graphic Novels.

Woher nimmst Du Deine Ideen für Deine künstlerischen Werke?
Eine meiner größten Inspirationen ist bis heute die polnische Bilderbuch-Illustratorin Iwona Chmielewska. Ihre Art, Geschichten zu erzählen, empfinde ich als einzigartig. Ich möchte sie allerdings nicht kopieren, sondern eigene Wege gehen. Die unendliche Quelle meiner Ideen bleibt meine Heimat. Ich bin auf einem Bauernhof mit vielen Pferden aufgewachsen. Ein entscheidender Punkt war, als mir mein Vater ein Bilderbuch mitbrachte, in dem viele Tiere abgebildet waren. Hier wurden für mich die drei Hauptelemente sichtbar: das Wort, die Illustration und schließlich der Bauernhof. Zum Beispiel habe ich vergangenes Jahr ein Fotoprojekt unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln“ gestaltet.

Viele Künstler haben heutzutage Probleme, von ihrer Kunst auch leben zu können. Wie gehst Du mit dieser Herausforderung um?
Mir ist klar, dass das schwierig wird. Ich merke auch bereits jetzt im Studium, dass es ganz deutlich auf die Themen ankommt, die man wählt. Wer aktuelle politische und soziale Themen aufgreift, ist populär und verdient damit auch Geld. Andere Projekte, die vielleicht aus künstlerischer Sicht besser sind, kommen weniger an.

Hier in Straubing illustrierst du im Rahmen der Partnerschaften für Demokratie einen Musikclip zu dem Lied „400 Augn“ von d‘bänd, das sich mit dem polnischen Waisenhausdirektor Janusz Korczak beschäftigt, der 1942 mit rund 200 Kindern im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde. Was bedeutet das für Dich?
 Ich habe Janusz Korczak bereits in meiner Schulzeit kennengelernt.  Je mehr ich mich mit ihm beschäftige, desto mehr imponiert mir, wie sehr er sich damals für die Kinder eingesetzt hat. Er war ein Vorreiter in Sachen Kinderrechte. Es ist eine große Ehre, dass ich das Lied illustrieren darf. Aber das ist auch etwas, das ich in meinem Studium gelernt habe. Ich hätte nicht gedacht, dass man in der Kunst so viel nachdenken muss. Aber wenn die Idee nicht gut ist, wird die Zeichnung nichts. Das größte Lob eines Professors ist daher für mich nicht, wenn er sagt, das hast du gut gezeichnet, sondern wenn er sagt, dass eine gute Idee dahintersteckt. Und das versuche auch hier umzusetzen.

 

Film 400 Augn / 400 Oczu


Zukunftsorientierte Demokratiearbeit durch Erinnern

Eines der Schwerpunktthemen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie ist seit jeher eine intensive Erinnerungsarbeit. Eine Zwischenbilanz, in Form einer umfangreichen Dokumentation ist zwischen dem 06.11. und dem 16.11.2018 in der Stadtbibliothek zu sehen.

„Wer Erinnerungskultur mit Etikettierungen wie „Das Pflegen eines Schuldkults“ versieht, hat nichts kapiert. Aus der Geschichte zu lernen, heißt, Perspektiven zu entwickeln, die zukunftsorientiert sind, und soll einen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben leisten. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei unverzichtbare Demokratie- und Gegenwartsarbeit“.

Die rund 25 Exponate der Ausstellung dokumentieren Themen, Orte und Personen, die in der langjährigen Arbeit prägend waren. Im Laufe der Zeit konnten sich die Straubinger Projekte durchaus Anerkennung verschaffen, die bis ins Ausland reicht. Die Zusammenarbeiten mit der Internationalen Jugendbildungsstätte Oswiecim, dem Korczakianum in Warschau, der Gedenkstätte Mauthausen, der Deutschen-Korczak-Gesellschaft u.v.m. belegen dies. Die Projektumsetzungen reichen von Exkursionen, dem Umgang mit Neuen Medien, Vorträgen und Zeitzeugengesprächen, bis hin zur Zusammenarbeit mit international renommierten Expert*innen und Künstler*innen. Filmarbeiten wie „Aus für Mauthausen?“, das mit dem Medienkulturhaus der Partnerstadt Wels entstand, können während der Ausstellung via Qr-Code direkt auf das Smartphone gestreamt werden.Wichtigste Prämissen im Themenfeld seien stets Nachhaltigkeit, alternative Formen der Auseinandersetzung und der Inklusionsgedanke gewesen. Deshalb habe man bei den vielen Projekten sehr intensiv mit dem Nardiniheim an der Bildungsstätte St. Wolfgang zusammengearbeitet.
Auch zukünftig wird Erinnerungsarbeit stattfinden. Es gibt eine Reihe von Projekten, die gerade konkretisiert werden. U.a. wird man sich dem Thema Euthanasie während der Zeit des Nationalsozialismus widmen.
Bereits am 24.11. wird Iwona Chmielewska für eine musikalische Lesung zu „Blumkas Tagebuch - Eine Hommage an Janusz Korczak“ in der Israelitischen Kultusgemeinde zu Gast sein. Chmielewska, gilt als eine der bedeutendsten Bilderbuch-Illustratorinnen der Gegenwart.

Aus für Mauthausen?

Ein Filmprojekt in Kooperation mit der Mittelschule St. Stephan (Straubing), dem Gymnasium an der Schauerstraße (Wels), dem Medeienkulturhaus der Stadt Wels, der Gedenkstätte Mauthausen sowie dem Mauthausen Komitee.

 

zum Film


Europa sind wir! Europa to my! (2018/19)

JTG-Schüler in Warschau

Das Motto, das zunächst nach fehlerhaftem Englisch aussieht, bedeutet auf Polnisch „Wir sind Europa!“ und begleitete symbolisch die Warschaufahrt von neun Schülern des Johannes-Turmair-Gymnasiums, die in der polnischen Landeshauptstadt mit gleichaltrigen Gymnasiasten eine Demokratiekonferenz abhielten. Als Vorläufer dieses Projekts hatte unter der Schirmherrschaft des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ bereits im Jahr 2017 eine solche Konferenz - allerdings ohne Jugendliche aus Polen - an der Straubinger Schule stattgefunden. Zum Teil war sie von derselben Gruppe gestaltet worden, die sich am 18. September auf den fünftägigen Trip nach Warschau, in die pulsierende Metropole unseres größten östlichen Nachbarlandes, machte.
Das Begegnungsprojekt begann gleich am ersten Tag mit einer gemeinsam mit den polnischen Partnern unternommenen Erkundung der - bei schönstem Spätsommerwetter - traumhaften Warschauer Altstadt. Auch die ersten kulinarischen Eindrücke vom Gastland begeisterten die Straubinger und machten den Stress des Hinflugs vergessen.
Der zweite Tag in Warschau stand dann bereits im Zeichen der Demokratiekonferenz, die fraglos den Höhepunkt des Austauschprogramms darstellte. Vormittags arbeiteten die Jugendlichen miteinander in Projektgruppen zu Themen wie „Identität als Europäer“, „Gefahren für die Demokratie in den Staaten der EU“ und „Die Zukunft Europas: Wie wollen wir in 20 Jahren leben?“ Die feierliche Veranstaltung am Nachmittag gab den Jugendlichen aus beiden Ländern Raum, die Ergebnisse ihrer Projektarbeit vorzustellen und zu diskutieren. Eingerahmt wurde dieses Konferenzformat durch stimmungsvolle Gedichtrezitationen von Olgierd Lukaszewicz, dem Vorsitzenden des polnischen Schauspielerverbands und Träger des Bundesverdienstkreuzes, der sich leidenschaftlich für den demokratischen Dialog in einem offenen Europa einsetzt. Er brachte den anwesenden Jugendlichen Gedichte des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz in zwei Sprachen zugleich näher. Und nicht zuletzt beehrte Prof. Karol Czejarek, ehemaliges polnisches Regierungsmitglied, Universitätslehrer, Herausgeber und vor allem der Initiator des deutsch-polnischen Begegnungsprojekts, die Demokratiekonferenz durch seine Anwesenheit und sprach eindringliche Abschlussworte, die den anwesenden Teilnehmern unterschiedlichster Generationen den Wert der europäischen Integration als Friedensprojekt vor Augen hielten.
Die weiteren Tage standen unter dem Zeichen der Geschichte der Völkerbegegnung, aber auch der Unterdrückung von Freiheits- und Menschenrechten im leidgeprüften Polen der Neuzeit: Am Donnerstag, dem dritten Exkursionstag, führte ein Ausflug nach Lodz ins renommierte Marek-Edelmann-Zentrum die Lerngruppe auf die Spuren des Nebeneinanders von Polen, Deutschen, Russen und Juden in vergangenen Jahrhunderten. Am Folgetag besuchte man das international gelobte Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau, POLIN, sowie nachmittags das ehemalige Waisenhaus Dom Sierot, das sich heute der Forschung zu dem bedeutenden Reformpädagogen und tragischen Opfer des Völkermordes an den europäischen Juden, Janusz Korczak, verschrieben hat. Marta Ciesielska, die Leiterin dieser beeindruckenden Forschungs- und Bildungsinstitution, trat mit den Jugendlichen aus Straubing und Warschau in einen herausfordernden Austausch und brachte sie dazu, die Grundlagen unserer Werteordnung und unserer Vorstellungen von Freiheit und friedlichem Miteinander zu reflektieren. Die Ausrichtung auf die Gebote der Menschenwürde und die Frage nach dem Wesen der Demokratie als einzige Herrschaftsform, die der Bestimmung des Menschen gerecht zu werden vermag, fanden - als Leitthemen des gesamten Austauschprogramms - in Marta Ciesielskas eindrücklichen Fragen die trefflichste Verbindung.

Am Abreisetag schließlich fügte sich als letzter Schwerpunkt schlüssig in das Austauschprogramm der erschütternde Bericht der Zeitzeugin Katarzyna Meloch, die den Jugendlichen von ihren Erlebnissen als jüdisches Opfer der erbarmungslosen deutschen Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkriegs in Polen erzählte. So zeigte sich bei dem deutsch-polnischen Demokratieprojekt beispielhaft, wie aus der Betroffenheit über die Schrecken der Geschichte des 20. Jahrhunderts die Bereitschaft zur bewussten Übernahme von Verantwortung für eine friedliche Zukunft im Geiste der Völkerverständigung und der Solidarität erwachsen kann und welche Chance Gesellschaften leichtfertig verspielen, die sich vom fatalen Rausch einer nationalistischen Abschottung verführen lassen. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit den Straubinger Partnerschaften für Demokratie statt, die an der Organisation und inhaltlichen Planung beteiligt waren. Wertvolle Unterstützung erfuhren wir während der gesamten Vorbereitung durch Iwona Roszkowski. Hierfür möchte wir ihr unseren Dank aussprechen. (Text: OStR Wolfgang Sättler / StD Markus Sabinsky)

Europa Sind Wir! Europa To My! (2018/19)

Turmair-Schüler als „Botschafter“ des europäischen Gedankens
Zweites Deutsch-polnisches Demokratieprojekt in Kooperation mit dem Lyzeum Adam Mickiewicz (Warschau)

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres 2018/19 brechen zehn Schülerinnen und Schüler des Johannes-Turmair-Gymnasiums in Begleitung von Geschichte-Fachreferent OStR Wolfgang Sättler und stellvertretendem Schulleiter StD Markus Sabinsky zu einer spannenden Reise auf: In Warschau verbringen sie eine knappe Woche mit Gleichaltrigen, um unter dem Motto „Europa to my – Europa sind wir“ gemeinsam über wesentliche Fragen der Entwicklung der Demokratie im Europa der Gegenwart zu diskutieren und sich in zahlreichen Aktivitäten der gemeinsamen Geschichte und der daraus erwachsenden Verantwortung für die Zukunft bewusst zu werden.  Ziel dieser Zusammenführung politisch interessierter polnischer und deutscher Jugendlicher zum Zweck des lebendigen und problemorientierten Austauschs und der persönlichen Annäherung ist es, Reflexionsprozesse anzuregen und zur politischen Bildung sowie zur Wertschätzung der Demokratie und zur bewussten Ausbildung eines europäischen Gemeinschaftsgefühls beizutragen.

Bereits im März 2017 wurde durch eine Lerngruppe von JTG-Schülern eine der interessierten Straubinger Bürgerschaft geöffnete erste Demokratiekonferenz durchgeführt, an der das ehemalige polnische Regierungsmitglied Prof. Dr. Karol Czejarek (Germanist, Übersetzer, Universitätslehrer und Autor) teilnahm. Dieser gab auch den Anstoß zu einem Ausbau des Projekts und stellte den Kontakt zur Partnerschule her.

Neben dem thematischen Zentrum des diesjährigen Treffens, der zweiten Demokratiekonferenz der Schüler am Adam-Mickiewicz-Lyzeum unter Teilnahme von zahlreichen Vertretern des Warschauer Kulturlebens (z.B. der Vorsitzende des polnischen Schauspielerverbandes Olgierd Lukaszewicz), sind verschiedene Programmpunkte geplant: ein Workshop zur Demokratieerziehung an der Marek-Edelmann-Akademie in Lodz ein Besuch in der Ausstellung im ehemaligen Waisenhaus des Reformpädagogen und Holocaust-Opfers Janusz Korczak, eine Führung durch das „POLIN“ (Museum der Geschichte der polnischen Juden auf dem Terrain des ehemaligen jüdischen Ghettos) sowie eine Erkundung der geschichtsträchtigen Warschauer Innenstadt. Und auch ein Gegenbesuch der polnischen Gastgeber in Straubing im Herbst 2019 ist schon in Planung: Teilnehmer/-innen eines P-Seminars werden wesentlich die Durchführung  eines weiteren Debattenprojekts und eines Workshop- und Besichtigungs-Programms organisieren.

Begleitet und unterstützt wird das Projekt durch die Straubinger Partnerschaften für Demokratie.


Prävention / Antidiskriminierung

Mehrsprachigkeit als Chance und Ressource begreifen
Der Umgang mit Mehrsprachigkeit spielt in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft eine wichtige Rolle in der Erziehung. Unter dem Titel „Was laberst du? – Orientierungslosigkeit im Spracherwerb und Sprachgebrauch“ bot Diplom Pädagogin Kristina Beckermann den 60 geladenen Teilnehmer*innen aus den Bereichen Erziehung und Bildung die Möglichkeit einer intensiven und praxisnahen Auseinandersetzung.

„Das Forum war der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die als fester Bestandteil des Handlungskonzepts zur Integration und Teilhabe in der Stadt Straubing stattfinden werden. Neben der Beteiligung städtischer Stellen, wie der Bildungskoordination für Neuzugewanderte oder Kita-Einstieg schätze man sich glücklich, die Fachakademie für Sozialpädagogik der Ursulinenstiftung als eine federführende Partnerin an Bord zu haben. Auch die Straubinger Partnerschaften für Demokratie werden sich einbringen, da Integration und Teilhabe eng an Demokratiearbeit geknüpft sind“, teilt Roman Schaffner, Integrationsbeauftragter und PfD-Verantwortlicher mit.
Neben theoretischen Schwerpunkten wie der Differenzierung unterschiedlicher Formen des Spracherwerbs und Instrumenten zur Sprachförderung, wurde sehr praxisnah und interaktiv gearbeitet. Herausforderungen die Mehrsprachigkeit für den Kita- oder Schulalltag mit sich bringen, wurden rege und lösungsorientiert diskutiert.
Die Mehrsprachigkeit von Kindern ist eine wertvolle Ressource und bietet viele Chancen. Um diese jedoch nutzbar zu machen, ist ein gewisser Paradigmenwechsel erforderlich. Der wertschätzende Umgang gegenüber allen Sprachen sowie der Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu Kindern sind enorm wichtig. Eine alltagsintegrierte Sprachförderung ist grundsätzlich für alle Kinder gewinnbringend, nicht nur für Kinder mit Migrationsgeschichte. Von hoher Bedeutung ist in diesem Kontext eine aktivierende Elternarbeit.
Der Fachtag machte deutlich, wie wichtig zum einen der regelmäßige Fachaustausch ist und zum anderen, dass innovatives Arbeiten mehr Anerkennung und Rückhalt braucht. Darüber hinaus bedarf es der stetigen Sensibilisierung. Die Welt trifft sich im Kindergarten und in der Schule. Das ist der reale Alltag. Somit ist es unumgänglich, die notwendigen Strukturen und Bedingungen zu schaffen, die eine Chancengerechtigkeit erreichbar machen.
Das Thema Mehrsprachigkeit, wird ein Wiederkehrendes auch in zukünftigen Veranstaltungen sein.


Publikationen

Eine Broschüre von Jan Nowak,

zur politischen Bildungsarbeit im Rahmen der Straubinger Partnerschaften für Demokratie

... Wo die ‚Neue Rechte‘ früher häufig selbstreferenziell war, hat sich ein Teil der Strömung heute gegenüber der Tagespolitik geöffnet. Vor dem Hintergrund einer in allen Teilen der extremen Rechten verbreiteten Angst vor einem angeblichen ‚Volkstod‘ angesichts gestiegener Flüchtlingszahlen, glauben einige Akteure aus existenziellen Gründen keine andere Wahl mehr zu haben beziehungsweise sehen die ‚Zeit des Erntens‘ gekommen...

 

Bezugsquelle


 In Kooperation mit dem Straubinger Tagblatt, der Jugendinitiative MUT und jungen Künstlern aus der Poetry Slam-Szene entsteht ein "Best Of" ,mit Texten aus den letzten Jahren. Viele Themen der Parnterschaften für Demokratie werden kreativ und "freischnauze" transportiert.

Der investigativen Arbeit von Dr. Dorit Maria Krenn ist es zu verdanken, dass viele Straubinger Opfer des NS Regimes eine Identität zurückbekamen. Einige persönliche Schicksale sind in der Broschüre zu den Stolpersteinen auf eindrigliche Weise dargelegt.

Bisher, in der nüchternen Statistik vergessen: Die 360 Pfleglinge der ehemaligen Pflegeanstalt der Barmherzigen Brüder. Das Naziregime entriss diese Menschen der Obhut des Heimes, ermordete sie im Rahmen der sogenannten T4-Aktion oder dezentral in verschiedenen Vernichtungslagern.

Die Broschüre ist u.a. für Schulklassen kostenlos erhältlich. Bei der textlichen Ausgestaltung wurde darauf geachtet, dass der Inhalt gerade auch für junge Menschen verständlich und nachvollziehbar ist. Beeindruckend stellen sich die Zeitdokumente anhand von Fotos etc. dar.

Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen bald auch Führungen entlang der Stolpersteine stattfinden.

Wir bedanken uns für das Engagement von Einrichtungsleiter Hans Emmert (Barmherzige Brüder = Herausgeber), für die detektivische Recherchearbeit und transparente textliche Umsetzung von Dr. Dorit Maria Krenn (Stadtarchiv) und für die tatkräftige Unterstützung von Christiane Heppler (Kulturamt).

 

Broschürenansicht